Schwangerschaften und Kriege

Maria-Theresia-Biografie aus feministischer Sicht

Der spätbarocke Doppelsarkophag für Kaiserin Maria Theresia und ihren Ehemann Franz I. Stephan von Österreich in der Kapuzinergruft in Wien.

Foto: dpa

Der spätbarocke Doppelsarkophag für Kaiserin Maria Theresia und ihren Ehemann Franz I. Stephan von Österreich in der Kapuzinergruft in Wien.

Am 13. Mai 1717 in Wien kam die spätere österreichische Kaiserin zur Welt. Elisabeth Badinter widmet der großen Monarchin eine Biografie aus feministischer Sicht.

Wien. Selbst der Erzfeind Friedrich II. zollte ihr Respekt. Maria Theresia habe "dem Thron und ihrem Geschlecht Ehre gemacht", lautete das Resümee des Preußenkönigs über jene Frau, gegen die er drei Kriege führte.

Vor 300 Jahren wurde die österreichische Kaiserin geboren, Anlass für Elisabeth Badinter, der großen Monarchin eine Biografie aus feministischer Sicht zu widmen. Die französische Philosophin und Frauenrechtlerin interessiert dabei besonders, wie Maria Theresia ihre dreifache Rolle als Herrscherin, Gattin und Mutter von 16 Kindern meisterte.

Aufschlussreich ist hier eine Auflistung von Maria Theresias zahlreichen Schwangerschaften alternierend mit diversen Kriegsschlachten. Manche verlorene Schlacht wollten die besorgten Hofbeamten der Schwangeren verheimlichen. Doch Maria Theresia war ebenso robust wie clever und taktisch geschickt. Ihr größter Schwachpunkt: ihr treuloser Ehemann. Die Autorin vermutet, dass die von der Monarchin ins Leben gerufene rigide Sittenpolizei persönlicher Eifersucht entsprang.

- Elisabeth Badinter: Maria Theresia. Die Macht der Frau, Zsolnay Verlag, Wien, 304 Seiten, 24,00 Euro, ISBN 978-3-552-05822-4.

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