Havanna-Sound

Das junge Kuba: Daymé Arocena

Tradition und Moderne: Daymé Arocena

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Tradition und Moderne: Daymé Arocena

Kuba öffnet sich, und es sind jetzt junge, stilistisch flexible Musiker wie Daymé Arocena, die den Sound der Karibikinsel prägen. Die guten Traditionen wirft aber auch sie zum Glück nicht über Bord.

Berlin. Die Welterfolge des Buena Vista Social Club vor 20 Jahren waren der späte Triumph teils uralter Musiker von einer relativ abgeschiedenen Insel. Seitdem hat sich viel verändert: Kuba ist nach der Annäherung an die USA und durch den Massentourismus näher herangerückt, und längst prägen junge Musiker den aktuellen Havanna-Sound - wie Daymé Arocena.

Mit ihrem zweiten Album "Cubafonia" (Brownswood Recordings/Rough Trade) stellt sich die ausdrucksstarke Sängerin einem größeren deutschen Publikum für Weltmusik, Salsa, Mambo, Rumba und Jazz vor. Sie tut dies mit so viel Einfühlungsvermögen für traditionelle kubanische Rhythmen, schnittige Bläser-Arrangements und Soul ("Cómo"), dass man sich jetzt schon darauf freut, diese Platte in einer wärmeren Jahreszeit aufzulegen.

Arocenas Mentor heißt Gilles Peterson, berühmt als DJ, Labelchef und Radiomoderator. Am Anfang ihrer Entwicklung stand "Havana Cultura Mix" (2014), ein Album, das sie mit Elektro-Produzenten in Kontakt brachte. Danach begleitete die Künstlerin Peterson auf einer Reise durch die Rumba-Kultur für das Projekt "Havana Club Rumba Sessions". Als Solokünstlerin debütierte sie vor zwei Jahren mit "Nueva Era".

Auftritte auf großen Bühnen sowie eine Session mit dem legendären Roy Ayers und Brasiliens Soulpop-Superstar Ed Motta folgten, ehe Daymé Arocena mit "Cubafonia" nachlegte. Hier singt die 23-Jährige weiterhin überwiegend auf Spanisch, aber auch mal in Englisch ("It's Not Gonna Be Forever", "Valentine") - der Anspruch ist also international. Oder, wie es das Label sieht: "Traditionsreiche Musik für moderne Weltbürger".