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Deshalb können sich Fake News so schnell verbreiten

Ein Jugendlicher sitzt am Computer
und schaut auf seinen Bildschirm

Foto: Imago

Ein Jugendlicher sitzt am Computer und schaut auf seinen Bildschirm

Eine wichtige Rolle spielen "Social Bots", die wie echte Nutzer agieren und Fake News in explosiver Weise publizieren.

Hamburg.  "Angela Merkel die Tochter Adolf Hitlers?" "Obama in Wahrheit schwul?" "Ermordung Trumps durch CIA und NSA in Planung?" Diese Meldungen hat nicht etwa der Autor dieses Artikels erfunden – es sind echte [!] Fake News. Sie werden über digitale Medien zur – zumindest vorübergehenden – Wirklichkeit. Es sind Fake News – Falschmeldungen.

Warum können sich Fake News so schnell verbreiten? Einerseits reagieren Leser emotionaler auf überraschende, absurde und hetzerische Nachrichten. Andererseits fühlen sich Leute, die bereits eine negative Einstellung gegenüber bestimmten Themen haben, durch solche Nachrichten bestätigt, unterstützen deren Verbreitung und benutzen diese, um sich zu rechtfertigen – ganz nach dem Motto: "Hab ich doch schon immer gesagt!"

Masse ist von Bedeutung

Von Bedeutung ist auch die Masse, in welcher Fake News verbreitet und geteilt werden. Wenn viele Leute etwas schreiben und teilen, muss das doch stimmen, oder? Verantwortlich für die zunehmende Menge an Fake News sind "Social Bots". Das sind Computerprogramme, die in den sozialen Netzwerken wie echte Nutzer agieren und Fake News in explosiver Weise publizieren.

Es folgen reale, menschliche Nutzer, die diese Nachrichten dann im Netz teilen und deren Seriosität nicht infrage stellen. Warum auch? Immerhin hatten das andere vor ihnen auch nicht getan. So kann durch Fake News die Meinungsbildung zahlreicher Bürger zu wichtigen politischen Fragen maßgeblich verändert werden, bevor darüber nachgedacht wird, ob diese scheinbar seriösen Nachrichten vielleicht doch ein "Fake" sind.

Meinungsbildung erheblich beeinflussen

"Was geht mich das an?", mögen Sie sich fragen. Fake News können die Meinungsbildung erheblich beeinflussen. Das kann bei anstehenden Wahlen in Deutschland eine Rolle spielen. Und nach der Aussage von AfD-Bundesvorstand Alice Weidel im "Spiegel", dass Social Bots "selbstverständlich" zur AfD-Wahlkampf-Strategie gehören würden, sollte man hellhörig werden.

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