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Mord in bester Gesellschaft - Winters letzter Fall

Dr. Winter (Fritz Wepper) und Tochter Alexandra (Sophie Wepper) in ihrem letzten Fall, bei dem es um den Mord an einem aufstrebenden Brauereibesitzer geht.

Foto: dpa

Dr. Winter (Fritz Wepper) und Tochter Alexandra (Sophie Wepper) in ihrem letzten Fall, bei dem es um den Mord an einem aufstrebenden Brauereibesitzer geht.

"Mord in bester Gesellschaft" war für Fritz Wepper immer ein besonderes Projekt. Denn in der Krimikomödie spielte er an der Seite seiner Tochter Sophie. Doch nun kommt "Winters letzter Fall".

München. Zehn Jahre lang stand Fritz Wepper mit seiner Tochter Sophie gemeinsam vor der Kamera. Nun endet die ARD-Krimireihe "Mord in bester Gesellschaft". Am Donnerstag (20. April) um 20.15 Uhr läuft im Ersten "Winters letzter Fall".

Ein Brauereibesitzer wird ermordet. Möglicher Zeuge der Bluttat war sein neunjähriger Sohn. Doch Tommi (Nico Marischka) steht unter Schock und verweigert jede Aussage. Psychiater Wendelin Winter soll den Neunjährigen zum Sprechen bringen. Als sich Winters Tochter Alexandra einmischt, bringt sie das Kind in große Gefahr. Für zusätzliche Spannung sorgt Kommissar Becker (Wayne Carpendale). Er hat schon lange ein Auge auf Alexandra geworfen.

Ihren ersten gemeinsamen Fernsehauftritt als Wendelin und Alexandra Winter hatten Vater und Tochter im Februar 2007 - mit einer Mordserie in Spanien. Winter versuchte, dem Täter mit Hilfe seines psychologischen Sachverstandes auf die Spur zu kommen. Weppers Tochter Sophie empfand den Dreh mit ihrem Vater damals als beruhigend. "Ich bin schon ein bisschen Papakind", hatte die ausgebildete Fernsehjournalistin eingeräumt. "Als Tochter hat man immer irgendwie die Möglichkeit, den Vater um den Finger zu wickeln."

Nach dem lockeren Auftakt in Spanien vor zehn Jahren mit wunderschönen Landschaftsbildern und einem psychologischen Rätselraten nun zum Abschluss eine spannende, aber eher düstere Geschichte mit einem melancholischen Unterton. Das Familiendrama bringt den erfahrenen Psychiater an seine Grenzen, gesundheitlich wie emotional. Eine gewisse Wehmut ist den Schauspielern in diesem anderthalbstündigen Krimi anzumerken, allen voran Vater und Tochter. Unseren letzten Dreh empfand ich als sehr emotional", sagt Fritz Wepper, mittlerweile 75 Jahre alt. "Dass dies nun zu Ende geht, bedauere ich sehr."

Ähnlich sieht es die 35-jährige Sophie Wepper. "Wir kennen uns, vertrauen uns, jeder lässt dem anderen den Raum, den er braucht", beschreibt sie. Während der Dreharbeiten sei sie deshalb schon wehmütig gewesen. "Aber ich habe mir die Freude an diesem Film dadurch nicht verderben lassen, sondern im Gegenteil versucht, alles ganz bewusst mitzunehmen und genießen."

Ein realistischer Blick auf die Einschaltquoten sagt aber auch: Einen großen Teil des Publikums ließen die neu produzierten Folgen zuletzt kalt. Am 11. Dezember 2015 wurden 3,38 Millionen Zuschauer gemessen, am 16. Januar 2015 3,44 Millionen - für einen Donnerstagskrimi im Ersten sehr mäßig. "Donna Leon" oder der Bozen-Krimi liegen da deutlich besser.

"Der Sendeplatz am Donnerstag hat sich verändert", sagt der zuständige Produzent der ARD-Filmtochter Degeto, Sascha Schwingel. "Die von der Degeto beauftragten 'DonnerstagsKrimis im Ersten' konzentrieren sich auf Schauplätze im Ausland, die Kriminalfälle und Figuren sind durch Kultur und Eigenarten des jeweiligen Landes inspiriert. Daher haben wir uns schweren Herzens für ein Ende der Reihe entschieden."

Ganz verzichten müssen die Zuschauer auf Fritz Wepper nicht. Bereits am 2. Mai kehrt er ins Fernsehen zurück - mit der ARD-Erfolgsserie "Um Himmels Willen" rund um das Kloster Kaltenthal. Den Part des intriganten und schlitzohrigen Bürgermeisters Wolfgang Wöller, der den Klosterschwestern das Leben schwer macht, gibt Wepper noch nicht so bald auf. Auch wenn er manches nach seiner Herzoperation im vergangenen Winter etwas langsamer angehen lässt: Wepper ärgert Schwester Hanna und die anderen Nonnen weiter. Während die 16. Staffel im Ersten läuft, dreht er schon wieder neue Folgen.

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