Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 7. Januar 2017

Demokratie verteidigen

6. Januar: Kritik an Hetze gegen Christen. CDU fordert, die Verträge mit den muslimischen Verbänden zu prüfen

Mir verschlägt es die Sprache. Was lassen wir uns gefallen? So demontiert man Freiheit. Die Deutschen haben 250 Jahre gekämpft und auch geblutet, um ein respektvolles Zusammenleben zu garantieren. Und jetzt so etwas. Ich wünsche mir, dass Demokratieliebende auch diese verteidigen und sich machtvoll gegen diese Provokation wehren. Weg mit diesen Vereinen, sonst geht alles den Bach herunter.

Dr. Ursula Rohde, Buchholz

Wir sind zu tolerant

Ich kann wirklich nicht verstehen, warum wir so tolerant sind. Deutschland ist ein demokratisches Land und kein Gefängnis. Wem es nicht gefällt, der kann jederzeit gehen; keiner wird gezwungen, in Deutschland zu bleiben.

Kurt Pinker, Hamburg-Marienthal

Erstaunlicher Andrang auf Karten

5. Januar: Karten für die Elbphilharmonie. Gleiches Pech für alle

Ich bin erstaunt über den Andrang auf die Elbphilharmonie. Aus meinem Umfeld kenne ich niemanden, der nicht über den Bau gemosert hat, und ich musste Stellung beziehen, wie wertvoll sie für uns ist. Schon die Neugier, um auf die Plaza zu kommen, war für mich inter­essant und jetzt der Andrang auf die Karten ... Hätte es einen Volksentscheid gegeben, wäre sie nie gebaut worden.

Nicky Fesche de Almeida, per E-Mail

Aufwachen und protestieren

4. Januar: Die kalte Ent­eig­nung. Bislang haben Sparer die Nullzins-Politik hingenommen – das dürfte sich ändern

Gestern bekam ich einen Kontoauszug meines Sparkontos bei der Sparda-Bank. Es handelt sich um einen Betrag, den ich vorhalte, um schnell für Notfälle gewappnet zu sein, wie das wohl auch Millionen von insbesondere älteren Mitbürgern tun. Das Sparbuch mit vereinbarter gesetzlicher Kündigungsfrist, auf dem auch im vergangenen Jahr noch Hunderte von Milliarden Euro schlummerten, ist immer noch die beliebteste Sparform der Deutschen. Ich konnte es kaum glauben und musste kurz nachrechnen. Hatte ich wirklich zehn Cent Zinsen für 1073,95 Euro Sparguthaben für ein Jahr bekommen? Nicht ganz: Drei Cent wurden als Kapitalertragsteuer gleich einbehalten. Die Verzinsung betrug, ich konnte es auf dem Kontoauszug nachlesen: 0,001 Prozent. Ich musste kurz überlegen. Ist das ein Hundertstel Prozent? Nein, ich bekomme ein Tausendstel Prozent Zinsen! Warum veralbert mich die Bank? Hätte man es sich nicht sparen können, mir einen Kontoauszug auszudrucken und zuzuschicken? Wenn ich dann die Inflationsrate von 0,5 Prozent in 2016 von meinem Guthaben berechne, komme ich auf 5,37 Euro, um die die Kaufkraft meines Guthabens gesunken ist. Meine Enteignung hat begonnen und wird sich im kommenden Jahr durch die prognostizierte höhere Inflationsrate erheblich beschleunigen. Wir Bürger sollten endlich aufwachen und wirklich auf die Straße gehen, um gegen diese kalte Enteignung zu protestieren.

Willibald Brendel, Norderstedt

Säuselndes Gedudel nervt

5. Januar: Warum die Hochbahn auf Händel setzt

Welche Anmaßung, wenn Firmen wie Mood Media behaupten, "passgenaues Akustikdesign" zu liefern? Ob nun "passgenau" oder nicht, eines ist sicher: Es nervt, und zwar gewaltig. Wenn man seine Kunden fragt: "Lieben Sie Musik?", ist das Ergebnis klar. Fragt man aber, wie Infratest es 2005 getan hat: "Musikberieselung in Kaufhäusern, Hotels und öffentlichen Einrichtungen empfinde ich als nervig", kommt etwas völlig anderes dabei heraus. 30 Prozent der Zeitgenossen finden das säuselnde Gedudel "sehr nervig", 20 Prozent "nervig", und weitere 30 Prozent kommen gut ohne aus. Mood Media und Konsorten gehen also wider besseren Wissens 50 Prozent der Bevölkerung tagein, tagaus zuverlässig auf die Nerven. Die einzige "Expertise" solcher Firmen besteht in ihrer Fähigkeit, Gewerbetreibende mit der Mär von der Wohlfühl-Umsatz-Steigerung auf den Leim zu locken.

Dr. Rolf Claus, Hamburg

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