Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 17. Januar 2017

Sprachlosigkeit bekämpfen

14./15. Januar: Hoch­deutsch ist das neue Platt­deutsch

Mit großer Freude habe ich den Artikel gelesen und finde besonders den Abschusssatz gelungen: "Ein Plädoyer für mehr und besseres Deutsch ist keine Deutschtümelei – eher das Gegenteil", zumal die deutsche Sprache vielfältiger und genauer Dinge beschreiben kann. Beispielsweise kann der Begriff "ticket" durch Begriffe wie Flugschein, Eintrittskarte oder Gutschein ersetzt werden. Nicht umsonst loben besonders Philosophen die Genauigkeit der deutschen Sprache. Diese zu pflegen und zu bewahren ist der Mühen wert. Es ist hilfreich, dass sich das Hamburger Abendblatt bemüht, der Tendenz zur Vereinfachung und Sprachlosigkeit entgegenzuwirken. Dafür sei Ihnen gedankt.

Klaus-Christian Becker, per E-Mail

Sprache hält zusammen

Eine klare, allgemein verständliche Landes- und Amtssprache ist Grundlage für jede persönliche und gesellschaftliche Aktivität. Ohne eine verbindliche Verständigungsgrundlage funktioniert buchstäblich gar nichts, weder in Staat und Gesellschaft noch in Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Technik. Die deutsche Sprache ist seit Jahrhunderten die Grundlage unserer nationalen und kulturellen Identität und des gesellschaftlichen und politischen Zusammenhalts. Unter Berufung auf die "Globalisierung" wollen dagegen starke Kräfte in der internationalen Konzern-wirtschaft sowie in Wissenschaft und Politik die deutsche Sprache in unserem Sprachraum zunehmend durch Englisch ersetzen. So gibt es aktuell Bestrebungen, Deutsch als Gerichtssprache, als Sprache der öffentlichen Verwaltung und der Wissenschaft an staatlichen Hochschulen zugunsten von Englisch zurückzudrängen und stückweise preiszugeben. In der EU spielt Deutsch, die meistgesprochene Muttersprache aller Mitgliedsstaaten, kaum noch eine Rolle. Auch die Massenmedien fördern diese schleichende Abwertung und Verdrängung unserer Sprache. Es wäre oberste Pflicht der Organe und Vertreter unseres Staates in Gesetzgebung, Regierung, Verwaltung, Rechtsprechung und öffentlich-rechtlichen Einrichtungen, die deutsche Sprache zu schützen, zu pflegen und zu fördern. Dieser Pflicht kommen viele unserer Politiker und Staatsorgane derzeit nicht in gebotener Weise nach. Unsere Sprache braucht einen rechtlich gesicherten Status. Die große Mehrzahl unserer europäischen Nachbarländer gibt ihren jeweiligen Amtssprachen Verfassungsrang. Dies ist dringend auch für Deutschland zu fordern, durch eine Ergänzung im Grundgesetz: "Die Sprache der Bundesrepublik Deutschland ist Deutsch."

Dr. Hans Kaufmann,

Verein deutsche Sprache, Hamburg

Rigoros abschleppen

14./15. Januar: Schleich­weg Mön­cke­berg­straße. Viele Autofahrer ignorieren das Durchfahrtsverbot

Ich halte auch nichts von Pollern oder Schranken. Mit solchen Einrichtungen gibt es immer mal technische Probleme, und dann sind Rettungswege versperrt. Die Lösung liegt doch auf der Hand: Mitbürger, die meinen, dass solche Regelungen für sie nicht gelten, müssen rigoros abgeschleppt werden. Dann sollen doch Abschleppdienste verdienen und die Staatskasse über Straftickets Einnahmen generieren. Ignoranz muss Geld kosten.

Hans-Joachim Bull, Quickborn

Vorbild München

Warum denkt man das Problem Mönckebergstraße bei den Stadtvätern und Parteien nicht zu Ende? Die beschriebenen Ansätze sind doch nicht schlecht und sicher auch durchführbar. Das i-Tüpfelchen wäre, die Mö von Saturn bis zur Bergstraße komplett zur Fußgängerzone zu machen. Zu- und Abfahrt für Polizei, Feuerwehr und Lieferverkehr kann man regeln. Zudem würde die Innenstadt eine attraktive Aufwertung erfahren. Die Busse können über die Stein- und Bergstraße fahren. Für Sonderfälle gibt es dort jetzt schon Bedarfshaltestellen. Man muss nicht unbedingt vom Kaufhof direkt in einen Bus an der Mö einsteigen können. Die Verkehrsanbindung der Mönckebergstraße ist gut. In München hat man Ende der 80er-Jahre die Verbindungsstraße vom Marienplatz zum Stachus autofrei umgestaltet. Großes Palaver. Zwei Jahre später war die einhellige Meinung: München hat es richtig gemacht, und dort dürfen nie wieder Autos fahren. Es ist eine lebendige Meile geworden. Warum nicht auch in Hamburg?

Manfred Löber, Hamburg

Ehrliche Lebensbeichte

14./15. Januar: ,Ich war zu dünn­häu­tig'. Vor einem Jahr trat Michael Neumann als Innensenator zurück. Jetzt spricht er über die Hintergründe

Das Interview mit Senator Neumann ging unter die Haut. Selten habe ich so eine offene und ehrliche "Lebensbeichte" von einem Berufspolitiker gelesen. Chapeau, Herr Neumann! Ihre Wähler und alle Hamburger Sportler wissen Ihre Leistungen für unsere Stadt Hamburg zu würdigen.

Gert-Rüdiger Wüstney, per E-Mail

Lesenswertes Interview

Beim Lesen des sehr lesenswerten und aufschlussreichen Interviews mit Michael Neumann hat es mir bei einer Passage die Sprache verschlagen. Angesprochen auf Merkels faktische Grenzöffnung im Sommer 2015 sagt Neumann: "Das hat die Bundeskanzlerin so entschieden. Aber man hätte meinen Kollegen viel Leid ersparen können, wenn man schon damals gesagt hätte, dass das geltende Ausländerrecht keine Anwendung mehr findet." So, so, die Frau Bundeskanzlerin entscheidet mal so eben, dass geltendes Recht keine Anwendung mehr findet. Diese Kanzlerin hat geschworen, dass sie die Gesetze wahren und verteidigen werde. Dass sie mit diesem vielfachen Bruch ihres Amtseides, unter anderem beim Bundestag, vor dem sie diesen Eid geleistet hat, und auch sonst ohne Konsequenzen durchkommt: Ich kann es nicht fassen.

Jochim Trede, per E-Mail

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