Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 11. Februar 2017

Den Radweg besser auf die Straße

9. Februar: Kommt der Radweg vor der Strand­perle jetzt doch?

Wer jeden Tag mit dem Fahrrad seinen Arbeitsweg aus dem Hamburger Westen in die Innenstadt bestreiten möchte oder muss, würde sich auch sehr über einen Fahrradstreifen auf der Elbchaussee freuen. Die Elbchaussee wäre fast überall breit genug dafür. Den Fahrradstreifen bräuchte man nur durch Markierungslinien auf der Fahrbahn trennen. Die Kosten würden wahrscheinlich nur einen Bruchteil der Kosten für bauliche Maßnahmen am Elbstrand ausmachen. Meiner Meinung nach muss man akzeptieren, dass ein Fahrradweg in Övelgönne nur unter sehr schwierigen und damit unter finanziell zu teuren Bedingungen zu realisieren wäre. Für den Arbeitsweg hätten wir einen schnellen Radweg auf der Elbchaussee, für den Ausflug einen gemütlichen Elbwanderradweg mit Schiebestrecke. Auf dem Elbuferweg in Övelgönne sollte so jeder das Schieben des Fahrrades akzeptieren.

Rüdiger Schade, per E-Mail

Hohe Sanierungskosten

Wie kann man nur auf die Idee kommen, 900 Meter Strand zuzubetonieren. Es wird für die Radfahrer nicht den Untergang des Abendlandes bedeuten, wenn es in Hamburg auch weiterhin einige Flecken geben wird, die ausschließlich den Fußgängern vorbehalten bleiben. Vielleicht wird als nächstes noch eine Pkw-Aussichtsplattform am Strand geplant, quasi als Autokino. Im Übrigen darf gefragt werden, wie häufig der Radweg und andere geplante Anlagen mit viel Geld saniert werden müssen, weil sie bei Hochwasser regelmäßig über- und unterspült werden? Also: Hände weg vom Elbstrand.

Bernd F. Schwarze, per E-Mail

Keine Zeit für Betrüger

9. Februar: Hamburgs Polizei ,stolz wie Bolle': weniger Straf­ta­ten, mehr Auf­klä­rung

Kein Ruhmesblatt für die Hamburger Polizei: Pünktlich zur angekündigten Uhrzeit klingelte der Betrüger bei der alten Dame, die in ihrer verriegelten Wohnung vor Angst zitterte und sich stundenlang nicht mehr vor die Tür wagte. Ein Herr, angeblich von der Hausratversicherung, hatte telefonisch seinen Besuch angekündigt, um ihren Hausrat neu zu schätzen, denn jetzt, nach dem Tod ihres Mannes, würde der Beitrag günstiger. Die gewitzte Dame hatte daraufhin direkt bei ihrer Versicherung nachgefragt und erfahren, dass so etwas niemals von der Versicherung veranlasst würde. Auf mein Anraten hin wandte sich die Witwe an die Polizei, die ihr aber mitteilte, dass für dieses Problem keine Zeit sei. So konnte der Betrüger unerkannt entkommen und es nun bei der nächsten Seniorin versuchen.

Dr. med. Julia Jungmann, per E-Mail

Jährliche Anrufe von Microsoft

9. Februar: Wie Hacker den Inhalt meines PC stahlen

Auch ich werde alle Jahre von Microsoft angerufen – und lege sofort auf. Paypal meldet ebenfalls ungewöhnliche Aktivitäten, dabei habe ich gar kein PayPal-Konto. Eine E-Mail erhielt ich von 1und1.ser, die habe ich gleich gelöscht, obwohl sie täuschend echt aussah. Ich bin auf der Hut, noch hatte ich Glück, und ich hoffe, ich falle nicht irgendwann auf diese Betrüger rein.

Cornelia Behnke, Drage

Dem Kunden gegenüber ehrlich

3. Februar: Das Ver­spre­chen: Binnen 14 Tagen ein Termin in Hamburgs Behörden

Dass Herr Dressel das faktische Versagen der Hamburger Verwaltung schon fast ins Lächerliche zieht, er außerdem die anstehende Schließung des Kundenzentrums Walddörfer stillschweigend akzeptiert, durch Untätigkeit sogar vorantreibt, ist zumindest ein Indiz dafür, wie sehr sich von der Seite tatsächlich für den Kunden eingesetzt wird. Wie wäre es mit einer Verwaltung, die ihre Aufgaben erfüllt ohne großes Wenn und Aber? Mit Kundenzentren, die auch spontan zu akzeptablen Öffnungszeiten besucht werden können? Mit einer Bearbeitung von Anträgen auf Fällgenehmigung innerhalb von ein paar Wochen und nicht Monaten? Mit sicheren Schul-, Geh- und Radwegen? Mit einer wahrnehmbaren Überwachung des ruhenden Verkehrs nicht nur in der Innenstadt? Mit Grünanlagen, die nicht weiter zuwuchern und ungepflegt vor sich hin gammeln? Mit Ehrlichkeit gegenüber dem Bürger, indem klipp und klar darlegt wird, was machbar ist und was warum nicht? Das wäre in Zeiten der alternativen Fakten und der ständig zunehmenden Politikverdrossenheit ein wirklich an dem Bürger orientiertes Vorgehen.

Henry Kleta, Bergstedt

Gut für die Spanier – gut für Europa

28./29. Januar: Geld oder Heimat: Zwei Spanier und ihr Ham­burg-Aben­teuer

Ich bin vor fünf Jahren von Norderstedt nach Spanien gegangen und unterrichte hier Deutsch, und zwar genau in dieser Gegend, aus der die beiden Spanier kommen. Das größte Problem hier ist, dass es so etwas wie eine duale Ausbildung nicht gibt. Hier kann man entweder studieren, oder man wird angelernt. So kann man z. B. nach einem zweiwöchigen Kursus als Elektriker arbeiten. Ich habe und hatte etliche Schüler, die nach Deutschland gehen wollen bzw. schon gegangen sind. Was aber viele Sprachakademien vergessen, ist, dass nicht allein die Sprache gelernt werden muss, sondern die Menschen auf die andere Kultur und die andere Arbeitsweise vorbereitet werden müssen. So wie auch z. B. Pünktlichkeit in Spanien ein Fremdwort ist. Meiner Meinung nach ist es vor allem wichtig, die Jugendlichen, die hier keine Ausbildungsmöglichkeit haben, nach Deutschland zu holen und ihnen die Möglichkeit der dualen Ausbildung zu bieten. Wenn sie ordentlich vorbereitet werden, klappt das auch. Ich denke, selbst wenn diese Menschen nach einigen Jahren zurückgehen und in Spanien als ausgebildete Fachkräfte ihren Job machen, ist das doch ein guter Schritt im Projekt "Europa".

Petra Dörfel, Murcia/Spanien

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