Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 14. Februar 2017

Hoffnungsträger Steinmeier

13. Februar: ,Anker der Hoffnung'. Frank-Walter Steinmeier wird mit 931 Stimmen zum Staatsoberhaupt gewählt

Dank und Hoffnung bestimmten am Tag der Bundespräsidentenwahl mein Empfinden. Mit Hochachtung verabschieden wir uns von Herrn Gauck, dem so wunderbar redlich und bescheidenen, so typischen Norddeutschen. Er hat in seinem Freiheitsdenken unserem Land gutgetan. Meine Hoffnung für die Zukunft leite ich aus der Herkunft Herrn Dr. Steinmeiers ab, der, aus einfachen Verhältnissen stammend, den Regierenden den Zusammenhalt der Gesellschaft durch Gerechtigkeit mutig ins Gewissen rufen sollte.

Detlef Lange, Hamburg

Hafenkooperation anstreben

11./12. Februar: Elbvertiefung – Umweltverbände schließen neue Klage nicht aus und 10. Februar: Diese Pflanze blockiert die Elbvertiefung

Will man in Hamburg wirklich noch bis 2019 auf ein endgültiges Urteil zur Elbvertiefung mit ungewissem Ausgang warten, anstatt zügig eine enge Hafenkooperation zwischen Hamburg, Bremerhaven und dem Tiefseehafen Wilhelmshaven anzustreben (wie das als "Deutsche Bucht AG" schon Ende der 1990er-Jahre mal angedacht war)? Nur so wird man gegen die mächtige Konkurrenz in Rotterdam und Antwerpen bestehen können.

Wulf Engelke, per E-Mail

Hamburg lebt vom Hafen

Sie haben es wieder einmal geschafft, unsere auch staatlich finanzierten Umweltverbände, dass die für die Hamburger Wirtschaft notwendige Elbvertiefung bis auf Weiteres unterbleibt. Ungewollt werde ich an die Einwände und Klagen Anfang der 90er-Jahre erinnert, als es um die Werksgelände-Erweiterung von Airbus ging. Auch damals wurden Szenarien heraufbeschworen, von denen nichts übrig geblieben ist. Dass es dann zum wirtschaftlichen Erfolg von Airbus kam, ist unbestritten. Natürlich sind die Umweltverbände wichtig für unser Verständnis der Erhaltung von Flora und Fauna. Dieses aber bitte mit Augenmaß. Hamburg und Norddeutschland leben vom Hamburger Hafen und von deren Steuergeldern. Auch die Umweltverbände. Es wird Zeit, notwendige Realitäten anzuerkennen.

Thomas Fetzberger, Bargteheide

Kein Ruhmesblatt für die Politik

Das Urteil ist wahrlich kein Ruhmesblatt für Politik und Verwaltung. Geradezu trotzig hielt man bis zuletzt an einer unzulänglichen Planfestellung fest. Den Blick geradeaus gerichtet, ohne nach links und rechts zu gucken, war man apodiktisch von der alleinigen Richtigkeit seiner Konzeption überzeugt, was sich jetzt als Trugschluss erweist. Um die kostenzehrende Verzögerung bei der Fahrrinnenanpassung zu vermeiden, hätte man ohne Gesichtsverlust die klagenden Umweltverbände besser mit ins Boot genommen, um beizeiten eine erfolgreiche Strategie zu entwickeln. Waren sich die Herren Scholz und Horch dafür zu fein?

Thomas Prohn, per E-Mail

Hamburg wird Regionalhafen

Gratulation! Die Umweltverbände haben es geschafft, die Elbvertiefung um weitere Jahre zu verzögern. Einige Reedereien werden ihre weltweiten Liniendienste in der nächsten Zeit wahrscheinlich auf andere europäische Häfen umlenken, und der Hamburger Hafen wird sich zum Regionalhafen zurückentwickeln. Die dann beschäftigungslosen Menschen, die bisher im Hafen und dessen Umfeld tätig waren, können aber immerhin ihre vermehrte Freizeit an den naturbelassenen Elbufern verbringen, und der Nabu hat eine neue Aufgabe, nämlich darauf zu achten, dass niemand seine Wolldecke über dem Schierlings-Wasserfenchel ausbreitet.

Harald Zotzmann, per E-Mail

Erinnerung an die Tellerschnecke

Der die Elbvertiefung nun weiter verzögernde Schierlings-Wasserfenchel lässt mich unwillkürlich an die Tellerschnecke von Bergedorf denken. Auch sie diente als Begründung für den Baustopp eines großen Bauprojektes. Als man sich dann ernsthaft mit ihrer Umsiedelung auseinandergesetzt hat, stellte man sehr schnell fest, dass die Gräben in der Region voll von dieser so seltenen Tierart waren. Es würde mich nicht wundern, wenn es sich bei dieser Pflanze ähnlich verhält.

Roland Grumbach, per E-Mail

Kirchturmpolitik hat ausgedient

Meiner Meinung nach war es ein großer Fehler, nicht mit Wilhelmshaven zusammenzuarbeiten. Kirchturmpolitik sollte doch zur Vergangenheit gehören. Die ganz großen Schiffe werden Hamburg, auch wenn die Elbvertiefung wirklich mal kommen sollte, ja nie anlaufen können. Ich frage mich auch, wie tief man eigentlich ausbaggern will? Hamburg wird in den nächsten Jahren immer mehr zum Regionalhafen verkommen. Von einem Weltstadthafen kann beim besten Willen nicht mehr die Rede sein.

Heinz Goecke, per E-Mail

Von Physik nichts mitbekommen

10. Februar: Auch Physik ist ein Pro­blem­fach. Schüler bekommen in Hamburg zu wenig Unterricht

Unsere Kinder sind zwar Quereinsteiger, eines in der Stadtteilschule, eines im Gymnasium, aber von Physik haben sie beide seit dem Ende der 9. Klasse so gut wie nichts mitbekommen. Entweder, weil das Fach gar nicht oder nur selten stattgefunden hat. Die Tochter hat im letzten Jahr ihr Abi gemacht und viel über unzureichende Lehrerkompetenz und Unterrichtsausfall geklagt. Der Sohn berichtet Ähnliches. Ich frage mich, was an den Hamburger Schulen los ist. Unsere Kinder sind im Glauben an eine bessere Schulbildung nach Deutschland zurückgekommen. In Hamburg haben sie sie nicht gefunden. Das war früher mal anders, wenn ich mich an meinen Werdegang erinnere.

Dr. Martin Grau, per E-Mail

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