Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 10. März 2017

Hamburg nicht verschandeln

9. März: ,Elbtower' – ein Gigant für Hamburg

Brauchen wir wirklich einen Wolkenkratzer in Hamburg? Wo einer steht, da schießen bald weitere wie die Pilze aus der Erde – siehe Frankfurt und Manhattan. Eine schöne Stadt wie Hamburg muss schön und liebenswert bleiben und darf nicht verschandelt werden.

Hartmut Rögner, per E-Mail

Hässlicher Lulatsch

Es gibt sehr viele "No-Name-Städte" in Deutschland, die sich mit diesem Projekt profilieren könnten. Aber Hamburg, die schon jetzt "schönste Stadt der Welt" ist, braucht diesen hässlichen Lulatsch wirklich nicht. Abschreckende Beispiele gibt es im Norden genug, wie in Büsum, Schleswig, Travemünde.

Jens-Joachim Brösel, per E-Mail

Begrüßenswerte Idee

Ein oder sogar mehrere architektonisch anspruchsvolle, markante Hochhäuser als Hamburger Einfallstor bei den Elbbrücken finde ich außerordentlich begrüßenswert. Endlich könnte die "urbane Wüste" in dieser Gegend sinnvoll für viele Jahrzehnte, vielleicht sogar für Jahrhunderte aufgewertet werden, ohne der noch überlebenden Kirchturm-Silhouette zu schaden. Ich hoffe, dass ich das noch erleben kann.

Rolf Tonner, per E-Mail

Napoleon von der Elbe

Ist groß famos? Wie war das noch mit dem Turmbau zu Babel? Ein 200 Meter hoher Elbtower ist ökonomischer und ökologischer Unfug. Es wollte schon mal einer an der Elbe in Altona 250 Meter hoch bauen ... Geht die Rede von König Olaf dem Großen, dem Napoleon von der Elbe, nicht eine Nummer kleiner?

Helgo Klatt, Harburg

Sabotage der Kriegswirtschaft

8. März: Wann endet Schuld? Wer Kurt A. Körber beurteilt, muss seine Verfehlungen sehen – und Verdienste

Als Herr Körber als Mitglied der Geschäftsleitung einer Firma in Dresden KZ-Insassen als Arbeitskräfte einsetzte, herrschte Krieg. Ein großer Teil der Arbeiter war an der Front. Es wurde deshalb auf alle verfügbaren Kräfte – Kriegsgefangenen und KZ-Insassen – zurückgegriffen. Eine Weigerung, sie einzusetzen, wäre Sabotage der Kriegswirtschaft gewesen und mit dem Tode bestraft worden. Die Beschäftigung von KZ-Insassen durch Herrn Körber muss unter diesen Umständen gesehen werden.

Dr. Eckehard Förster, Hamburg

Arbeitskräfte wurden zugeteilt

Ich bin jetzt 88 Jahre alt und kann mich noch gut an die Nazizeit erinnern. Wir hatten eine Holzhandlung, und unsere Arbeiter waren alle zur Wehrmacht eingezogen. Wenn größere Mengen Holz eintrafen, bekamen wir von einer staat­lichen Stelle Arbeitskräfte zugeteilt, entweder Kriegsgefangene oder KZ-Häftlinge. Eine Möglichkeit, sich dagegen zu wehren, gab es nicht. Unsere beiden Chefs waren nicht in der Partei, obwohl es eigentlich von Leuten mit Verantwortung erwartet wurde. Bereichern konnte man sich nicht bei diesen Geschäften, die Reichsmark war ja nichts wert. Wenn Herr Körber Parteimitglied war und mit Häftlingen gearbeitet hat, reicht das nicht aus, den Stab über ihn zu brechen.

Hans Behr, Aumühle

Selbstgefällige Ankläger

Mich stört die moralische Selbstgefälligkeit der Ankläger. An den historischen Tatsachen lässt sich nichts deuteln, aber sind diejenigen, die jetzt die Ehrung Körbers für seine Verdienste aus der Zeit nach 1945 rückgängig machen wollen, sicher, wie sie sich an seiner Stelle im Dritten Reich verhalten hätten? Muss man ihm nicht zubilligen, dass er sich zu einem Bürger des demokratischen Deutschlands gewandelt hat?

Peter Freudenthal, per E-Mail

Ortskenntnis fehlt

8. März: Wieder Umbau in der Isestraße

Der Bericht bestätigt wieder einmal, dass die Planer der Fahrradstraße keine Sach- und Ortskenntnis besitzen. Geld spielt keine Rolle. Versuch und Irrtum kosten ja nur die reichlich gefüllten Steuerkassen, wenn kostspielige Korrekturen nötig werden aufgrund von unsinniger Planung. Das haben wir schon am Harvestehuder Weg gesehen, es bahnt sich Ähnliches am Leinpfad an.

Herbert Nölting, Hamburg

Es bleibt alles beim Alten

8. März: Weniger Lärm? Airlines sollen für Nacht-Lan­dun­gen mehr zahlen

Das ist ja wohl ein Witz! Eine Steigerung der Lärmzuschläge für Starts und Landungen von 300 Euro sollen die Airlines davon abhalten, das Flugverbot für Starts und Landungen der Flugzeuge nach 23 Uhr zu umgehen. Das ist für die Umgehung des Nachtflugverbotes nicht viel und erhöht den Ticketpreis nur geringfügig. Also bleibt alles beim Alten.

Dr. Udo Fuchs, per E-Mail

Lärmteppich wird weiter wachsen

Wieder will man die Gebühren für den Lärm am Flughafen Hamburg erhöhen, damit es leiser wird. Warum soll das diesmal klappen? Nach der letzten Gebührenerhöhung vor zwei Jahren ist es im Ergebnis noch lauter geworden. Wenn man in Hamburg keine lauten Flugzeuge haben will, muss man alle Flugzeuge ab Lärmklasse drei verbieten. Gebühren helfen nur der Portokasse des Flughafens, aber wir brauchen strikte Nachtruhe ab 22 Uhr. Der Flughafen führt die vielen verspäteten Flüge nach 23 Uhr aufs Wetter zurück. Kann man das Wetter mit Gebühren besänftigen? Der Lärmteppich wird weiter wachsen. In meinen Augen ist die Gebührenerhöhung nur Symbolpolitik, die nicht an der Ursache des Fluglärms ansetzt.

Familie Müller, Hamburg Lemsahl

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