Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 18. März

Ruhig bleiben, konsequent handeln

16. März: Leitartikel Ruhig bleiben! Der Krieg der Worte mit der Türkei nützt nur Erdogan

Nein! Egal ob es Erdogan nützt oder nicht – es reicht. Das Ausmaß der ­Beschimpfungen verantwortlicher Politiker aus der Türkei ist weit mehr als zumutbar, die Grenze ist längst überschritten. Also keine Wahlkampfveranstaltungen mehr, kein Beschwichtigen, kein Wegducken. Und wieso "wird Deutschland gar nichts anderes übrig bleiben, als weiter mit der Türkei zusammenzuarbeiten"? Wir brauchen die Türkei nicht, die Türkei braucht uns. Beitrittsverhandlungen stoppen, Zahlungen einstellen. Es ist ja lächerlich: Ein Despot wie Erdogan versteht "Keep Calm and Carry On" nicht – und wenn, dann als Eingeständnis der Schwäche. Ruhig bleiben: Ja, aber konsequent handeln.

Gerhard Maack, per E-Mail

Keine türkischen Wahlkämpfer

Für die täglichen Probleme ist der Grundsatz sicher hilfreich. Bezüglich der Türkei möchte ich Sie an 1933 erinnern. Ich habe erlebt, wie viele Gegner nach dieser Devise den Gefahren des Ermächtigungsgesetzes der Hitler-Diktatur mit "Carry On" begegnet sind. Selbst nach drei Jahren haben alle europäischen Staatslenker und die Königshäuser Hitler zur Olympiade die Ehre erwiesen. Danach wurde Widerstand lebensgefährlich. Das Referendum in der Türkei hat eine ähnliche Funktion. Der Unterschied ist, dass es schon vor der Abstimmung lebensgefährlich ist, nicht dafür zu sein, und dass das Ganze unter dem Schirm des Ausnahmezustands abgewickelt wird. Wir wollen keinen Wahlkampf mit fremdländischen Hoheitszeichen – für welche Politikrichtung auch immer.

Gerhard Hein, per E-Mail

Klare Linie bei Despoten

17. März: Ankara sieht ,Re­li­gi­ons­krie­ge' in Europa aufziehen

Wenn die Türkei mit Herrn Erdogan einen Religionskrieg nach Europa tragen möchte, ist Frau Merkel eine denkbar ungünstige Vertreterin deutscher Interessen – hat doch die Appeasement-Politik auch vor 80 Jahren den Weltkrieg nicht verhindern können. Nur eine klare Linie kann Despoten wie Erdogan in die Schranken weisen, und die lässt Frau Merkel gänzlich vermissen. Siehe auch den Gastbeitrag von Herrn Strate.

Jürgen Jeschke, Norderstedt

Beitrittsverhandlungen stoppen

Die politische Führung in Ankara macht zurzeit deutlich, was sie von Europa hält und wie sie zur EU steht. Das Verhalten von Erdogan und seinen Regierungsvertretern ist der EU unwürdig. Es ist an der Zeit, die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei zu stoppen.

Thomas Köpke, per E-Mail

Irgendwann ist Schluss

15. März: Er­do­gan-Vize will Wahlkampf in Hamburg machen

Es ist davon auszugehen, dass Frau Hotar als Erdogan-Vize dessen politische Ansichten und Äußerungen teilt. Aber wir können ihr ja eine Chance geben. Deshalb die Frage an die türkische Politikerin: Distanziert sie sich eindeutig von den Aussagen Erdogans, der unserem Land "Nazi-Praktiken" und "faschistische Methoden" vorgeworfen und unsere Bundeskanzlerin als "Terror-Unterstützerin" verleumdet und damit eindeutig die Grenzen eines politischen Streits überschritten hat? Falls nicht, muss damit gerechnet werden, dass sie solche Aussagen auch in Hamburg machen wird. Dann sollte sie zur Persona non grata erklärt und ihre Auftritte in Hamburg und Deutschland untersagt werden. Gleiches gilt für alle anderen türkischen Politiker. Auch wenn das wenig diplomatisch klingt: Irgendwo ist einfach Schluss. Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem Beschluss vom 8. März der Bundesregierung ausdrücklich das Recht zugebilligt, Einreise und öffentliche Auftritte ausländischer Politiker zu untersagen.

Hans-Werner Kienitz, Ottensen

Auf Digitalisierung vorbereiten

15. März: 85.000 Dienstleistungsjobs in der Hansestadt bedroht

85.000 Dienstleistungsarbeitsplätze weniger durch Einsatz von Computern und automatisierten Systemen. Das wird nicht von heute auf morgen geschehen. Damit haben die voraussichtlich Betroffenen ausreichend Zeit, sich auf das Leben nach ihrem heutigen Arbeitsplatz vorzubereiten, z. B. durch Weiterbildung. Spätestens wenn der Arbeitgeber keine Arbeitskraft mehr findet oder der Einsatz von Computern und automatisierten Systemen sich rechnet (höhere Produktivität), wird er auf menschliche Mitarbeiter verzichten. Viele der 85.000 Arbeitsplätze können zumindest theoretisch ersetzt werden durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze, sofern der Markt solche nachfragt. Wir müssen uns also daran gewöhnen, dass es immer weniger Arbeitsplätze geben wird. Es gibt aber auch einen Vorteil. Produktivitätssteigerung führt allgemein zu höheren Gewinnen. Damit sollte es möglich sein, den verbliebenen Arbeitnehmern höhere Vergütungen zu zahlen, bis hin zu dem Punkt, an dem wieder ein Einkommen pro Familie (Vater, Mutter, 1,4 Kinder) zu einem angemessenen Lebensstandard ausreicht. Weniger Arbeitsplätze können auch eine Bereicherung sein.

Hans-Peter Hansen, Hamburg

Hund und Herrchen ...

17. März: Bür­ger­be­geh­ren zum Erhalt einer Hun­de­wiese?

Große, schlecht erzogene Hunde und ihre rücksichtslosen Besitzer sorgen für Verstimmung nicht nur bei der anderen Seite, sondern auch bei vielen Hundebesitzern. In unserem Stadtteil verdreckt so ein großer Hund seit neun Jahren die Spielplätze und Grünanlagen, verbellt und erschreckt Menschen und Hunde – und sein Besitzer pöbelt meist mit. Zu belangen ist so ein Typ schwer. Sehr traurig, dass die vielen Rücksichtsvollen die Konsequenzen tragen müssen.

Gitte Stöber-Harries, per E-Mail

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