Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 31. März 2017

Halbherzige Entscheidung

30. März: Bür­ger­schaft lehnt Burka ein­stim­mig ab

Und schon wieder so eine halbherzige Entscheidung. In Deutschland wird sich nicht vollständig verhüllt, das Gesicht hat frei zu sein. Ich verstehe einfach nicht, warum immer und immer wieder darüber diskutiert wird. Es fehlt eine klare Ansage, dass entweder das Gesicht frei bleiben oder eine Strafe gezahlt werden muss. Warum haben deutsche Politiker bloß solche Angst vor klaren Worten? Wir können, sollen und wollen es nicht allen recht machen. Einfaches Beispiel, wo es bereits funktioniert: Die Krankenversicherungskarte gibt es nur mit einem Gesicht ohne Schleier. Aber auch hier weigern sich immer noch Frauen, ein entsprechendes Bild abzugeben, und verursachen dadurch Mehrarbeit bei Ärzten, Krankenhäusern und Krankenkassen.

Anke Petersen, Reinbek

Einheitliche Regelungen schaffen

Die Diskussionen auf Länderebene gehen einem auf den Nerv, da hier nur um den heißen Brei herumgeredet wird und es keine einheitlichen Regelungen gibt. Warum verändert man nicht einfach die Bundesgesetze zum Vermummungsverbot? Egal aus welchen Gründen und unabhängig von Geschlecht und Religionszugehörigkeit darf das Gesicht im öffentlichen Raum nicht verdeckt werden. Wir wollen den Menschen in unserer Umgebung ins Gesicht sehen können. Von einem Kopftuchverbot halte ich nichts, wir müssen ja auch Baseballkappen mit Schirm ertragen.

Christoph Müller, Hamburg

Initiative für den Radweg

30. März: Schon 3000 Un­ter­schrif­ten – vorerst kein Radweg am Elbufer

Wo bleibt denn die Initiative für einen Radweg, der die Engstelle in Övelgönne überbrückt? Es gibt nicht nur Gegner. Die Zustände in dieser engen Gasse sind seit Jahren unhaltbar. Schon für die Menge an Fußgängern ist es dort viel zu eng, und schiebende Radfahrer benötigen doppelt so viel Platz. Ich bin dafür, die bestehende Lücke zu schließen, damit auch Radfahrer durchgehend dieses schöne Stück Hamburg genießen können. Davon profitieren auch die Fußgänger, da sich die Lage in der engen Gasse entspannt.

Peter Neitzel, per E-Mail

Passive Polizei

29. März: Immer mehr Verdachtsfälle. Wenn Betrüger Unfälle bauen. Dienst­stelle un­ter­sucht jährlich mehr als 300 Fälle

Leider sind Polizei und Versicherung keine große Hilfe bei der Bekämpfung von Betrügern. Als ich im November 2015 die Polizei zu Hilfe rief, weil zwei Männer mir einen angeblichen Unfall andichten wollten, wurde ich vom Polizisten unter Strafandrohung ermahnt, ja keinen Betrugsvorwurf zu formulieren. Meine Strafanzeige wurde nicht aufgenommen, auch bei einem zweiten Versuch auf der Wache nicht. Meine später schriftlich an die Staatsanwaltschaft gerichtete Strafanzeige blieb bis heute unbearbeitet. Nur durch größte Hartnäckigkeit brachte ich die Versicherung dazu, die Forderung auf Schadenersatz abzulehnen. An einer Strafverfolgung hatte die Versicherung kein Interesse. Die Betrüger verklagten mich, traten mit falschen Zeugen und Lügengeschichten auf, die so absurd waren, dass der Richter nur den Kopf schüttelte – aber gegen die offensichtlichen Falschaussagen nichts weiter unternahm. Für die Täter gab es zwar keinen Erfolg – aber auch keine Strafe. Ihnen wurde durch die Passivität von Polizei, Versicherung und Gericht verdeutlicht: Macht ruhig weiter mit euren Betrügereien, es wird euch nichts passieren.

Bernd Dammann, Harburg

Mangel an Demokratieverständnis

29. März: Bundestag: Große Koalition ändert Regel für Alterspräsidenten

So, nun haben sie es doch getan. Das Kartell der "Demokraten" hat handstreichartig die Geschäftsordnung des Bundestages geändert, in der bisher festgelegt war, dass ein neu gewählter Bundestag immer vom ältesten Abgeordneten eröffnet wird. Dies hätte nach Lage der Dinge in diesem Jahr ggf. ein AfD-Abgeordneter sein können. Dies kann natürlich nicht sein, sagten sich da die Großkoalitionäre und änderten schnell die Geschäftsordnung. Was für ein Armutszeugnis und was für ein Mangel an Demokratieverständnis offenbart sich damit. Dieselben Leute postulieren aber seit Wochen, dass man die Pöbeleien, Beleidigungen und Nazivergleiche eines Erdogan aushalten müsse. Eine Eröffnungsrede eines demokratisch gewählten Abgeordneten kann man dagegen offenbar nicht aushalten. Erbärmlich!

Klaus Steffen, Hamburg

Fahrscheinpreise zu hoch

29. März: Blan­ke­nese bekommt Fähr­an­schluss. Förde Reederei See­tou­ris­tik startet tägliche Ver­bin­dung zwischen St. Pauli-Lan­­dungs­­­brücken und Elb­vor­or­ten

Wer noch mit dem reichhaltigen Unterelbeverkehr aufgewachsen ist, der einst über Blankenese, Wedel, Lühe, Lühesand, Glückstadt bis nach Cuxhaven reichte, und danach den Abstieg der Hadag erlebte, der kurz nach dem anmaßenden Fehltritt eines Chefs in die internationale Kreuzfahrt einsetzte, muss über diesen Ansatz froh sein und hoffen,

dass sich wieder ein Liniendienst eta­bliert. Der Blick nach Skandinavien erzeugte schon lange ein Unverständnis über die brachliegende Linienschifffahrt in der Region. Stockholm nahm diese Entwicklung nicht. Wenn Fernziele ­angesichts der Krisen an Attraktivität einbüßen, kommt die Zeit, dass unsere Naherholungsgebiete wiederentdeckt werden. Der Elbe- und auch der Alsterverkehr harren angesichts verstopfter Straßen der Wiedereinführung des Linienverkehrs. Einen Unterschied zu damals gibt es noch: Preise zwischen 18 und 30 Euro für eine Einzelperson für Hin- und Rückfahrt sind zu hoch. Der Linienverkehr in den 1950er- bis 70er-Jahren war dagegen für jedermann und besonders für Familien erschwinglich.

Peter Schmidt, Wedel

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