Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 28. April 2017

Metropolregion mit einbeziehen

27. April: 1,86 Millionen – Hamburg meldet Ein­woh­ner-Re­kord

Hurra! Noch mehr Quiddjes. Und das Ziel des Bürgermeisters ist: Hamburg muss den Ehrgeiz haben, die große europäische Metropole zu sein, die wächst und in der das Leben dennoch bezahlbar ist. Was für ein Leben ist das, was sich der Bürgermeister da vorstellt? Im Stau stehen? Noch mehr Gedränge in Straßencafés? Verschmutzte Luft einatmen? Einen hohen Lärmpegel und höhere Kriminalität ertragen? Und das alles bei einem Einkommen, das das Leben in dieser Stadt kaum noch bezahlbar macht. Und warum eigentlich europäische Metropole? Warum nicht europäische Metropole in der Metropolregion Hamburg mit dem Ziel, diese Metropolregion zum Vorteil aller dahingehend zu entwickeln, dass es sich in der gesamten Region, einschließlich der Metropole Hamburg, gut leben lässt? Das ist durchaus machbar, erfordert aber Aktionen statt ewiger Lippenbekenntnisse. Als erster Schritt ist die Ausarbeitung eines Masterplans für die Entwicklung der Metropolregion erforderlich, auch wenn das angesichts des föderalistischen Systems erhebliche Flexibilität und vor allem Übernahme von Gesamtverantwortung der Politiker erfordert. Und das darf der Bürger doch wohl erwarten.

Hans-Peter Hansen, Hamburg

Lieber Wohnungen bauen

27. April: Neue Arena an der Alster

In dieser Toplage am Rothenbaum sollte man doch lieber Wohnraum schaffen. Mal ganz abgesehen davon, dass ein Stadion dieser Größenordnung an der Alster städtebaulich nicht gerade ein besonders attraktives Bild abgibt und der Grundstückspreis exorbitant ist, gehört es schon allein aus verkehrstechnischen Gründen an den Rand der Stadt. Zentraler Flughafen und zentrales Messezen­trum haben uns doch gelehrt, welche Probleme zu erwarten sind.

Uwe-Carsten Edeler, Hamburg

Berechtigte Kritik darf sein

26. April: Der Eklat von Jerusalem. Israels Premier Netanjahu brüskiert Außenminister Gabriel

Für mich geht das Besuchsprogramm von Außenminister Gabriel völlig in Ordnung. Die Siedlungspolitik Israels ist absolut kontraproduktiv zur Erlangung einer Befriedung dieser Region, die doch so bitter nötig wäre. Um nicht missverstanden zu werden: Ich unterscheide strikt zwischen dem Judentum und dem Staat Israel. Die Religion bleibt für mich unantastbar; mit dem Staat und seiner Politik darf und muss man sich aber durchaus auseinandersetzen und Dinge, die unserem Rechtsverständnis widersprechen, anprangern.

Harald Fischer, Quickborn

Engstirnig und unhöflich

26. April: Eine Chance ist vertan. Der Eklat zwischen Netanjahu und Gabriel schadet Deutschland und Israel

Es ist nicht Aufgabe des Außenministeriums, ein unfallfreies Besuchsprogramm zu erstellen, sondern gerade im Hinblick auf die historisch belastete Beziehung für eine möglichst friedliche und gerechte Entwicklung in der Region beizutragen. Mit dem Siedlungsprogramm torpediert Israel jedoch diese Bemühungen und stellt sich damit gegen die Uno, gegen die gesamte EU und auch gegen die USA (zu Zeiten von Barack Obama). Wenn die Bundesregierung sogar in Russland oder in China bei Besuchen mit Vertretern von Menschenrechtsorganisationen und NGOs sprechen kann, dann zeigt sich, wie engstirnig und unhöflich der israelische Premier gehandelt hat. Es gereicht Ga­briel zur Ehre, dass er sich nicht hat erpressen lassen und seine Gespräche wie geplant geführt hat.

Hans Dieter Wolf, per E-Mail

Sparschwein statt Versicherung?

26. April: Hamburger Rentner gegen Abgaben bei privater Vorsorge

Ich habe lange, bevor davon die Rede war, erkannt, dass meine Rente für einen auskömmlichen Ruhestand nicht reichen würde. Anfang der 90er-Jahre habe ich eine Direktversicherung bei meinem Arbeitgeber abgeschlossen. Mein 13. Gehalt kam in die Direktversicherung. Mein Arbeitgeber hat nichts dazugezahlt. Dies ist also keine Betriebsrente. Hätte ich damals gewusst, das im Jahr 2004 ein Gesetz von mir verlangt, 120 Monatsbeiträge für die Krankenkasse (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil) bei der Auszahlung abzuführen, hätte ich diese Versicherung nie abgeschlossen. Man wird angehalten, für die Rente vorzusorgen, und wenn man das macht, wird man hinterher dafür bestraft. Vielleicht sollte man doch bei dem Sparschwein bleiben.

Sonja Starke, per E-Mail

Bedenklicher Fahndungserfolg

26. April: Polizei be­schlag­nahmt 1500 ge­stoh­lene Räder

Das, was auf den ersten Blick wie ein großer Fahndungserfolg aussieht, muss doch nachdenklich stimmen. Denn es ist in Hamburg offensichtlich möglich, über einen längeren Zeitraum unbehelligt großhandelsmäßig Fahrrad-Hehlerei zu betreiben – mit einem größeren "Warenlager", als es die meisten legalen Händler vorhalten. Als jemand, dem mehrfach das Fahrrad gestohlen wurde, bin ich einigermaßen entsetzt.

Dr. Jan Thieme, Hamburg

Techniker wussten Bescheid

26. April: Kälte macht Diesel noch schmutziger

Die Motorentechniker haben auf jeden Fall gewusst, dass ein Zusammenhang zwischen Umgebungstemperatur und Schadstoffemission besteht. Denn das war doch der Grund dafür, dass die Prüfstandsmessungen nur in einem begrenzten, günstigen Temperaturbereich vorgenommen wurden. Praxisgerechte Abgasmessungen waren für die Norm nicht vorgesehen. Das hat man erst in den USA in aller Öffentlichkeit gemacht.

Klaus Matthies, Hamburg

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