Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 18. Mai 2017

Großer Stress für Schüler

17. Mai: El­tern­wahl­recht? Weg damit! Das System erzeugt fast nur Verlierer und sollte endlich abgeschafft werden

Vielen Dank für die klaren Worte. Es ist wie bei "Des Kaisers neue Kleider". Alle sehen das Problem, aber niemand nennt es beim Namen: Die Politiker fürchten um Wählerstimmen, die Schulleiter sind froh über mehr Schüler, die Lehrer haben einen Maulkorb und die Eltern mit Kindern auf dem Gymnasium ohne Empfehlung kein Interesse. Ein Kind mit einer Vier in Mathe oder Deutsch in der vierten Klasse hat auf dem Gymnasium nichts zu suchen. Ein Gymnasium hat aber keine Möglichkeit, gegen die beratungsresistenten Eltern solcher bedauernswerten Kinder etwas auszurichten. Natürlich gibt es immer Grenzfälle, und eine Reihe von Schülern ohne Empfehlung schafft die Versetzung nach Klasse 7. Die Frage bleibt aber, ob der Stress für sie nicht zu groß ist. Und genau deren Eltern klagen dann darüber, dass ihren Kindern keine Freizeit mehr bleibt.

Michael Lange, per E-Mail

Entscheidung zulasten der Bürger

16. Mai: Diesel-Fahrverbot betrifft 239.000 Fahrzeuge in Hamburg

Politik sollte vorausschauend und für den Bürger verlässlich und planbar sein. Ein Verbot der Durchfahrt für Dieselfahrzeuge, zum Beispiel in der wichtigen Verbindungsstraße Max-Brauer-Allee, bedeutet für die betroffenen Eigentümer nichts anderes als Enteignung durch Wertverlust. Eine derart folgenreiche Maßnahme hätte eine langfristige Planung und frühzeitige Information der Verbraucher erfordert, um rechtzeitig reagieren zu können. Derartig politisch kurzsichtige Schnellschüsse zulasten vieler Bürger werden das Vertrauen in den Senat aus SPD und Grünen auch in Hamburg schwer belasten.

Patricia Bürger-Schwolow, per E-Mail

Mit dem Bus fährt man besser

Der Homo sapiens hat zwei Beine, die ihn erstaunlich schnell und weit tragen können. Das zeigen Sportwettkämpfe jeder Art. Herr Thering (CDU) ist offenbar mit einem Gasfuß auf die Welt gekommen. Deshalb kann er sich die Fortbewegung nur in einem Automobil vorstellen. Mit diesem muss er möglichst nah an sein Ziel gelangen, um die letzten Meter auf vorgenanntem Gasfuß ins Rathaus oder zu Aldi zu hinken. Wohl deshalb braucht er überall Parkplätze. Angesichts des begrenzten Raums und der Umweltbelastungen in der Stadt ist es doch sinnvoller, auf raumsparende und umweltschonende Verkehrsmittel zu setzen: Wer sich auf seine Beine verlassen mag, fährt mit Bus, Bahn und Rad besser.

Jürgen Beeck, Hamburg

Feuerwerke abschaffen

Sie schreiben: "Laut Luftreinhalteplan soll die Stadt als Vorbild in Sachen Luftreinhaltung agieren …" Wenn die Stadt es damit ernst meint, müsste sie auch solche Veranstaltungen abschaffen, mit denen sie selbst ein Vielfaches an Umweltbelastung organisiert: diese unsäglichen Harley Days, den Hafengeburtstag mit Schlepperballett, die Cruise Days, das Alstervergnügen, die Feuerwerke zu jeder Gelegenheit. Doch alles, was irgendwie Geld in die Stadtkasse spült, bleibt von Einschränkungen natürlich verschont. Wären die Umwelt-Regenten konsequent, würden sie – noch vor dem Diesel-Bann – erst mal beim Knallkörperstandort Deutschland ansetzen.

Michael Kuball, Hamburg

SPD hat Gelegenheit verpasst

16. Mai: Nach der Nie­der­lage bei der Land­tags­wahl in Nord­rhein-West­fa­len. Schulz sucht Profil

Nichts könnte treffender den traurigen Zustand der einstigen Volkspartei SPD beschreiben als dieser Artikel. Ein Spitzenkandidat, der anscheinend weder politische Ziele noch ein entsprechendes Programm hat und stattdessen sein "Profil" sucht. Dieses ist jedoch erneut nur eine Aneinanderreihung politischer Gemeinplätze. Wurde die SPD in NRW nicht gerade deshalb abgewählt, weil dort die Infrastruktur marode ist, die Kinderarmut zunimmt und das Sicherheitsgefühl der Bürger anscheinend gelitten hat? Gab es dort nicht ausgiebige Versuche schulischer Reformen zum Unmut der Eltern und der Schüler? Dort wie im Bund hatte die SPD seit Jahren als regierungsverantwortliche Partei ausreichend Gelegenheit, sich dieser Themenfelder anzunehmen. Warum sollten die Wähler nun auf ein eilig zusammengeschustertes "Programm" des Kandidaten Schulz vertrauen, das zudem recht beliebig wirkt? Anstatt stets vor jeder Wahl zu betonen, was man tun möchte, sollte eine Regierungspartei ein klares Programm aufstellen und dieses nach der Wahl in die Tat umsetzen.

Klaus Wenzel, per E-Mail

Profil kann man nicht lernen

Entweder hat ein Mensch Profil, oder er hat es nicht. Wenn ein Politiker dieses sucht, wird er keinen Erfolg haben. Profil lernen geht nicht. So wird Martin Schulz wohl lange suchen müssen, um sich wenigstens eine Pseudo-Profil-Maske überstülpen zu können. Aber welcher Art die Maske auch sein möge – sie wird immer den wahren Charakter durchscheinen lassen. Es gibt und gab einige Politiker, die Profil haben bzw. hatten. Ein hervorragendes Beispiel in meinen Augen war Helmut Schmidt. Dessen klare Sprache verstand jeder, ihm konnte man glauben, was er sagt. Der tolle Martin sagt viel, aber er bleibt eben wenig konkret und wirkt dadurch nicht sehr überzeugend. Ich wäre sehr froh, wenn er bei der kommenden Bundestagswahl als Verlierer aus dem Ring gehen würde.

Dietrich Schaefer, Hamburg

Grandiose Karikatur

16. Mai: Karikatur zur NRW-Wahl: Ich hab doch gar nichts gemacht

Die grandiose Karikatur hängt bei uns am Kühlschrank. Besser und knapper geht nicht. Gratulation dem Hamburger Abendblatt und dem Zeichner Mario Lars. Danke!

Günter Wahle, Reinbek

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