Gefahr im Garten

Giftige Zucchini: So erkennen Sie Cucurbitacin

Zucchini können den Giftstoff Cucurbitacin enthalten

Foto: Andrea Warnecke / dpa

Zucchini können den Giftstoff Cucurbitacin enthalten

Tödlicher Bitterstoff in der Zucchini: Gemüse aus dem eigenen Garten gilt eigentlich als besonders gesund - einem 79-jährigen Mann in Heidenheim (Baden-Württemberg) jedoch wurde es zum Verhängnis.

Hamburg.  Tödlicher Bitterstoff in der Zucchini: Gemüse aus dem eigenen Garten gilt eigentlich als besonders gesund - einem 79-jährigen Mann in Heidenheim (Baden-Württemberg) jedoch wurde es zum Verhängnis. Er starb an einer schweren Vergiftung durch eine selbst angebaute Zucchini.

Der Rentner hatte einen Auflauf mit dem Gemüse gegessen, obwohl die Mahlzeit sehr bitter schmeckte. Er ignorierte damit den botanischen Warnhinweis, mit dem Pflanzen signalisieren, dass sie giftig sind.

Zucchini, Kürbisse und Gurken gehören zur Familie der Kürbisgewächse, lateinisch Cucurbitaceae. Der Name bezieht sich auf eine Gruppe von 20 Bitterstoffen, das Cucurbitacin. Unter den einzelnen Stoffen sind einige besonders giftig, etwa Amarin. "Bitterstoffe haben die Funktion, Pflanzen vor Schädlingen zu schützen", sagt Dr. Petra Schwarz, Leiterin des Nutzpflanzenmuseums am Biozentrum Klein Flottbek (Loki-Schmidt-Haus). "Der bittere Geschmack zeigt an, dass die Pflanze giftig ist."

Cucurbitacin sei extrem giftig und extrem bitter, sagt Schwarz – "mich wundert es, dass der Mann die Zucchini überhaupt gegessen hat". Tatsächlich habe der Heidenheimer Rentner berichtet, dass "es furchtbar bitter geschmeckt hat", sagt Norbert Pfeufer, Ärztlicher Leiter der zentralen Notaufnahme im Klinikum Heidenheim. Dort war der 79-Jährige zusammen mit seiner Frau vor zwei Wochen mit Anzeichen einer Magen-Darm-Infektion aufgenommen worden. Der Rentner sei bereits am Sonntag an den Folgen der schweren Vergiftung gestorben, sagt Pfeufer. Die Frau habe nur eine kleine Menge gegessen und überlebt.

Als Familienmitglied der Cucurbitaceae enthält Zucchini von Natur aus Bitterstoffe. Doch diese seien herausgezüchtet worden, sagt Petra Schwarz. "Die gängigen Sorten sind Hybridpflanzen. Wenn Hobbygärtner aus ihnen Saatgut gewinnen, dann spaltet sich das Erbgut in verschiedene genetische Linien auf. So kann es geschehen, dass in den Nachkommen wieder Bitterstoffe vorhanden sind." Sie warnt deshalb davor, aus den Gartengewächsen Saatgut zu gewinnen – die Hersteller von handelsüblichem Saatgut müssten nachweisen, dass es rein ist.

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