Glaubensgemeinschaft

Extremismus-Vorwurf: Russland verbietet Zeugen Jehovas

Die christliche Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas ist dafür bekannt, ihre Schriften an Passanten zu verteilen. In Russland wurde die Organisation nun verboten.

Foto: imago stock&people

Die christliche Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas ist dafür bekannt, ihre Schriften an Passanten zu verteilen. In Russland wurde die Organisation nun verboten.

Die Zeugen Jehovas sind als Glaubensgemeinschaft umstritten. In Russland wurde sie nun verboten. Sie sei eine Gefahr für die Menschen.

Moskau.  Die Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas wird in Russland verboten. Der Oberste Gerichtshof entschied am Donnerstag, dass es sich um eine extremistische Organisation handelt, wie russische Nachrichtenagenturen berichteten. Demnach wird das gesamte Eigentum an den Staat übertragen.

Die Gemeinschaft selbst kündigte an, vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu ziehen. "Wir tun alles, was möglich ist", sagte ihr Vertreter Sergej Tscherepanow.

Behörden: Zeugen Jehovas säen Hass

Die russischen Behörden hatten bereits mehrere Veröffentlichungen der Zeugen Jehovas verboten. Ermittler stellen sie als Organisation dar, die Familien zerstört, Hass sät und eine Gefahr für Menschenleben ist.

Die christliche Gemeinschaft weist dies zurück. Die Zeugen Jehovas sind vor allem dafür bekannt, für ihren Glauben an Haustüren und mit dem Verteilen von Büchern und Heften zu werben sowie Wehrdienst und Bluttransfusionen abzulehnen. Weltweit haben sie etwa acht Millionen Anhänger. (rtr)

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