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Kitasuche

Foto: Hendrik Jonas

Die erste Abnabelung ist schwer. Aber irgendwann muss oder möchte die Mutter – oder der Vater – zurück in den Job. Wo bleibt dann das Kind? Welche Kita ist die richtige? Und wie läuft das mit dem Kita-Gutschein? Ein Überblick.

Einige Eltern meinen, mit der Suche nach einem Kita-Platz könne man gar nicht früh genug anfangen. Geschichten von Auswahlverfahren und ellenlangen Wartelisten verunsichern sie, und so kommt es nicht selten vor, dass noch schwangere Frauen auf Besichtigungstour gehen. Kita-Leiterinnen winken dann oft ab: Bekommen Sie erst Ihr Kind, dann sehen wir weiter.

Verrückte Welt. Tatsächlich kann es in kinderreichen Stadtteilen manchmal eng werden mit den Betreuungsplätzen, vielleicht klappt es auch nicht auf Anhieb bei der Wunsch-Kita. Doch wer sich gut vorbereitet, meistert die Suche letztlich.

Falls es Zweifel gibt, ob eine Fremdbetreuung überhaupt angeraten ist: Viele Untersuchungen zeigen, dass Kinder von einer Betreuung in einer guten Einrichtung profitieren. Sie bieten eine Fülle an Anregungen, die Kinder lernen daher viel. " Kita-Kinder haben oft einen besseren Wortschatz, können besser lesen und zeigen später bessere Schulleistungen", sagt Hans-Günther Roßbach, Professor für Erziehungswissenschaften an der Universität Bamberg. "Heute findet man auch keine Hinweise, dass sich der Kita-Besuch negativ auf die Mutter-Kind-Bindung auswirkt."

Welche Kita ist die richtige?

Zunächst steht die große Frage im Raum, welche Kita es denn sein soll. Das hängt von verschiedenen Faktoren ab: vom Angebot und von den Bedürfnissen der Eltern.

Die Auswahl in Hamburg ist groß: Es gibt öffentliche und private Träger, auch Kirchengemeinden und Wohlfahrtsverbände betreiben Kitas. Manche Häuser warten mit besonderen pädagogischen Konzepten auf, haben zum Beispiel Kunst, Musik oder Bewegung als Schwerpunkt, setzen auf Zweisprachigkeit oder orientieren sich an der Waldorf- oder Montessori-Pädagogik.

Eltern sollten sich überlegen, was ihnen wichtig ist. Praktische Aspekte spielen eine große Rolle: Soll die Kita gut erreichbar sein? Nehmen die Eltern für ein besonderes Angebot längere Anfahrtswege in Kauf, auch bei Regen und im Winter? Passen die Öffnungszeiten zum Job? Für manche Eltern ist es gut, wenn die Kita in der Nähe der Arbeitsstelle ist, Betriebskindergärten bieten sich dann an. Doch wie ist es an freien Tagen? Wichtig ist vielen auch die durchgängige Betreuung, etwa in den Ferien. All das kann eine Entscheidung beeinflussen. Daher ist es ratsam, eine Liste anzulegen mit den eigenen Anforderungen. Das erleichtert den Vergleich.

Entscheidend ist auch: Was bietet die Kita? Was macht eine gute Einrichtung aus? Dafür gibt es keine einheitlichen Kriterien. "So lange es keine Gütesiegel für die Qualität in Kitas gibt, ist es letztlich eine Bauchentscheidung", sagt Roßbach. Dafür brauchen Eltern Informationen. Womit beschäftigen sich die Kinder den ganzen Tag? Womit spielen sie, wie sind die Räume gestaltet und ausgestattet? Kommen sie oft an die frische Luft, haben sie Platz zum Spielen und Toben? Haben sie die Möglichkeit, sich kreativ auszudrücken, zu musizieren, zu malen, zu basteln oder zu experimentieren? Inwiefern wird auf individuelle Neigungen eingegangen? Nicht zuletzt: Was bekommen die Kinder zu essen? Wird vor Ort frisch gekocht?

Noch wichtiger ist die Stimmung – und das Gefühl: Könnte sich mein Kind hier wohl fühlen? Ist der Umgang liebevoll? Ausschlaggebend kann auch die Betreuungssituation sein: Wie groß sind die Gruppen? Gibt es feste Bezugspersonen für die Kinder oder wechselt das Personal häufig? Gibt es männliche Erzieher? Für Jungen wäre das gut.

Solche Fragen sind am besten vor Ort zu klären. Kitas bieten in der Regel Infoabende oder -nachmittage an, an denen die Leitung das Haus und ihr pädagogisches Konzept vorstellt. Oft sind auch Erzieher anwesend. Wenn Eltern Interesse an einer Einrichtung haben, sollten sie hingehen, sich einen Eindruck verschaffen, die Menschen dort kennen lernen. Auch hier gilt es, Prioritäten zu setzen. Nicht jede Kita kann alles erfüllen.

Wenn die Wunsch-Kita gefunden ist, folgt ein weiterer Punkt: Der Kita-Gutschein muss beantragt werden.

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