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Hausbau

Foto: Hendrik Jonas

Der Weg zu den eigenen vier Wänden ist lohnend aber auch voller Fallstricke. Von der Grundstückssuche bis zum Einzug gibt es viele Dinge zu beachten.

"Das Problem in Hamburg ist bereits, zu einem fairen Preis ein geeignetes Grundstück zu finden", sagt Architekt Lars Beckmannshagen, vom Hamburger Zentrum für Energie, Bauen, Architektur und Umwelt, ZEBAU. " Sind interessante Objekte auf dem Markt, werden die schnell von Investoren aufgekauft." Lässt man sich davon nicht beirren, steht am Anfang die umfassende Information: Wie sieht es etwa mit Schulen, Ärzten, Einkaufsmöglichkeiten und der Anbindung an der öffentlichen Nahverkehr aus? Gibt es im Untergrund Altlasten und Bodenverunreinigungen, die aufwändig saniert werden müssten?

Der Bebauungsplan ist das A und O

Ist der richtige Platz gefunden, stellt sich die Frage nach dem gültigen Bebauungsplan. Darin ist geklärt, was und wie viel auf dem Grundstück gebaut werden darf und gegebenenfalls auch, wie das neue Gebäude aussehen muss. Zudem ist dort festgelegt, ob sich der Bauplatz in einem Wohn- oder Mischgebiet mit erlaubter industrieller oder gewerblicher Nutzung befindet. Letzteres kann bedeuten, dass sich das neue Heim unversehens in der Nachbarschaft feuergefährlicher, geruchsbelästigender oder lärmträchtiger Einrichtungen und Betriebe befindet. Ähnliches gilt für elektrische Überlandleitungen oder Mobilfunkmasten, die später vielleicht den Wohnkomfort mindern. Manches Übel ist vielleicht auch erst in Planung, wie etwa Schnellstraßen, Eisenbahnlinien oder Einflugschneisen.

Sind alle Fragen geklärt, steht der Gang zum Notar an, um den Kaufvertrag abzuschließen. Vor der Unterzeichnung ist eine anwaltliche Beratung sinnvoll. "Wenn man sich ein Grundstück kauft, dann muss man ggf. auf Kontaminierungen achten und auf Kampfmittel", sagt der Hamburger Notar Andre Vollbrecht. "Es gibt gerade in Hamburg viele Kampfmittelverdachtsflächen. Wird eine Räumung fällig, können ganz erhebliche Kosten entstehen." Der Vertrag sollte etwa eine Klausel enthalten, die dem Käufer im Falle von Bodenbelastungen ein Rücktrittsrecht einräumt.

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