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Einschulung

Foto: Hendrik Jonas

Soll mein Kind die Vorschule in der Kita oder in der Grundschule besuchen? Was sind GBS und GTS? Vor der Einschulung stehen eine Reihe von Entscheidungen

Gerade erst scheint das Kind in die Kita gekommen zu sein, da flattert schon ein Brief der zuständigen Grundschule ins Haus: die Einladung zur Vorstellung. Das Kind ist etwa viereinhalb Jahre alt, die Einschulung liegt noch in weiter Ferne. "Wieso jetzt schon?", fragen sich viele Eltern und verfallen in leichte Panik – völlig ohne Grund.

"Das ist der Erstkontakt der Grundschule und damit auch der Schulbehörde zu dem Kind und dessen Eltern", sagt Behördensprecher Peter Albrecht. Dabei soll der allgemeine Entwicklungsstand und ein möglicher Förderbedarf insbesondere in Sachen Sprachentwicklung festgestellt werden. "Ist der vonnöten, erhalten die Kinder verpflichtenden Sprachförderunterricht, der in der Kita oder in der Schule durchgeführt wird", erläutert Albrecht. Diese Vorstellung ist nicht mit der Schuleingangsuntersuchung zu verwechseln, zu der die Gesundheitsämter im Jahr vor der Einschulung einladen und bei der das Kind auf seinen gesundheitlichen, motorischen und allgemeinen Entwicklungsstand untersucht wird.

Schuleingangsuntersuchung: Spielerisch und ohne Druck

Während der Vorstellung in der Grundschule müssen die Vierjährigen etwas malen, Gegenstände zuordnen und ein wenig von sich erzählen. Sehr spielerisch und völlig ohne Druck gehen diese Gespräche in der Regel vonstatten. "Es bringt nichts, sein Kind darauf vorzubereiten oder ihm gar Angst zu machen", sagt die Leiterin der staatlichen Kita Emilienstraße, Gesa Löbner-Bonk. Natürlich könne ein Kind mal einen schlechten Tag haben und male die Kästchen nicht ordentlich aus. Das wüssten die Schulleiter dann aber in der Regel sehr genau einzuschätzen.

Für die Eltern kommt dann meist schon die erste Frage auf: Soll das Kind die Vorschule in der Kita besuchen oder in der Grundschule? "Das ist meist eine sehr individuelle Entscheidung", gibt die Sozialpädagogin Löbner-Bonk zu bedenken. Inhaltlich folgen beide den gleichen Lehrplänen, in den Kitas werden die in der Regel nur flexibler gehandhabt, die Vorschule an den Grundschulen ist straffer organisiert. "Die Vorschulprogramme in der Kita haben enorm aufgeholt und sind nicht mehr mit irgendwelcher Kuschelpädagogik zu bezeichnen", sagt der Leiter der Landesgruppen des Grundschulverbandes, Stefan Kauder. Die Kita Emilienstraße zum Beispiel bietet ihren Vorschülern ein gemixtes Programm mit festen Lernvorgaben und freien Angeboten.

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