"Hannover-Deklaration"

Japan und Deutschland vereinbaren Digital-Kooperation

Japan ist Partnerland der CeBIT 2017.

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Japan ist Partnerland der CeBIT 2017.

Japan und Deutschland wollen im digitalen Wandel enger kooperieren. In einer "Hannover-Deklaration" legten beide Grundzüge ihrer Kooperation fest. Es geht um neue Wege in der Technologie - und den damit verbundenen Wandel der Gesellschaft.

Hannover. Deutschland und Japan suchen bei der Digitalisierung den Schulterschluss. In einer am Sonntag unterzeichneten "Hannover-Deklaration" seien Bereiche der Zusammenarbeit definiert worden, sagte Staatssekretär Matthias Machnig aus dem Bundeswirtschaftsministerium auf der IT-Messe CeBIT in Hannover.

Dazu gehörten neben dem autonomen Fahren die künstliche Intelligenz oder die Datenanalytik. "Japan und Deutschland gehen einen ähnlichen Weg in der Digitalisierung", betonte Machnig am Montag. Die Zusammenarbeit solle auch in einer digitalen Agenda für der Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) münden, der Deutschland aktuell vorsteht.

Schon bei der Eröffnung am Vorabend hatten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Shinzo Abe, der Ministerpräsident des diesjährigen Partnerlandes Japan, für eine intensivere Kooperation und einen freien und fairen Welthandel ausgesprochen. Ähnlich wie Merkel betonte auch Machnig am ersten Messetag, Europa sei oft langsam bei der Digitalisierung. Ein weltweiter freier Datenverkehr sei für die Digitalisierung wichtiger Eckpfeiler: "Wir brauchen keine Mauern, wir brauchen Offenheit und Zusammenarbeit", sagte er.

"Die gestrige Hannover-Deklaration soll die industrielle Kooperation vorantreiben", sagte der Generaldirektor für die Digitalwirtschaft in Japans Wirtschaftsministerium, Hiyoshi Mori, auf der CeBIT. Es gehe vor allem um die Frage, wie die industrielle Wertschöpfung durch die Digitalisierung vorangebracht werden könnte. Japan und Deutschland seien beides Spitzenanbieter bei der Automobilproduktion und hätten gerade bei der Entwicklung des autonomen Fahrens viele gemeinsame Fragen und Ausgangspositionen. "Japan ist ein Labor der Zukunft, das wir von hier in Deutschland mit der Lupe anschauen sollten", sagte der Präsident des Digital-Branchenverbands Bitkom, Thorsten Dirks.

Jeder vierte der weltweit führenden Technologiekonzerne habe seinen Sitz in Japan, das Land sei im internationalen vergleich eine der führenden Nationen beider Digitalisierung. Das gelte auch beim demografischen Wandel, der das asiatische Land früher als Deutschland zur Suche nach Lösungen - etwa durch Pflege-Roboter - gezwungen habe.

Auch Fujitsu-Chef Masami Yamamoto betonte, dass bei allen technologischen Umbrüchen der Mensch stets im Mittelpunkt bleiben müsse. Sein Forderungskatalog für die Beschleunigung des digitalen Wandels legte daher unter anderem den Akzent auf einen größeren gesellschaftlichen Konsens, aber auch einen Ausbau der Sensorproduktion, Energieeinsparungen, eine Standardisierung bei der Datennutzung sowie eine ausgewogene Balance aus Datenschutz und freiem Datenverkehr. Die fünftägige Messe will in diesem Jahr neue Technologien wie Roboter, künstliche Intelligenz oder Drohnen in konkreten Anwendungsbeispielen präsentieren.