Prozesse

Skelett im Brunnen: Zeuge wird in Mordprozess befragt

Der Sitz von Landgericht und Staatsanwaltschaft in Neuruppin.

Foto: dpa

Der Sitz von Landgericht und Staatsanwaltschaft in Neuruppin.

Neuruppin/Neubrandenburg. Im Fall des in einem Brunnen gefundenen Skeletts geht der Mordprozess heute am Landgericht Neuruppin mit der Anhörung eines Zeugen weiter. Das Skelett des Opfers war vor zwei Jahren in einem uckermärkischen Brunnen entdeckt worden. Angeklagt ist der 34 Jahre alte Ex-Freund des Neubrandenburgers. Der Zeuge hatte in Vernehmungen erklärt, dass ein anderer Mann, ein ehemaliger Mitbewohner des Opfers, den Geschäftsmann erschlagen habe. Die Anklage habe diese Aussagen aber ausgeblendet, hatte Verteidiger Andreas Boine moniert. Stattdessen habe sie sich früh auf seinen Mandanten als Täter "eingeschossen". Die Nebenklage entgegnete, es habe Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Zeugen gegeben, denn dieser habe im Ermittlungsverfahren seine Aussage zurückgezogen.

Dem Ex-Freund des Getöteten wird Mord aus Habgier und niederen Beweggründen vorgeworfen. Die Ermittler nahmen den Mann Anfang 2017 in Dresden fest, weil er die Geschäfte des Opfers weiterbetrieben und zum Teil auch dessen Identität genutzt hatte.

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