Norderstedt
Norderstedt

Tanznachmittag nicht nur für Demenzkranke

Foto: Burkhard Fuchs / HA

Viermal im Jahr findet beim DRK in Norderstedt ein Nachmittag für an Demenz erkrankte Senioren und deren Angehörige statt .

Norderstedt.  Beschwingt und fröhlich vergessen die alten Menschen und ihre Angehörigen für ein paar schöne Stunden den schwierigen Alltag. Viermal im Jahr lädt der Arbeitskreis Demenz Norderstedter Senioren, die an Demenz oder der Alzheimer-Krankheit leiden, zum Tanz-Café in die Räume des Deutschen Roten Kreuzes am Kielort-ring in Norderstedt ein. "Für die alten Menschen ist das eine hervorragende Abwechslung, bei der vergessen geglaubte Erinnerungen wieder wach werden", sagt Elisabeth Hartojo vom Norderstedter Bildungsträger Adasoft. "Und den pflegenden Angehörigen bietet sich hier so die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen einmal auszutauschen, die ihre Lieben zu Hause alleine pflegen müssen."

Adasoft kooperiert bei diesen Tanzcafés mit dem Pflegestützpunkt des Kreises Segeberg, der sich mit zahlreichen Informations- und Gruppenangeboten sowie Ausbildungskursen für pflegende Angehörige in der häuslichen Pflege um die rund 4500 Demenzkranken im Kreis Segeberg kümmert.

Das Demenz-Café-Angebot ist nicht nur eine willkommene Abwechslung für die Betroffenen und ihre Partner. Es dient auch der Ausbildung von bislang Berufsfremden in der Altersbetreuung, erläutert Dirk Hamdorf. So würden bei Adasoft seit fünf Jahren sogenannte Alltagsbegleiter für pflegebedürftige Senioren ausgebildet. Dies geschieht über einen Zeitraum von fünf Monaten in Kursen, die theoretische und praxisnahe Anteile beinhalten.

So lernen die angehenden Seniorenbetreuer in diesen Lehrgängen die wichtigsten Aussagen zu den Krankheitsbildern und der Gesetzeslage, erläutert die Ausbildungsleiterin Heidlinde Brakopp. In zwei jeweils vierwöchigen Praktika in verschiedenen Pflegeheimen erfahren sie zudem, wie die stationäre Altenbetreuung von demenzkranken Menschen heute aussieht und was es dabei zu beachten gilt.

"Das ist eine so schöne und sinnvolle Aufgabe. Ich brenne dafür", sagt Clarissa Siebert, die von dieser Seniorenarbeit nach eigenen Worten hellauf begeistert ist und extra aus Bad Bramstedt dafür täglich nach Norderstedt fährt. Es sei so wichtig, die Pflegekräfte in den Heimen zu entlasten, indem sie als Alltagsbetreuerin den alten Menschen etwas vorlese, mit ihnen singe oder sich anderweitig sinnvoll mit ihnen beschäftige.

Gut 250 Alltagsbegleiter seien inzwischen in Norderstedt ausgebildet worden, die nun fast alle in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen meist in Teilzeit die Seniorenarbeit unterstützten, sagt Heidlinde Brakopp. "Unsere Vermittlungsrate beträgt jetzt 90 Prozent", sagt sie stolz.

Das nächste Demenz-Café beim DRK am Kielortring 51 in Norderstedt findet am Dienstag, 15. August, in der Zeit von 15 bis 17 Uhr statt. Die Teilnahme ist für alle – Angehörige und Demenzkranke – kostenlos. Für Kaffee und Kuchen sorgen die Altenheime, für die Tischdekoration die Alltagsbetreuer in Ausbildung.

© Hamburger Abendblatt 2017 – Alle Rechte vorbehalten.

Abendblatt Digital

Testen Sie jetzt 2 Wochen gratis das digitale Hamburger Abendblatt!