Stormarn
FUSSBALL

Peters schießt Eichede zum nächsten Heimsieg

Ridel Monteiro (v. l.), Mats Facklam und Nico Fischer feiern den Doppeltorschützen Christian Peters

Foto: Thomas Jaklitsch / HA

Ridel Monteiro (v. l.), Mats Facklam und Nico Fischer feiern den Doppeltorschützen Christian Peters

Regionalligafußballer feiern 2:1 gegen VfV Hildesheim. Nun gastiert das Schlusslicht zum dritten Mal in Folge beim Vorletzten.

Steinburg.  Eine ausladende Armbewegung, den Kopf dabei gen Boden beugend – so feierte Christian Peters seinen Doppelpack. "Wir haben vor dem Spiel besprochen, dass wir den Zuschauern eine gute Show bieten wollen. Dazu gehört natürlich eine Verbeugung", begründete der Artist des Tages den spontanen Jubel nach seinem zweiten Treffer. Dank ihres jungen Stürmers haben die Fußballer des SV Eichede den VfV Hildesheim mit 2:1 (2:0) besiegt und im Abstiegskampf der Regionalliga Nord abermals vor heimischem Publikum neue Hoffnung aufkeimen lassen.

"Manege frei" verkündet im Zirkuszelt normalerweise der Direktor. In Eichede waren es die freundlichen Gäste aus Hildesheim, die eine gelungene Vorstellung des SVE einleiteten. Nach einer durch Ridel Monteiro kurz ausgeführten Ecke verzichtete der VfV auf das Verteidigen, Peters durfte die Hereingabe Lucas Lohmanns zum 1:0 verwandeln (9. Minute). Eine Flanke von Kapitän Nico Fischer nutzte der 20-Jährige, der wohl nur wegen der Gelb-Sperre von Evgenij Bieche in die Startelf gerückt war, per Kopf zum 2:0 (23.) und verbeugte sich dann in Richtung Bank. Es war die Krönung der exzellenten Anfangsphase. Hildesheims Trainer sah seine Schützlinge derweil – böse ausgedrückt – umherstolpern wie die Clowns. "Peinlich, einfach nur peinlich. Ich schäme mich für das, was wir in der ersten Halbzeit abgeliefert haben", wählte Mario Block klare Worte für den Auftritt der zuletzt so erfolgreichen Niedersachsen.

Im Eicheder Dauerregen stellte der SVE vor 221 Zuschauern durch sein drittes starkes Heimspiel in diesem Jahr nun kurioserweise zum dritten Mal hintereinander die Situation her, in einem echten Kellerduell als Schlusslicht beim Tabellenvorletzten zu gastieren. Der heißt am kommenden Sonnabend Germania Egestorf-Langreder. Und mittlerweile acht Spieltage vor Schluss wären die Stormarner gut beraten, anders als bei den ersten beiden Versuchen bei Eintracht Braunschweig II (1:3) und BSV Rehden (0:2) an die gute Leistung der Vorwoche anzuknüpfen. Gelingt das, wäre der Klassenerhalt tatsächlich wieder greifbar. "Wir müssen diesmal nachlegen", sagte Nico Fischer mit Blick auf die Neuauflage des Aufstiegsrundenspiels im vergangenen Sommer.

Die im zweiten Durchgang nicht mehr ganz so souveräne Leistung erklärte der Kapitän auch mit dem forschen Beginn. "Wir haben trotz der schwierigen Platzverhältnisse auch spielerisch gut reingefunden und sind ein hohes Tempo gegangen. Dem mussten wir in der zweiten Halbzeit ein bisschen Tribut zollen", sagte Fischer. Trainer Martin Steinbek sah die Defizite seiner Mannschaft im mangelhaften Ausspielen der Konterchancen. So blieb es bis zu letzten Sekunde spannend, weil Hildesheims Kapitän Dominik Franke in der 55. Minute zwar mit einem Foulelfmeter an Julian Barkmann gescheitert, nach dem daraus entstandenen Eckball aber per Kopf erfolgreich gewesen war. Kurz vor der Pause hatte er ebenfalls per Kopf den Pfosten getroffen. Weitere Großchancen erspielten sich die Gäste in der über 90 Minuten umkämpften Partie (der Barsbütteler Schiedsrichter Fabian Porsch zeigte neunmal "Gelb") aber nicht mehr, sodass am Ende ein knapper aber verdienter Heimerfolg stand.

"Das war ein Sieg des Willens. Es war klar, dass es heute nur über den Kampfgeist geht", so Steinbek. Über den Matchwinner Peters sagte er: "Das wünscht man sich von allen, dass sie so spielen, wenn sie neu reinkommen. Er hatte schon eine gute Trainingswoche."

SV Eichede: Barkmann – E. Monteiro,Petzschke, Wachowski, Fischer – R. Monteiro (78. Kleine), Lohmann, Bojarinow,Mankumbani – Facklam (66. Maltzahn), Peters (72. Janelt).

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