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VOLLEYBALL

Oststeinbeks Damenteam bricht auseinander

Trainer Jörg Förster hatte seinen Abschied aus beruflichen Gründen bereits vor dem Saisonende angekündigt

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Trainer Jörg Förster hatte seinen Abschied aus beruflichen Gründen bereits vor dem Saisonende angekündigt

Nur drei Spielerinnen wollen nach dem Abstieg aus der Volleyball-Regionalliga bleiben. Verein meldet Mannschaft nicht mehr zum Spielbetrieb

Oststeinbek.  Nun ist es traurige Gewissheit: Der Abstieg der Volleyballdamen aus der Regionalliga Nord ist endgültig besiegelt. Bis zuletzt hatte die Mannschaft darauf gehofft, irgendwie in der vierthöchsten Spielklasse zu bleiben – sei es durch den Rückzug eines Konkurrenten oder den Aufstiegsverzicht einer Mannschaft aus der darunterliegenden Verbandsliga.

Der Abstieg hat für den OSV schwerwiegendere Folgen. Das Gros der Spielerinnen wird den Verein verlassen. Mit Svenya Banse, Katharina Pape und Danijela Vukman haben bisher lediglich drei Akteurinnen ihre Bereitschaft signalisiert, für Oststeinbek auch in der Verbandsliga zu spielen. Die Meldefrist beim Hamburger Volleyball-Verband für eine Teilnahme an der kommenden Spielzeit läuft noch bis zum 25. Mai.

Abteilungsleiter Jan Schneider hält es für nahezu aussichtslos, bis dahin noch eine konkurrenzfähige Mannschaft zusammenzubekommen. "die Spielerinnen unseres zweiten Frauenteams haben keine Ambitionen, den Platz in der Verbandsliga zu übernehmen", sagte Schneider. "Sie fühlen sich in der Landesliga gut aufgehoben. Diese Einstellung kann ich nachvollziehen."

Jörg Förster, Coach der "Cowgirls", hatte seinen Abschied bereits vor dem Saisonende verkündet. Sport und Beruf waren für den 50 Jahre alten Finanzvorstand des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbands nicht mehr unter einen Hut zu bringen. Ein Nachfolger wurde nicht gefunden. Dass die Mannschaft in der aktuellen Situation ohne Trainer dasteht, hält Banse für eine hohe Bürde. "Zurzeit ist niemand da, der sich intensiv um eine Neuausrichtung der Mannschaft kümmert", sagt die 37 Jahre alte Mittelblockerin.

Eine Entscheidung für sich hat sie bereits gefällt. "Da am Meessen nun endgültig die Lichter ausgehen, werde ich mich in der Regionalliga nach einem neuen Verein umsehen. Mit dem Volleyball aufzuhören kommt für mich jedenfalls noch nicht infrage."

Schneider betrachtet die Entwicklung mit einem weinenden und einem lachenden Auge. "Sportlich ist der Rückzug der Mannschaft natürlich ein großer Verlust für den Verein, die Gemeinde und die gesamte Region", sagt der 45 Jahre alte ehemalige Bundesligaspieler des OSV. "Die Abteilung wird dadurch allerdings entlastet, da wir mit unseren Volleyballmännern in der Dritten Liga und den Frauen in der Regionalliga schon einen erheblichen logistischen sowie finanziellen Aufwand geleistet haben."

Der Abschied von Anne Domroese zu Beginn der vergangenen Spielzeit war der Anfang vom Ende. In ihrem Weggang sieht Schneider einen der Hauptgründe für die sportliche Talfahrt.: "Nicht nur als Mensch, sondern auch als Führungsspielerin mit ihrer Bundesligaerfahrung hat Anne die Mannschaft zusammengehalten." Deshalb habe die Mannschaft in der zurückliegenden Spielzeit auch nicht mehr die Harmonie ausgestrahlt, die sie noch im Aufstiegsjahr ausgezeichnet hat. "In unserer ersten Regionalligasaison haben sich Freundschaften gebildet, Aktivitäten fanden auch außerhalb des Spielfelds statt", sagt Schneider. "Zuletzt war dies leider nur noch selten der Fall."

Am Meessen geht nun eine – wenn auch nur kurze – Ära zu Ende. Unter Coach Ulrich Böttcher hatten die Oststeinbekerinnen trotz vieler verletzungsbedingter Ausfälle ihre erste Spielzeit in der Regionalliga mit dem hervorragenden vierten Tabellenrang abgeschlossen. Unter Jörg Förster hielten sie sich ebenfalls lange in der oberen Tabellenregion, ehe das Team zu Beginn der dritten Spielzeit mit zehn Zugängen ein komplett neues Gesicht bekam.

Mit dem Abstieg der "Cowgirls" hat Schneider immer noch nicht abgeschlossen. "Das Team besaß einfach die individuelle Klasse, um die Liga locker zu halten", sagt Schneider. "Verletzungspech, geänderte Trainingszeiten, ein zeitlich stark eingebundener Trainer, aber auch die überaus lange Zeitspanne, die das Team benötigte, um sich zu finden, waren letztendlich die Gründe für den verpassten Klassenerhalt."

Seine Konzentration gilt nun den "Pirates" in der Dritten Liga und der Jugendarbeit des Vereins. Diese steht seit zwei Jahren beim OSV wieder im Mittelpunkt. "Nach einem einwöchigen Volleyballprojekt an der Helmut-Landt-Grundschule hatten wir einen Zulauf von rund 30 Jungen und Mädchen", erzählt Schneider. "Diesen Weg werden wir auf jeden Fall weiter gehen."

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