Formel 1

Rosbergs Nachfolger ist von sich selbst enttäuscht

Die ersten Drei am Start zum Großen Preis von Australien: Valtteri Bottas (v.l.), Lewis Hamilton (beide Mercedes) und Sebastian Vettel (Ferrari

Foto: Imago/HochZwei

Die ersten Drei am Start zum Großen Preis von Australien: Valtteri Bottas (v.l.), Lewis Hamilton (beide Mercedes) und Sebastian Vettel (Ferrari

Mercedes-Pilot Bottas startet in Melbourne von Rang drei. Die Pole zum Auftakt sicherte sich Teamkollege Hamilton vor Vettel (Ferrari).

Melbourne. Lewis Hamiltons Sturmfahrt zur ersten Pole Position der neuen Formel-1-Saison ließ Sebastian Vettel kalt. Nach Platz zwei in der Qualifikation zum Auftaktrennen in Australien sah sich der Hesse in seiner Hoffnung auf ein titelreifes Ferrari-Jahr bestärkt. "Unser Auto funktioniert gut, das gibt dem Team Schwung und Kraft", sagte Vettel am Samstag in Melbourne. Die 0,268 Sekunden Rückstand auf Mercedes-Pilot Hamilton, der zum vierten Mal in Serie im Albert Park auf Startplatz eins raste, redete der viermalige Weltmeister gut gelaunt klein. "Ich hatte zwei, drei kleine Schnitzer drin", verriet Vettel.

Hamilton zeigte sich durchaus beeindruckt von der neuen Stärke der Scuderia, die im Vorjahr sieglos geblieben war. "Das werden enge Rennen in diesem Jahr", urteilte der Brite. Zum 62. Mal eroberte der 32-Jährige in seiner Karriere die Pole Position, zum Rekord von Michael Schumacher fehlen nur noch sechs. "Er ist wirklich gut drauf", lobte Mercedes-Teamchef Toto Wolff seinen Superstar. Dagegen musste sich Neuzugang Valtteri Bottas, der den Silberpfeil des zurückgetretenen Weltmeisters Nico Rosberg übernahm, mit Platz drei begnügen. "Ich habe keine perfekte Runde hinbekommen", sagte Bottas.

Vettel: "Die Motivation ist superhoch"

Das war zwar auch Vettel nicht gelungen, dennoch schob er sich zwischen die beiden Mercedes. "Das Vertrauen ins Auto hatten wir schon seit den Tests, das wurde heute bestätigt", sagte der 29-Jährige. Bei den Probefahrten im Winter hatten Kimi Räikkönen und Vettel die Bestzeiten gesetzt. "Es kommt immer mehr zusammen, wenn man schaut, wo wir vor zwölf Monaten waren. Die Motivation ist superhoch", sagte Vettel.

Zuletzt stand ein Ferrari in Singapur 2015 in der ersten Reihe. Damals schaffte Vettel den bislang letzten Sieg für die italienische Traditionsmarke. In seinem vorerst letzten Vertragsjahr bei der Scuderia will der Heppenheimer endlich wieder ganz nach vorn.

Hamilton gibt sich "hungriger denn je"

Dabei könnten ihm auch die wegen einer Regelreform stark veränderten Autos helfen. Die Boliden sind schneller und schwerer beherrschbar. Ferrari hat mit seinem neuen SF70H anscheinend die große Lücke zu Mercedes weitgehend schließen können. Vettel sei "eine Riesengefahr mit dem Ferrari", befand Mercedes-Teamaufseher Niki Lauda.

Der Titelfavorit heißt vorerst jedoch Hamilton. Nach der knappen Niederlage gegen Rosberg im Vorjahr ist er "hungriger denn je" auf seinen vierten WM-Triumph. Dank der beschleunigten Autos legte Hamilton die schnellste Runde hin, die je im Albert Park gefahren wurde. Um knapp 1,4 Sekunden unterbot er die bisherige Bestmarke, die Vettel 2011 im Red Bull aufgestellt hatte. Es wird erwartet, dass auch auf vielen anderen Strecken die Rundenrekorde fallen.

Red Bull überzeugt Verstappen noch nicht

Noch nicht in Rekordform zeigt sich in Melbourne das dritte Topteam Red Bull. "Es fehlt ein bisschen überall", räumte Max Verstappen ein. Der 19 Jahre alte Niederländer, der als Jahrhunderttalent gilt, kam in der Qualifikation nicht über Rang fünf hinter Räikkönen hinaus, mit deutlichem Rückstand auf die Spitze. Teamkollege Daniel Ricciardo musste die Startplatzjagd bei seinem Heimrennen nach einem Unfall vorzeitig beenden. "Körperlich bin ich okay, aber emotional ist es hart", sagte Ricciardo.

Renault-Neuzugang Nico Hülkenberg freute sich als Zwölfter indes über eine "ganz ordentliche Ausgangsposition" für den Grand Prix am Sonntag (7.00 Uhr MESZ/RTL und Sky). Sauber-Neuzugang Pascal Wehrlein hatte bereits vor der Qualifikation auf einen Start beim ersten Saisonrennen verzichtet. Der 22-Jährige aus Worndorf fühlte sich wegen der Folgen einer Nackenverletzung nicht fit genug. Sein Vertreter Antonio Giovinazzi belegte Rang 16.

Grafik
© Hamburger Abendblatt 2017 – Alle Rechte vorbehalten.

Abendblatt Digital

Testen Sie jetzt 2 Wochen gratis das digitale Hamburger Abendblatt!