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Kanadas Premier Trudeau joggt um die Alster

Ivanka Trump und Jared Kushner, Nikkei Nine-Chefkoch Ben Dayag, Direktor Ingo C. Peters und Frau Christiane aßen im Nikkei Nine im vier Jahreszeiten

Foto: privat

Ivanka Trump und Jared Kushner, Nikkei Nine-Chefkoch Ben Dayag, Direktor Ingo C. Peters und Frau Christiane aßen im Nikkei Nine im vier Jahreszeiten

Ivanka Trump isst im Nikkei Nine, Putin residiert im Park Hyatt. Was jetzt in Hamburgs Hotels los ist.

Hamburg.  Es ist ein ungewohntes Bild. Die Straßen vor den Hamburger Luxushotels sind weiträumig abgesperrt und werden von Hundertschaften der Polizei geschützt. Wer etwa in das Sofitel am Alten Wall möchte – hier wohnt seit Donnerstagabend der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan –, muss entweder selbst Hotelgast sein oder eine spezielle Akkreditierung haben. Allen anderen wird der Zutritt verwehrt.

"Aus Sicherheitsgründen", heißt es beim Bundeskriminalamt (BKA). In einem weißen Zelt des Technischen Hilfswerks (THW) werden alle Besucher kontrolliert. "Das ist hier wie am Flughafen", sagt einer der BKA-Beamten. Jeder Gast muss durch diese Sicherheitsschleuse, selbst Tüten mit Burgern einer bekannten Fast-Food-Kette werden vorsichtshalber durchleuchtet.

Alles dicht – für die Spitzenpolitiker

Ein ähnliches Szenario ist an der Bugenhagenstraße – einer Parallelstraße der Mönckebergstraße – zu beobachten. Auch die kleine Straße zwischen Jacobikirche und Saturn-Kaufhaus ist gesperrt, denn im Hotel Park Hyatt hat sich Russlands Präsident Wladimir Putin einquartiert. Dort hatten sich schon am Nachmittag viele Schaulustige und Kamerateams hinter den Absperrungen versammelt. Teil des Park-Hyatt-Gebäude ist die Einkaufspassage Levantehaus. Auch dort kommt keiner mehr hinein. Deshalb haben "alle Geschäfte geschlossen, auch die Post", wie auf einem Zettel an einem der Absperrgitter zu lesen ist.

Merkel und Trudeau residieren im Atlantic

Auch das Hotel Atlantic Kempinski an der Außenalster gleicht einer Festung. Auf dem Dach des Luxushotels hatten am frühen Nachmittag Scharfschützen Position bezogen. Kurz vor dem Eintreffen von Angela Merkel (CDU) – die Bundeskanzlerin kam gegen 16.30 Uhr an – stand am Hoteleingang ein gepanzertes Fahrzeug der Scharfschützen einsatzbereit. Daneben standen Polizisten mit Maschinengewehren. Anwohner am Holzdamm und der Straße An der Alster wurden am Nachmittag aufgefordert, ihre Fenster zu schließen.

Neben Merkel wohnt ein weiterer Spitzenpolitiker in dem Fünf-Sterne-Superior-Haus: Als der kanadische Premierminister Justin Trudeau eintraf, konnte er sofort die Herzen der Mitarbeiter für sich gewinnen. Der Spitzenpolitiker begrüßte Direktor Franco Esposito sehr herzlich und legte beim gemeinsamen Foto vor der deutschen und kanadischen Flagge den Arm um den Hoteldirektor. Der smarte Trudeau ging danach erst mal an der Alster joggen, seine Frau Sophie Grégoire nahm das Fahrrad. Natürlich begleiteten das Präsidentenehepaar dabei auch etliche Sicherheitsbeamte.

Hummersuppe im Angebot

Auch der indische Premier Narendra Modi hat im Hotel Atlantic mit seinem Gefolge eingecheckt. Um den Aufenthalt der Gäste auch kulinarisch angenehm zu gestalten, hat das Hotel die Hummersuppe "Atlantic" im Angebot – eine Spezialität, die es schon seit mehr als 100 Jahren gibt.

Gleich vier Staatschefs mitsamt ihren Delegationen erwartete das Hotel Grand Elysée an der Rothenbaumchaussee. Dementsprechend quirlig ging es auch in der Lobby zu. Um ja keinen Präsidenten zu verpassen, pendelten Hotelpersonal und Delegierte ständig zwischen Haupt- und Hintereingang und wurden bei jeder Polizeisirene hellhörig.

Chinesen wappnen sich mit Regenschirmen

Den Anfang machte Südafrikas Präsident Jacob Zuma, der gegen 12 Uhr mit einer seiner Ehefrauen, Thobeka Stacy Mabhija, anreiste und am Hintereingang des Hotels von Direktor André Vedovelli mit einem Blumenstrauß begrüßt wurde. Nach einem kurzen Händeschütteln ließ sich das Paar in seine Suite bringen.

Dass es in Hamburg auch im Sommer öfter mal regnen kann, hatten die angereisten Chinesen wohl gut recherchiert: Fast alle Hotelbesucher hatten gleich mehrere schwarze Schirme im Gepäck – anscheinend frisch am Flughafen erstanden. Auf die Ankunft des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping warteten einige junge Chinesinnen und Chinesen mit Flaggen und Willkommens-Fahnen gegenüber vom Hotel Grand Elysée. Die Wagenkolonne wurde mit Gesang und traditioneller Musik empfangen.

Xi enttäuschte die wartenden Landsleute

Doch leider bekamen die Wartenden ihren Präsidenten nicht zu sehen. Sein Wagen – ein schwarzer S-Klasse-Maybach ohne Blaulicht – fuhr direkt in die Tiefgarage des Hotels. Eine offizielle Begrüßung sollte es anschließend im Hotel unter Ausschluss der Öffentlichkeit geben. Xi Jinping hatte ein Fotoverbot ausgesprochen. Die Delegierten sowie einige Besucher, die extra wegen des Staatsoberhaupts eingecheckt hatten, stärkten sich nach der Ankunft am Buffet.

Singapurs Staatsoberhaupt Tan Keng Yam Tony, der anders als die meisten Politiker nicht am Flughafen Fuhlsbüttel landete, sondern angeblich mit der Bahn nach Hamburg anreisen wollte, wurde für den späten Nachmittag an der Rothenbaumchaussee erwartet. Auch Italiens Ministerpräsident Paolo Gentiloni wohnt im Grand Elysée

Ivanka Trump speist im "Nikkei Nine" im "Vier Jahreszeiten"

Am späten Nachmittag kam Ivanka Trump, die Tochter von US-Präsident Donald Trump, im Marriott Hotel an der ABC-Straße an. Begleitet wird Ivanka Trump von ihrem Ehemann Jared Kushner. Beide gingen am Abend im Restaurant Nikkei Nine im Hotel Vier Jahreszeiten essen – begleitet von einer zwölfköpfigen Delegation. Die ABC-Straße war ebenfalls für den Autoverkehr gesperrt. Die Tiefgarage des Marriott-Hotels wurde von einem Polizisten mit Maschinenpistole gesichert. Neben vielen Polizisten waren auch etliche amerikanische Sicherheitsleute vor Ort. Die Entourage von Ivanka Trump kam mit Reisebus und mehreren dunklen Limousinen an, eskortiert von der Polizei.

Das ehemalige Model Ivanka Trump hat das Haus der amerikanischen Hotelkette nicht für sich allein: Ein paar Touristen, die im selben Hotel abgestiegen sind, liefen zwischen den Sicherheitsleuten und Trumps Begleittross irritiert herum. Und ob extra für die Präsidententochter ein Barbecue organisiert wurde? Der Grill auf der Terrasse des Hauses wurde abends auf jeden Fall angeworfen.

Heute kommt Macron ins Mövenpick am Schanzenpark

Der hohe Besuch im Mövenpick Hotel im Schanzenpark trifft erst am heutigen Freitag ein: Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron soll gegen 9.20 Uhr auf dem Flughafen landen und wird danach wohl erst einmal in die Messehallen und dann ins Hotel fahren. Auch seine Frau Brigitte soll ihn begleiten. (esh/hpdb/ug/vfe)

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