Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 13. Juni 2017

In den Herkunftsländern helfen

12. Juni: Mustafas verlorene Familie

Die Geschichte von Herrn Mustafa ist anrührend, und ich wünsche ihm und seiner Familie das Beste. Ich kann allerdings nicht verstehen, dass seine Familie nach Deutschland kommen soll. Was ist mit den anderen Menschen in Syrien? Wenn wir aufgrund der Situation den Menschen von dort Zuflucht bieten, müsste man dies doch der ganzen Bevölkerung aus diesem Land gewähren, oder? Schaffen wir das? Wollen wir das? Ich bin für regionale Hilfe. Mit den 25 Milliarden Euro, die wir jetzt jährlich für Flüchtlinge ausgeben, könnten wir vor Ort den Menschen helfen. Das halte ich für besser. Wir könnten uns darauf konzentrieren, vorwiegend Menschen hierherzuholen, die einer besonderen medizinischen Behandlung bedürfen oder Waisenkinder aufnehmen. Es fehlt mir auch jedes Verständnis, dass Männer zu Hundertausenden aus diesen Kriegsgebieten fliehen und ihre Familien zurücklassen. Es sollte umgekehrt sein. Sie sollten dort in ihrem Land für Frieden kämpfen. Mit seinen Fähigkeiten als Elektroingenieur ist Herr Mustafa sicherlich auch eine begehrte Arbeitskraft für den Wiederaufbau in Syrien.

Udo Kellermann, per E-Mail

Mehr Rücksicht nehmen

12. Juni: Par­knut­zer fürchten Radfahrer. Vor allem Kinder und Ältere sind durch Raser auf zwei Rädern gefährdet

Dieser Artikel ist ein weiteres Beispiel in einer Kette von Konflikten, die anscheinend diese Stadt in einem besonderen Maße prägen. Radfahrer gegen Fußgänger, Autofahrer gegen Radfahrer, Hundebesitzer gegen Nichthundebesitzer, Fußgänger gegen Fußgänger, das ließe sich endlos fortführen. Ich durfte zwölf Jahre in Wiesbaden leben und wurde merkwürdigerweise nie mit einem derartigen Konfliktpotenzial konfrontiert. Gegenseitige Rücksichtnahme, damit wäre schon sehr viel getan. Aber jeder scheint sich ja als irgendwie benachteiligt anzusehen und muss somit sein angebliches Recht wie auch immer geltend machen. Gerne auch mithilfe aggressiven Verhaltens. Und dabei leben wir doch alle in der angeblich schönsten Stadt der Welt. Passt irgendwie nicht zusammen.

Birte Kluge, Blankenese

Schlachtraum zu niedrig

12. Juni: Der Über­le­bens­kampf der Schlach­ter. Weniger als 100 Betriebe in Hamburg – es waren einmal 1500

Bei uns gibt es im Ort noch einen Schlachter, der darf aber nicht mehr selbst Rinder schlachten. An der Deckenhöhe im Schlachtraum fehlen ein paar Zentimeter, die Schlachterei gibt es seit mindestens 70 Jahren. Die EU lässt grüßen.

Gitta Uther, Seevetal

Schwarze Schafe gibt es immer

10./11. Juni: So'n Schiet: Hun­de­h­au­fen überall

Ich glaube nicht daran, dass man dieses Problem mit der Aufstellung weiterer Mülleimer oder spezieller "Hunde-Stationen" lösen kann. Es wird immer einen harten Kern von Hundebesitzern geben, die sich grundsätzlich nicht an die geltenden Vorschriften halten und damit leider auch die anderen Hundebesitzer in Misskredit bringen. Aber hat nicht unser Umweltsenator das Problem längst gelöst? Er will doch ab 2018 eine Sonderreinigungsgebühr unter anderem auch von den Leuten erheben, die keine Hunde haben.

Dieter Buchholz, Hamburg

Vorbild für den HVV

10./11. Juni: Madrid verbietet breitbeiniges Sitzen in Verkehrsmitteln

Wie habe ich mich gefreut, dass sich endlich einmal jemand dieses Themas annimmt. Es ist eine Unsitte vieler Männer, dass sie durch ihr breitbeiniges Sitzen immer mindestens eineinhalb Sitzplätze in Bussen und Bahnen besetzen. Wenn ich diese Männer dann bitte, ihre Beine zusammenzunehmen, weil ich auf dem ganzen Sitzplatz sitzen möchte, stoße ich zumeist auf Unverständnis oder erhalte sogar unverschämte Antworten. Ich hoffe sehr, dass auch der HVV sich bald dieser Unsitte annimmt und dieses Verbotsschild wie in Madrid und New York einführt.

Inge Rieck, per E-Mail

Dieselfahrzeuge zurückgeben

9. Juni: 1400 Tote durch Luft­ver­pes­tung. Umweltschützer erheben Vorwürfe gegen den rot-grünen Senat

Die Luftverpestung erfolgt vornehmlich von den Kreuzfahrtschiffen und Kohlekraftwerken. Wenn Herr Braasch vom BUND meint, die Dieselfahrer unterhalb der Euro-6-Norm müssten bestraft werden, indem er ein Einfahrtverbot in die Innenstadt ab Ring 2 verlangt, irrt er gewaltig. Wieso sollen die Dieselfahrer bestraft werden, wenn doch dem Staat schon lange bekannt ist, dass die Schadstoffwerte, die von der Autoindustrie angegeben worden sind, weit überschritten werden? Insofern ist der Staat dafür in Haftung zu nehmen einschließlich der Autoindustrie. Diese Dieselfahrzeuge müssten von der Autoindustrie zu einem angemessenen Preis zurückgenommen werden.

Willy von Hacht, per E-Mail

Senat hält EU-Auflagen nicht ein

Dass es der Hamburger Senat mit der Umsetzung der EU-Auflagen zur Luftreinhaltung dieser Stadt nicht so genau nimmt, ist längst bekannt. Statt die größten Verursacher der Luftverpestung zur Kasse zu bitten und strengere Auflagen zu machen, werden ineffektive Projekte wie die Förderung des Radverkehrs medienwirksam in Szene gesetzt. Wenn aber weiterhin so viele Kreuzfahrtschiffe den Hafen ohne Auflagen anlaufen dürfen, die Busflotte des HVV noch zu 80 Prozent aus Dieselfahrzeugen mit Euro-4-Abgasnorm besteht und die Messungen der Luftbelastung von senatstreuen Firmen durchgeführt werden, wird sich in naher Zukunft an der dicken Luft in dieser Stadt nichts ändern.

Martin Wucherpfennig, per E-Mail

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