Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 27. Juni 2017

Hamburg sollte Vorbild sein

26. Juni: Trotz Urteils – Hamburgs Grüne fordern Camp für G20-Geg­ner

Auch wenn weitreichende Beschlüsse, die alle Interessenlagen berücksichtigen, auf dem G20-Gipfel nicht zu erwarten sind, bin ich froh, dass die Teilnehmer miteinander sprechen und nicht auf­einander schießen. Wir sollten mit einem positiven Umfeld dafür sorgen, dass die Teilnehmer den Charakter der Menschen in der Freien und Hansestadt Hamburg zur Kenntnis und als Vorbild nehmen können. Demonstrationen sind nicht nur erlaubt, sondern erwünscht. Gewaltexzesse und ein überproportionales Polizeiaufgebot schaffen jedoch eine aufgeheizte Atmosphäre, die den Erfolg von G20 nicht befördert. Der Streit bis zum Bundesverfassungsgericht zeigt, dass wir selbst nicht kompromissfähig sind und damit Orientierung für den Gipfel geben können.

Gerhard Hein, per E-Mail

Verständnis für die Polizei

24./25. Juni: Das hat Mutti nicht verdient. So verständlich und berechtigt der Protest ist – warum dürfen die Radikalen den Diskurs dominieren?

Ausgezeichnete Analyse der Protestgruppierungen und ihrer Ziele zum G20-Gipfel von Matthias Iken. Ziel des Angriffs vieler Gruppen sind ja nicht etwa Trump, Putin oder Erdogan. Es ist unser demokratischer Staat, der angegriffen wird. Und unsere Polizei hat den demokratischen Rechtsstaat – einschließlich dem Versammlungsrecht – zu schützen und tut es auch. Dafür gebührt ihr Verständnis und Unterstützung.

Dr. Rolf Lange, Hamburg-Wandsbek

Ich verbarrikadiere mich

Für mich ist es unverständlich, wie mittlerweile die Protestler gegen den G20-Gipfel unser Leben bestimmen. Wogegen sie protestieren, geht im Dschungel des "Wo dürfen Zelte aufgestellt werden" unter. Ich habe den Eindruck, dass mit aller "Gewalt" versucht wird, Demonstrationsverbote zu umgehen. Das ist seitens vieler Befürworter der Demos und einigen Politikern schon fast ein Aufruf zur Anarchie. Ich blicke mit Sorge auf den 7. und 8. Juli und hoffe, dass alle Demonstrationen friedlich bleiben und Ausschreitungen und Zerstörungen unterbleiben. Persönlich werde ich die Innenstadt meiden und mich zu Hause verbarrikadieren. Wie sieht es eigentlich mit der Sicherheit für die Bürger aus, wenn so viele Polizisten aus dem ganzen Bundesgebiet in Hamburg zusammengezogen sind? Haben Einbrecher dann freie Bahn?

Ingrid Kallbach, per E-Mail

Grundschulkinder ein Jahr zurück

24./25. Juni: Weniger wert? Die Wahrheit über das Hamburger Abitur. Jeder vierte Schulabgänger schafft einen Einser-Abschluss

Ich habe über vier Jahrzehnte als Lehrer des Landes Schleswig-Holstein an Grundschulen im Kreis Stormarn gearbeitet. In dieser Zeit wechselten häufig, bedingt durch Umzug, Schülerinnen und Schüler von Hamburger Grundschulen in das schleswig-holsteinische Schulsystem. Diese Kinder benötigten überwiegend fünf Jahre zur Erfassung und Bewältigung des Grundschulstoffes und blieben somit ein Jahr länger in der Grundschule. Besonders bei Kindern der zweiten, dritten und vierten Klassenstufe fiel auf, dass die vermittelten Unterrichtsinhalte in Teilbereichen nicht mit den Standards an schleswig-holsteinischen Schulen vergleichbar waren. Meiner Meinung nach wurden die Kinder schon im Grundschulbereich nicht ausreichend gefordert. Diese Fakten sollten bei der Frage nach dem Wert des Hamburger Abiturs Berücksichtigung finden.

Ludwig Ritter, per E-Mail

Schlechter Zeitpunkt

Bekanntermaßen legen derzeit junge Menschen in Hamburg ihre mündliche Prüfung im Abitur ab. Diese Schüler sind entweder euphorisch, die Prüfungen hinter sich zu haben oder noch angespannt, da die Prüfung unmittelbar bevorsteht. Warum muss man genau zu diesem Zeitpunkt in einem Wochenendartikel schreiben, dass das Hamburger Abitur ja eigentlich nichts wert ist? Ich habe eine Tochter, welche in der vergangenen Woche ihre mündliche Prüfung hatte, und es tat mir wirklich leid, dass sie nur zwei Tage nach ihrer Prüfung in der Zeitung lesen musste, dass das Hamburger Abitur viel leichter sei als in anderen Bundesländern und dementsprechend auch nicht so anerkannt. Wäre es nicht auch sinnvoller gewesen, den gesamten Abiturlauf aus diesem Jahrgang abzuwarten, das erste Zentralabitur auf Bundesebene, und dann zu urteilen? Dann hätten Zahlen vorgelegen, die wirklich belegen könnten, wie es um das Hamburger Abitur steht.

Ulrike Hafer, per E-Mail

Unterschiedliche Lernziele

Die Frage sollte besser lauten: Was sind Abitur-Vergleiche verschiedener Bundesländer oder Bildungsinstitutionen wert? Antwort: nichts. Die verschiedenen Lern- oder Bildungsziele, gar nicht zu reden von ideologischen und politischen Vorgaben, verhindern einen Vergleich. Der erste Schritt wäre, die Kleinstaaterei im Bildungs- und Erziehungswesen abzuschaffen. Aber Zentralismus wird in dieser Republik gefürchtet, zu viele Jobs in den Länderministerien müssten dann aufgegeben werden.

Hans-Emil Schuster, Hamburg

Lob für das AK Wandsbek

23. Juni: Wo die Patienten zufrieden sind – und wo nicht. Ortstermine in zwei Krankenhäusern

Ich bin soeben aus dem AK Wandsbek entlassen worden und voll des Lobes über die medizinische und auch stationäre Betreuung auf Station B8. Ich frage mich aber, wie man eine kleine Privatklinik mit einem großen Krankenhaus vergleichen kann, das sich zum besagten Zeitpunkt im Umbau bei vollem Betrieb befand. Die Belastung für Belegschaft und Patienten war sehr groß. Da wurden Äpfel mit Birnen verglichen.

Klaus Gustävel, Hamburg

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