Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 30. Juni 2017

Als Wahlkampfthema ungeeignet

29: Juni: Merkels Showdown bei der ,Ehe für alle'

Selbstverständlich haben die Schöpfer des Grundgesetzes nur an eine Ehe zwischen Frau und Mann gedacht und an den daraus resultierenden Familienbegriff. Demnach müsste erst einmal unsere Verfassung geändert werden, bevor die Politik über eine neue Ehedefinition diskutiert und entscheidet. Ist das Thema denn wirklich so dringlich? Warum werden christliche Werte derart leichtfertig über Bord geworfen? Als Verfechter traditioneller Wertvorstellungen empfinde ich es als unangebracht, die "Ehe für alle" zum wichtigsten Thema des Bundestagswahlkampfes zu machen.

Hans-Wilhelm Stehnken, Buchholz

Noch lange kein Skandal

29. Juni: Berliner Po­li­zis­ten wieder im Dienst. Beamte, die im Vorfeld des Gipfels in Hamburg waren, hatten exzessiv gefeiert

Da werden junge Menschen quasi kaserniert, weil die Politik sich profilieren will. Überstunden ohne Ende, wenig Freizeit. Wenn die dann in ihrer dienstfreien Zeit eine heftige Fete feiern, ist das noch lange kein Skandal! Ähnliche Bilder kann ich ihnen vom Hurricane Festival auch liefern. Macht bitte nicht aus jeder Mücke einen Elefanten.

Wolfgang Volknant, per E-Mail

Interner Anpfiff

Polizist ist heutzutage ein schwerer und auch gefährlicher Job. Seien wir froh, dass sich trotzdem genügend junge Leute finden, die diesen Beruf ausüben wollen. Man sollte den Berliner "Party-Polizisten" intern einen kräftigen "Anpfiff" verpassen und es dabei, ohne Folgen für die weitere Laufbahn, bewenden lassen.

Joachim Willers, Ellerau

Typisch deutsch

28. Juni: ,Wutbürger gibt es auch im Verkehr'. Verkehrspsychologe Jens Schade über den Krieg auf der Straße

Nicht nur in beengten Situationen schlägt die Aggressivität durch, nein, auch auf wenig befahrenen Landstraßen lässt sich dieses Verhalten beobachten. Es ist ein ganz typisches Verhalten der Deutschen: Es wird zum Beispiel beim Überholen gehupt, es wird mit Scheinwerfern aufgeblendet, um unmissverständlich drauf aufmerksam zu machen: "Du, anderer Fahrer, dringst in meinen Machtbereich ein, du benutzt meine Fahrbahn". Auch wenn noch reichlich Platz ist. Es ist die deutsche Rechthaberei, das Oberlehrerhafte. Woher kommt das? Zu viele Menschen fühlen sich als kleines Rädchen im Getriebe, können sich auf der Arbeit nicht austoben, fühlen sich ohnmächtig. Das sind Menschen, die dann gegen alles und jedes demonstrieren, nur um endlich mal ihre Macht zeigen zu können: die Wutbürger. In südlichen Ländern, wie in Italien oder Frankreich, wo oft der Verkehr weit dichter ist, gibt es das Verhalten nicht. In Indien oder auf den Philippinen, da wird kreuz und quer gefahren, auf der Gegenfahrbahn und am Berg überholt. Und wenn dann einer von vorne kommt, dann fährt der eben auf den Standstreifen, damit alle drei durchpassen.

Hans Negle, per E-Mail

Geht es heute noch um Lösungen?

27. Juni: Als Helmut Schmidt den Welt­wirt­schafts­gip­fel erfand

Sehr erfreut habe ich Ihren Artikel über das erste G6-Treffen 1975 mit Hauptinitiator Helmut Schmidt im Schloss Rambouillet bei Paris gelesen. Damals ging es den Politikern anscheinend noch um Lösungsansätze für die Weltwirtschaftslage und deren Probleme. Vergleicht man dieses stille, geheime Treffen von damals mit dem heutigen Medienrummel, den immensen Kosten und Unannehmlichkeiten für uns Staatsbürger, die das alles finanzieren, so kommen mir Vergleiche mit dem alten Rom oder mit "Germany's next Topmodell" in den Kopf und ich frage mich, ob es all den "Großen Politikern" denn wirklich nur um unser aller Wohlergehen geht, oder ob sie sich nur eine Showbühne zur Vorbereitung der nächsten Wahl suchen ?

Catarina Rohde Hamburg-Stellingen

Imageschade für die Polizei

23. Juni: G20 schmeckt Caterern gar nicht. Auslieferung von Kita-Essen verzögert sich wohl

Kleinkinder und Schulkinder hungern zu lassen, ist ein absolutes No-Go. Das ist unmenschlich und schädigt das Image der Hamburger Polizei für Jahrzehnte. Stellen Sie sich nur Bilder in der Zeitung vor von Beamten, die in der Pause mit Essen versorgt werden, neben Bildern von Kindern, die vergeblich auf ihre Mahlzeit warten. Das wäre schlimmer als der immer noch häufig zitierte Hamburger Kessel vor 31 Jahren. Das Catering für die Kitas und Schulen gehört in das Gipfelkonzept, und wenn notfalls die Caterer herangezogen werden, die die Beamten versorgen.

Dirk Emmermann, Hamburg

Danke an das US-Umweltamt

23. Juni: USA fahnden weltweit nach VW-Ma­na­gern. Interpol sucht fünf in Deutschland lebende Verdächtige im Dieselskandal

Es ist in den letzten Jahren nicht viel Gutes aus den USA gekommen, aber dem US-Umweltamt und der Staatsanwalt kann man nur danken. Ohne deren Ermittlungen wäre der Dieselskandal nie ans Licht gekommen. Und wenn auch die Halter von Euro-5-Dieselfahrzeugen jetzt Nachteile haben – ich übrigens auch – sollte das der Autolobby, den Herstellern und der Politik eine Lehre sein. Der Untersuchungsausschuss hier hat ja nichts erbracht, da alle Beteiligten nur schweigen. Man kann nur hoffen, dass die US-Staatsanwaltschaft alle verhaftet und zur Rechenschaft zieht. Hier wird auf Euro 5 geschimpft, obwohl schon von dritter Stelle bewiesen wurde, das Kraftfahrzeuge mit Euro-6-Plakette teilweise noch schlechtere Ergebnisse haben. Der Betrug an dem Verbraucher geht also weiter. Europas Autohalter haben zwar keine Lobby, aber mit ihrem Kaufverhalten könnten sie die Autohersteller abstrafen.

Björn Polte, Hamburg

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