Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 3. Juli 2017

Ein starkes Stück Journalismus

1./2. Juli: Und das soll so wichtig sein? Der Streit um die ,Ehe für alle' ist vor allem eine Inszenierung der Parteien

Sven Kummereincke hat Recht, wenn er sich darüber wundert, dass die "Süddeutsche Zeitung" von einer Sternstunde spricht. Wenn schon Sternstunde, dann die Abfassung dieses Artikels, der teilweise mit feiner Ironie die geradezu groteske Verschiebung der Gewichte aufzeigt. Ein starkes Stück Journalismus. Auch konnte man in der Debatte erleben, in welch erstaunlicher Weise Abgeordnete zutiefst unernst sein können. Das zeigte sich auch daran, dass an der folgenden Debatte und Abstimmung über das wahrlich nicht unbedeutende Netzdurchsetzungsgesetz nur ein kleines Häufchen Abgeordnete teilnahm, die anderen zogen es wohl vor, das vorangegangene "Happening" in ihren Fraktionssälen weiterzufeiern.

Jochim Trede, per E-Mail

Kosten trägt der Steuerzahler

30. Juni: Bündnis gegen Straßenreinigungsgebühr

Mit Genugtuung habe ich gelesen, dass sich nunmehr ein breites Bündnis gegen diese Gebühr gebildet hat. Allerdings würde ich mir wünschen, wenn auch Bürgerschaftsmitglieder der Regierungsparteien hier Haltung zeigen und sich gegen diese ungerechte Gebühr wenden würden. Offensichtlich ist es doch so, dass der Senat den Kampf gegen die sich immer weiter ausufernden "Müllstraftaten" (illegale Sperrmüllablagerungen an Straßenrändern, verdreckte Parks etc.) aufgegeben hat. Stattdessen hat man sich dazu entschieden, den Dreck dieser Umweltfrevler wegzuräumen und die Kosten hierfür den Grundstückseigentümern aufzubürden. Warum eigentlich? Sind das die größten Umweltverschmutzer? Selbstverständlich bin ich für eine saubere Stadt. Da stimme ich mit dem Senat vollkommen überein. Die Bewältigung dieser Aufgabe obliegt jedoch der Allgemeinheit, und die Kosten, die dadurch entstehen, hat folgerichtig der Steuerzahler zu tragen und sonst keiner. Und dies gilt auch dann, wenn die Steuereinnahmen nicht mehr so sprudeln wie zurzeit.

Dieter Buchholz, Hamburg

Stadtpark schonen

28. Juni: Der größte Sportplatz Hamburgs. Im Stadtpark halten sich Tausende fit

Vielen Dank für die Themen-Reportage. Durchweg positiv, multikulturell und für alle, die Freiheit wollen, miteinander leben können und in Hamburg eine gemeinsame Fläche für Sport, Relaxing und Zusammentreffen gefunden haben. Ist es demokratisch, auf dies alles wegen eines "Camps" für einige Tage (bis zur Müllräumung und Schadensbehebung eventuell weitere Wochen) verzichten zu müssen? Dies gilt natürlich für andere Parks ebenso. Wen trifft es? Eigentlich alle, die den Stadtpark mögen und nutzen und aufgrund der Wohnsituation keine Chance haben, schnell mal über unseren Stadtflughafen nach Mallorca etc. zu flüchten. Campen ist hier verboten, für alle oben genannten, warum nicht für Linke/Rechte-Gewaltbereite bzw. Konfrontationsbereite? Wer wird nach dem G20 eine Kosten-Nutzendarstellung liefern? Ich möchte mich hier ausdrücklich für eine "Schonung" des Stadtparks ausdrücken, dies hat nichts mit meiner positiven Meinung zum Austausch im G20 im Sinne hoffentlich friedlicherer Zukunft zu tun.

Peter Hadler, Sasel

Sardinen im Einmannzelt

30. Juni: Hafenfirmen befürchten Verkehrschaos. Demonstranten wollen am kommenden Freitag alle Transportwege blockieren

Dank für die gute Berichterstattung. Was muss in den Köpfen der Drahtzieher von "Shutdown Hamburg" vor sich gehen? Der Hamburger Hafen ist ein riesiger Dienstleister, der direkt und indirekt einer der größten Arbeitgeber Norddeutschlands ist und über den weite Teile Europas und darüber hinaus bedient werden, und zwar in beiden Richtungen – Export und Import – sämtliche Discounter beziehen große Teile ihrer günstigen Waren über Hamburg. Für Fair- Trade-Produkte ist Hamburg ein wichtiger Umschlagplatz – vernetzt u. a. mit den "Ärmsten der armen Länder". Ausgerechnet auf der Veddel, wo nicht das sogenannte Kapital wohnt oder arbeitet, wird demonstriert. Und am Abend nach getaner "Arbeit" löffelt man dann im Einmannzelt im Stadtpark seine Sardinen aus der Dose, die man, nachdem eine Supermarktscheibe auf der Veddel leider zu Bruch gegangen ist, noch schnell aufgesammelt hat. Auch diese Dose ist über den Hamburger Hafen eingeführt worden.

Thomas Schwieger, Hamburg

Nette Momente mit der Zeitung

So nette Momente mit dem Hamburger Abendblatt möchte ich Ihnen einmal mitteilen. Mein alter Hund forderte mich in den frühen Morgenstunden, 4.45 Uhr, zum Ausgehen heraus und so begegnete ich durch Zufall unserem neuen Abendblatt-Zusteller. Der aber erklärte mir, er sei nur die Urlaubsvertretung, wünschte mir aber trotzdem, bekleidet mit einer grünen Hamburger Abendblatt-Weste (echt top!), super freundlich einen schönen Tag. Das war sehr nett, und beim Lesen der Zeitung stieß ich auf den Artikel Ihrer Volontärin Annabell Behrmann, der wirklich fantastisch, sensibel und lebensnah geschrieben ist. Dies lässt doch erahnen, dass die "wilden Zwanziger" nicht nur dumpf auf ihren Smartphones herumwischen.

Katja Harling, Meiendorf

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