Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 17. Juli 2017

Herr Bosbach hat richtig gehandelt

15./16. Juli: Bitte nicht so emp­find­lich, werter Herr Bosbach

Ich kann Herrn Schumacher überhaupt nicht zustimmen, denn ich hätte anstelle von Herrn Bosbach genauso gehandelt. In meinem Verständnis hat ein kindisches, unverschämtes und unerzogenes Verhalten in einer Talkshow nichts zu suchen. Wem mangels sachlicher Argumente nichts anderes mehr einfällt, gibt seine mangelhafte Intelligenz durch sein unerträglich kindisches Verhalten zu Erkennen. Dass die sogenannte Moderatorin sich dann auch noch bei Frau Ditfurth entschuldigt, statt Herrn Bosbach für ihre mangelhafte Diskussionsleitung um Nachsicht zu bitten, toppt das Ganze noch. Die Regie dieser mehr als fragwürdigen Sendung hätte Frau Ditfurth aus dem Studio weisen, oder den Ton abstellen sollen. Nur so lassen sich gewisse Erziehungsdefizite ausgleichen. Herr Bosbach hat nur konsequent gehandelt. Der einzige Fehler, den er gemacht hat: Er hat diese unsägliche Sendung zu spät verlassen.

Wolfgang Kessler, Henstedt-Ulzburg

Fürs Poesiealbum der Krakeeler

13. Juli: Bür­ger­schaft streitet über Scholz und die Linke. Debatte zu G20-Kra­wal­len. Bür­ger­meis­ter bittet um Ent­schul­di­gung. CDU und FDP fordern seinen Rück­tritt

Ich kann die ganzen Klugsch... aus Politik und Bevölkerung nicht mehr mit ihren Schuldzuweisungen hören. Glauben denn die Oppositionsparteien, dass sie das ganze Chaos fehlerfrei und ohne Krawall über die Runde gebracht hätten? Das ist einfach lächerlich. Ich möchte allen Schreihälsen gerne einen Sinnspruch für deren weiteres Politikerleben mit auf ihren Weg geben: "Jeder Fehler erscheint unglaublich dumm, wenn andere ihn begehen." Das sollten sich die oppositionellen Krakeeler in ihr Poesiealbum schreiben.

Peter Ross, per E-Mail

Mitleidiges Grinsen

Wenn ich die Berichterstattung der letzten Woche verfolge und im speziellen auf die reflexhaften Forderungen von Frau Suding und Herrn Trepoll nach Rücktritt von Olaf Scholz schaue, kann ich mir bei allem Entsetzen über die Geschehnisse des vergangenen Wochenendes ein mitleidiges Grinsen kaum verkneifen. Sich darüber aufzuhalten, dass ein Bürgermeister in einer durch rücksichtslose, gewalttätige Kriminelle herbeigeführten Situation den fast unmöglichen Spagat zwischen offiziellem Gastgeber und Stadtvater gar nicht schaffen kann, ohne der einen oder jeweils anderen Rolle zumindest zeitweise nicht gerecht zu werden, ist zynisch – umso mehr, da Frau Suding kaum eine Gelegenheit auszulassen scheint, sich persönlich zu inszenieren oder zu präsentieren. Ebenso fällt mir schwer, mir Herrn Trepoll vorzustellen, wie er sich mit erhobener Hand vor Frau Merkel stellt und "Stop, kein G20 nach Hamburg!" postuliert. Diese Kommentare verkennen Täter und Verantwortliche und entbehren jeglicher Seriosität.

Isabel Detje, per E-Mail

Einfach armselig

Frau Suding, Herr Trepoll, die Forderung des Rücktritts von Olaf Scholz ist einfach nur armselig. Mehr bleibt nicht zu sagen.

Jürgen Petersen, per E-Mail

Ein Ergebnis des Gipfels

Ein Ergebnis hat der G20-Gipfel in Hamburg jedenfalls gebracht: Er hat allen die menschenverachtende Gewaltbereitschaft der linken Szene gezeigt, die sich in der Roten Flora einen rechtsfreien Raum geschaffen hat und die in den vergangenen Jahren von der Linkspartei immer wieder verharmlost worden ist.

Dr. Gerhard Diercks, per E-Mail

Mangel an Anstand

Dass Frau Suding (FDP) den Rücktritt des Bürgermeisters fordert, ist unangemessen und töricht. Dass sie diese Forderung an Olaf Scholz mit den Worten einleitet: "Wenn er nur einen Funken Anstand hätte, würde er zurücktreten", fällt auf sie selbst zurück. Diese Aussage ist absolut ehrabschneidend, zeigt einen erschreckenden Mangel an "Anstand" in der politischen Auseinandersetzung. Diese Form der Wortwahl bereitet den geistigen Boden für den Auftritt krawallbereiter Chaoten.

Klaus Nowak, Hamburg

Eine europäische Armee

14. Juli: Merkel spricht von ,neuem Elan'

Der von Merkel und Macron angekündigte Bau eines gemeinsamen Kampfjets ist löblich, aber nur ein halber Schritt. Noch zielführender wäre ein Bekenntnis zum Aufbau einer europäischen Armee. Denn Kosteneinsparungen bei der Entwicklung und Beschaffung von Rüstung ergeben sich in großem Stile erst, wenn alle EU-Länder gemeinsame Streitkräfte aufbauen. Die militärische Kleinstaaterei ist nicht geeignet, künftig mögliche Bedrohungen unseres Kontinents wirksam abzuwehren. Auch müssen wir angesichts des bündnismäßig unsicher gewordenen Katonisten USA erreichen, im europäischen Interesse ohne Nato handlungsfähig.

Wolf Achim Wiegand, Blankenese

© Hamburger Abendblatt 2017 – Alle Rechte vorbehalten.

Abendblatt Digital

Testen Sie jetzt 2 Wochen gratis das digitale Hamburger Abendblatt!