Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 20. Juli 2017

Alles nur Hinhaltetaktik

19. Juli: Flughafen erneut in der Kritik. BUND fordert Verbot ab 22 Uhr und 18. Juli: Wie stark kann der Flughafen noch wachsen?

16-Punkte-Plan, Zehnpunkteplan, Kommissionen, lächerliche "Strafgebühren" für verspätete Landungen. Alles Hinhaltetaktik, um die Ausweitung des Flugverkehrs weiter zu betreiben. Und die Wohnungsnot in Hamburg kommt den Flughafenmanagern und der Politik auch hilfreich entgegen. Egal wie laut, gesundheitsgefährdend und mies, Wohnungen sind in den Flugschneisen locker zu vermieten. Wie wäre es mit dem Einpunktplan: Nachtflugverbot von 22 Uhr bis sechs Uhr.

Dr. Herbert Richter-Peill, Hamburg

Hoffnung durch den BUND

Herr Dressel demonstrierte einmal mehr, dass die SPD in Sachen Fluglärm kraft Regierungsmacht nicht daran denkt, sich zu bewegen. Fluglärm macht krank – na und, der Flughafen war zuerst da. Insofern stimmt es hoffnungsvoll, dass Herr Braasch vom BUND sich nun dafür einsetzt, dass die Anwohner vor dem zunehmenden Fluglärm geschützt werden. Mir fehlte in der Diskussion Umweltsenator Kerstan, dessen Behörde jeden der besonders umstrittenen Nachtflüge genehmigt.

Uwe Karsten Bäcker, Hamburg

Stadtflughafen ohne Perspektive

Alle Grenzen werden durchlässiger, nur eine nicht, die Grenze der Hansestadt Hamburg zu den angrenzenden Bundesländern. Schlimm genug, dass man die Stadt auf Kosten der Lebensqualität der Einwohner weiter verdichtet, anstatt die Verkehrsachsen zu verlängern und auch die Nachbarbundesländer profitieren zu lassen, aber der Länderfinanzausgleich wird ja nach Einwohnerzahl bemessen. Der Flughafen wird aus ähnlichen Gründen in der Stadt behalten, ohne jegliche langfristige Perspektive der Entwicklung. Die A7 wird gerade ausgebaut, die AKN kann zur S-Bahn werden, was spricht also eigentlich noch gegen Airport Kaltenkirchen?

Axel Wiechmann, per E-Mail

Diskussion kommt zu spät

Diese Diskussion kommt 30 Jahre zu spät. In den 1980er-Jahren war der Hamburger Flughafen noch auf Augenhöhe mit Düsseldorf und München. Diese liegen mittlerweile weit vor Hamburg und auch Berlin ist inzwischen mit 34 Millionen Fluggästen an Hamburg vorbeigezogen. Wenn man damals Kaltenkirchen gebaut hätte, wäre Hamburg als Standort für Langstreckenflüge der Lufthansa und anderen Airlines im Focus gewesen, zumal es damals noch Langstrecken in Hamburg gab. So hat sich durch die Ablehnung des neuen Flughafens Hamburg inzwischen zu einem Provinzflughafen entwickelt, der auch räumlich keine Entwicklungschancen hat, zumal das Start- und Landebahnsystem als Kreuz völlig antiquiert ist. Moderne Flughäfen haben Parallelbahn-Systeme. Heute über dieses Thema zu diskutieren ist lächerlich, da es niemals Eingang in einen neuen Bundesverkehrswegeplan finden dürfte und ohne Zuschüsse ist ein solcher Plan nicht durchführbar.

Jörg Schlegel, Hamburg

Fantasieloses Quartier

18. Juli: Wo ein Qua­drat­me­ter 15.000 Euro kostet. Am Strandkai entsteht vor allem ein Luxusquartier

Fantasieloser und einfältiger kann man Wohnungen nicht übereinanderstapeln. Ohne die Elbe davor und Hamburg dahinter würde man bei der Animation an gesichtslose Vorstädte von Shanghai oder Bangkok denken. Wieso schaffen die Baukünstler nicht das gute Niveau der gegenüberliegenden Kaiseite?

Thorsten Schima, per E-Mail

Schlechte Aussicht vom Tower

Da können sich die Grünen und die SPD ja gegenseitig auf die Schulter klopfen. Wieder haben sie bezahlbaren Wohnraum geschaffen! Die Bewohner des Marco Polo Towers gucken jetzt auf Betonklötze und freuen sich bestimmt, dass ihre Immobilie jetzt deutlich weniger wert ist.

Thomas Schendel, Hamburg-Hummelsbüttel

Armutszeugnis für Hafenstandort

17. Juli: China und der Hafen – passt das? Hamburg unter Druck und Hafen-Präsident schreibt Brandbrief gegen China-Terminal

Der sogenannte Brandbrief der Hafenwirtschaft verdeutlicht mal wieder die Kurz- und Eigensinnigkeit der Hamburger Hafenwirtschaft. Investieren die Chinesen nicht hier, dann tun sie dies halt woanders. Als Hafenstandort, der mit am meisten in den letzten 30 Jahren am Aufschwung Chinas partizipiert hat, ist es ein Armutszeugnis für die wieder mal verpassten Chancen.

Matthias Kahl, Hamburg

Rote Karte für Geschäftsführung

Es ist schon bemerkenswert, welche Halbwertzeit heutzutage Planungen der Hamburger Wirtschaftsbehörde und der Ha­fen­be­hörde Hamburg Port Authority (HPA) nur noch haben. Der letzte Hafenentwicklungsplan hat ausdrücklich eine andere Nutzung des Geländes Steinwerder berücksichtigt. Hamburg und die Nord-Range brauchen kein weiteres Containerterminal. Die bereits heute vorrätigen Kapazitäten sind nicht annähernd ausgeschöpft. Zudem haben sowohl die HHLA als auch Eurogate noch weitere Ausbaureserven. Wenn die HPA unter Führung von Herrn Meier die Fahrrinnenanpassung nicht so dilettantisch vorbereitet hätte, wären die Hafenbetriebe bereits eine Sorge los. Die zweite Sorge betrifft Herrn Meier selbst. Dieser scheint völlig losgelöst von der Hafenwirtschaft in einem luftleeren Raum zu schweben. Dass mit der angedachten Vergabe an das chinesische Konsortium in Hamburg Arbeitsplätze bedroht werden, zudem der Aktienkurs der HHLA und auch Eurogate unter Druck geraten werden, deutet schon auf eine ungeheure Ignoranz hin. Um es sportlich abzuschließen: Herrn Meier gehört die rote Karte gezeigt.

Thomas Nahr, Hamburg

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