Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 1. August 2017

Versace ist schon wieder weg

31. Juli: Angst vor Leerstand in der City

Die Vermietung von Flächen wird immer schwieriger – da möchte man doch mit den Eigentümern der Objekte und den Maklern Mitleid haben und sie trösten. Wie viel alteingesessene Geschäfte haben die Eins-a-Lagen aufgeben müssen, weil sie die unverschämten Mieterhöhungen nicht bezahlen konnten? 100 Quadratmeter für 50.000 Euro Monatsmiete sind doch ein Schnäppchen, von der Maklercourtage mit 100.000 Euro ganz zu schweigen. Freie Läden könnten von heute auf morgen vermietet sein, wenn die Mieten wieder bezahlbar sind. Wie heißt es so schön: "Lieber den Spatz in der Hand..." Aber wer will schon Fahnenfleck, wenn man Gucci und Versace haben kann. Ups – Versace ist ja auch schon wieder weg.

Dietmar Johnen-Kluge, per E-Mail

Ford und Toyota ohne Tadel?

29./30. Juli: Verkauf von Die­sel-Au­tos bricht in Hamburg ein und Ein haus­ge­mach­tes Drama

Auf die Dieselaggregate von VW, Daimler, BMW und Audi wird in den Medien und von den Umweltschutzverbänden eingeprügelt. Bestimmt zu Recht, das sollen Gerichte entscheiden. Doch es sind noch andere Firmen mit Dieselfahrzeugen auf dem deutschen Markt. Was ist mit Ford, Volvo, Opel? Was ist mit Toyota, Renault, Citroën, sind die wirklich alle "clean"? Und was ist mit einem ausländischen Dieselfahrzeug älterer Bauart? Wird das an der Grenze in Zukunft zurückgewiesen? Alle diese Fragen hätte ich gern beantwortet, bevor man unisono Fahrverbote erteilt. Und dann wären da noch die Lkw, die Schiffe, die Rasenmäher, die Baumaschinen, alte Heizanlagen, Lüftungen...

Uwe Martensen, Pinneberg

Verantwortliche auswechseln

Eine seit Jahren unerträgliche Nähe von deutschen Politikern zur Industrie und umgekehrt lässt für mich nur eine Konsequenz zu: Auswechseln der verantwortlichen Personen sowohl in Politik als auch in Industrie unter Aberkennung jeglicher Sonderbezahlungen. Künftige strafrechtliche Konsequenzen für die verantwortlichen Personen dürfen dadurch nicht ausgeschlossen werden.

Nikolaus Arlt, Moorrege

Für Amerika von Vorteil

Ja, der Ruf der deutschen Autoindustrie ist geschädigt. Und einhellig bestätigen das deutsche Politiker und Medienvertreter. Doch wo nahm das Drama seinen Anfang? In Amerika, einem Land, das in der Dieseltechnologie weit abgeschlagen ist und in dem die Marktanteile deutscher Hersteller ein Ärgernis darstellen. Zufall? Jahrzehntelang wurden wir in Deutschland von politischer Seite gedrängt, auf Diesel umzusteigen wegen des geringeren Verbrauchs und dem verringerten Ausstoß von Schadstoffen. Nun ist das von heute auf morgen nicht mehr wahr. Folglich waren wohl die Diesel aus den Siebziger- bis Neunzigerjahren umweltfreundlicher als heutige Dieselmotoren. Daraus folgt dann aber auch, dass die politischen Vorgaben zur Verbesserung dieser Technologie unrealistisch, fehlgeschlagen oder zurzeit nicht realisierbar sind. Das entschuldigt zwar nicht die Handlungsweise der Automobilindustrie, aber es wirft doch ein ganz anderes Licht auf die derzeitige Diskussion. Also, ich geh' jetzt los und kaufe mir einen Amischlitten mit fettem V8-Motor und einem 20-Liter-Verbrauch für sagenhafte 100 Kilometer.

Henning Balasus, per E-Mail

Wir brauchen die Polizei

29./30. Juli: Von Po­li­zei­ge­walt und ge­wal­ti­gen Miss­ver­ständ­nis­sen

Matthias Iken zeigt auf, woran es in unserer Gesellschaft krankt. Es ist immer noch schick, links zu sein und die Gewalt linker Aktivisten zu tolerieren. Es sind auch oft diejenigen, die unseren Staat, unsere Sicherheit und unsere Freiheit – sichergestellt auch durch die Polizei – nutzen, um ihre ganz privaten Ziele zu verfolgen. Ein Umdenken gegen falsche Toleranz, Gewalt-Gafferei und Behinderung der Polizei im Einsatz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Ich wünsche mir, dass alle Parteien, aber auch die Wirtschaft, die Handels- und Handwerkskammern, die Kirchen und die Gewerkschaften dieses Thema aufgreifen. Erst die Toleranz des Anderen und damit auch für den Einsatz der Polizei, die täglich für unsere Sicherheit einsteht, würde zu gewaltfreien Demonstrationen führen. Und wenn die Demonstrationen auf Gewalt bauen, wie in Hamburg, dann hat die Polizei auch alles Recht, das Gewaltmonopol durchzusetzen. Vielleicht sollten wir realisieren, dass wir auch in Zukunft die Polizei brauchen. Wenn wir immer weiter machen mit dem Polizei-Bashing, will uns irgendwann niemand mehr – und damit auch nicht die "schicken Linken" – mit ihrem Verständnis für Gewalt schützen.

Gregor Rosenbauer, Hamburg

Hintertür des Asylrechtes

27. Juli: Flücht­lings­krise vor Gericht. Eine Familie aus Syrien klagt jetzt in Straßburg

Die Geschichte der syrischen Familie Asaf illustriert deutlich das seit etwa 2015 herrschende europäische Chaos in Fragen der Flucht und Migration. Asyl hatte die Familie nach der Flucht aus Syrien bereits in der Türkei gefunden. Zwar ohne einem mit westlichen Maßstäben vergleichbaren Lebensstandard, aber immerhin Frieden und Sicherheit. Erst die Entscheidungen von Kanzlerin Merkel und ihrer Koalition öffneten die Perspektive auf ein Leben im Westen Europas. Bereits der illegale Grenzübertritt der Asafs nach Griechenland war Migration. Idomeni war unter anderem eine inszenierte moralische Erpressung Westeuropas mit dem Ziel, die ungehinderte Durchreise ins Land der eigenen Wahl zu erzwingen, vor allem Deutschland. Verständlich aus Sicht der Betroffenen, die ihre Lebensverhältnisse verbessern wollen, aber alles keine Asylgründe. Vielmehr handelt es sich meines Erachtens um klassische Einwanderung durch die Hintertür des Asylrechtes, finanziert von den Steuerzahlern dieses Landes.

Klaus Wenzel, per E-Mail

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