Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 2. August 2017

Schutz steht an erster Stelle

1. August: Barmbek trauert – und sucht nach Antworten

Was nützt das Mitgefühl der Bischöfin Kirsten Fehrs, was bewirkt das Niederlegen von Blumen von Bürgermeister Scholz und Innensenator Grote? Ein Toter wird dadurch nicht ins Leben zurückgerufen. Wann endlich wachen die Behörden auf? Wer in unser Land kommt, soll mit Papieren einreisen. Wenn es dann nicht klappt mit dem Bleiberecht, kann er auch ins Heimatland wieder abgeschoben werden. Der Schutz der hier lebenden Deutschen und der gut integrierten Migranten steht für mich an erster Stelle.

Gisela Paulsen, per E-Mail

Grenzenlose Hilfsbereitschaft

Das Beste an dieser Geschichte ist, dass "Die Helden von Barmbek" keine Deutschen sind, sondern Ausländer wie Jamel Chraiet und Ömer Ünlü, die nun zu Recht für ihr beherztes Eingreifen gefeiert werden. Schneller als die Polizei und ohne professionelle Waffen haben sie vor Ort zur Festnahme des Attentäters geführt. Hier also endlich mal keine simple Zuordnung von bösen Migranten und deutschen Anschlagsopfern, sondern rein menschliche Hilfsbereitschaft jenseits von Nationalität. Dass der Anschlag selber allerdings mal wieder im Namen Allahs begangen wurde, macht die Aufarbeitung dieses Falls nicht gerade leichter. Die zitierten Barmbeker Jungs dagegen sind dem Gespenst von Allah erfolgreich in den Arm gefallen.

Erwin Koch, Hamburg

Betrügerisches Handeln

Der allgemeine Rechtsgrundsatz, wonach ein überführter Betrüger die Früchte seines unrechtmäßigen Handelns nicht genießen darf, gilt im Asylrecht offenbar nicht. Wer als Asylbewerber seinen Pass wegwirft, will dadurch für den Fall einer Ablehnung seine Abschiebung vereiteln. Da er dann weiterhin seine stattliche Rundumversorgung mit Taschengeld behält, geht seine Rechnung also auf. Der betrogene Steuerzahler muss seinem Betrüger auch weiterhin die Früchte seines unrechtmäßigen Handelns frei Haus liefern. Politiker, die sich nicht in der Lage sehen, diesen Irrsinn zu beenden, dürfen sich nicht wundern, wenn Wähler sich von ihnen abwenden.

Enrick Lange, per E-Mail

Sachbearbeiter trifft keine Schuld

31. Juli: Tödliche Fehl­ein­schät­zun­gen. Täter radikalisierte sich in Hamburg. Doch trotz Hinweisen haben die Behörden die Gefahr nicht erkannt

Sicherlich gibt es Fehleinschätzungen und Schwachstellen in der Behandlung des Attentäters von Barmbek, die umgehend aufgeklärt und abgestellt werden müssen. Die Empörung richtet sich in dem Artikel aber einzig und allein gegen die Sachbearbeiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge und der Polizei in Hamburg, was der Sachlage nicht gerecht wird. Das BAMF wurde überrollt von hunderttausenden Flüchtlingen, Mitarbeiter wurden aus allen möglichen Verwaltungen herangezogen und – mehr als unzureichend ausgebildet – eingesetzt. Wen wundert es, dass gravierende Fehler passieren? Es kommt hinzu, dass die Polizei nicht alle Gefährder aus Personalmangel rund um die Uhr observieren kann. Verantwortlich ist letztlich die Bundeskanzlerin, die mit ihrer Politik diesen Kontrollverlust herbeigeführt hat und offensichtlich bis heute nicht von dem Standpunkt "Wir schaffen das" abrückt. Dieser Aspekt wird allerdings mit keinem Wort in dem Artikel erwähnt, und sie tragen damit zu der verständlichen Verdrossenheit bei, dass die "Kleinen" die Schuld tragen müssen, während die "Großen" so davonkommen.

Hans Dieter Wolf, Hamburg

Starke Impulse für Einzelhandel

31. Juli: Angst vor Leerstand in der City

Laut unabhängigem Gutachten der renommierten Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) vom August 2016, beauftragt durch Hamburg, werden Umsatz-Umverteilungen zu Lasten der bestehenden Innenstadt von maximal sieben Prozent (periodischer Bedarf) bis zu höchstens neun Prozent (modischer Bedarf) kalkuliert. Das wird als planerisch und rechtlich verträglich bewertet. Dabei berücksichtigt das Gutachten noch nicht einmal die erwartet positive Einwohner- und Tourismusentwicklung Hamburgs in den kommenden Jahren. Mehr noch: Die breite Nutzungsmischung, spezielle Einzelhandelsformate und das maritime Milieu werden neue starke Impulse für den städtischen Einzelhandel nach sich ziehen, die auch dem innerstädtischen Einzelhandel zu Gute kommen und die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber dem Onlinehandel stärken. Insgesamt muss Hamburg auch im Einzelhandel wettbewerbsfähiger werden und mit einer eigenen Identität punkten, um für viele Kunden – gerade auch Touristen – attraktiver zu werden. Ein leistungsfähiges Überseequartier gehört dazu.

Prof. J. Bruns-Berentelg,

HafenCity Hamburg GmbH

Alternativer Dieseltreibstoff

31. Juli: Diesel Skandal. Zypries: ,Die Lage ist ernst'

Als leidenschaftlicher Dieselfahrer, treffen mich die Negativschlagzeilen über den Diesel als Luftverschmutzer sehr. Abgasmanipulationen sind unentschuldbar und gehören korrigiert. Um den effizienten Dieselmotor nicht nur mit Hard,- und Software sauberer zu machen, gibt es schon seit einigen Jahren einen Dieseltreibstoff namens C.A.R.E. am Markt, der von der finnischen Mineralölgesellschaft NESTE produziert und unter TOOLFUEL in Deutschland vertrieben wird. Fast flächendeckend gibt es diesen Treibstoff bereits an vielen Wassertankstellen für die Wassersportfahrzeuge an den deutschen Küsten, der bei allen Abgaswerten um ein vielfaches besser ist als der herkömmliche Dieseltreibstoff. Für diesen Alternativtreibstoff sollten sich die Autokonzerne stark machen, sich an den Kosten beteiligen und im Zusammenspiel mit Nachrüstungen den Diesel weiterhin als Verbrennungsmotor attraktiv halten.

Thomas Fetzberger, Bargteheide

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