Norderstedt
Boxen

Razmik Sargsyans Gala-Auftritt im heimischen Ring

Razmik Sargsyan (Kaltenkirchener TS, rechts) ließ seinem Gegner Assad Gaurgargaev aus Raisdorf keine Chance

Foto: Anne Pamperin

Razmik Sargsyan (Kaltenkirchener TS, rechts) ließ seinem Gegner Assad Gaurgargaev aus Raisdorf keine Chance

Das Talent der Kaltenkirchener Turnerschaft begeistert das Publikum in der Marschweghalle bei seinem souveränen Sieg nach Punkten.

Kaltenkirchen.  Harald Sixt hat ein Auge für Talente. Der 67-Jährige, der in seiner aktiven Zeit sechsmal Deutscher Amateurmeister im Boxen war, gibt sein Wissen an junge Faustkämpfer weiter: Er trainiert seit vielen Jahren den Nachwuchs bei der Kaltenkirchener Turnerschaft.

Eines seiner Probleme: Von den zahlreichen Youngstern, die sich nach oben boxen wollen, geben viele schnell wieder auf. Disziplin, Ehrgeiz und Geduld sind gefragt – Tugenden, die nicht jeder mitbringt. Aber Razmik Sargsyan hat sie. Der 15 Jahre alte Armenier lebt erst seit einem Jahr in Deutschland. Seine Eltern mussten ihre Heimat verlassen, mittlerweile hat die Familie in Kisdorf eine neue Bleibe gefunden. Im Internet entdeckte er die Adresse der Kaltenkirchener TS, tauchte Ende 2016 in der Marschweghalle auf und ist seitdem fast täglich beim Training.

Im April wurde er in Plön Landesmeister in der Gewichtsklasse bis 54 Kilogramm. Seinen ersten Auftritt in heimischer Umgebung hatte er nun in der Kaltenkirchener Marschweghalle. Vor 250 Zuschauern setzte sich der Linksausleger in drei zweiminütigen Runden gegen den Raisdorfer Asaad Gaurgargaev souverän nach Punkten durch und bekam außerdem den begehrten Ingo-Zobel-Cup für den besten Nachwuchskämpfer überreicht.

Trainer Harald Sixt schwärmt von seinem Schützling

Harald Sixt: "Razmik ist sehr schnell und hat unglaubliche Reflexe. Er antizipiert gut und kann sich während des Kampfes sofort auf eine neue Situation einstellen. Langsam wird es schwierig, gute Gegner für ihn zu finden."

Im Juniorenbereich traten mit Onur Demirey und Achiraf Nassoma zwei weitere Talente der Kal­tenkirchener Turnerschaft an, beide verließen den Ring jedoch als Verlierer. "Ich hätte mehr machen müssen", sagte der 13 Jahre alte Demirey nach seinem Duell in der Kategorie bis 52 Kilogramm gegen Dilek Israfil (BC Lübeck). Nassoma fightete gegen Vladislav Hitlin (TH Eilbek) zwar wie ein Löwe, wurde von den Zuschauern auch lautstark angefeuert, musste den Sieg am Ende dann aber doch dem Hamburger überlassen.

Höhepunkt der Veranstaltung war der Kampf um den offenen Landespokal zwischen Schleswig-Holsteins Boxer des Jahres, Ahmed Al Saadi (BC Lübeck) und dem Junioren-Europameister bis 64 Kilogramm, Denis Gashi aus Lohne. Letzterer setzte sich nach Punkten durch.

Organisator und Spartenleiter Martin Jahnke freute sich über die gute Stimmung und das faire Publikum. Auch Kaltenkirchens Bürgermeister Hanno Krause saß am Rang und versprach, den Boxsport – ganz im Sinne des früheren Verwaltungschefs Ingo Zobel – weiter zu fördern. Peter Johannssen, Präsident des Schleswig-Holsteinischen Amateurboxverbandes, lobte die KT als guten Ausrichter und stellte zudem fest: "Wir haben tolle Kämpfe gesehen."

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