Norderstedt
Tennis

Tabellenkeller statt Titelkampf für den Hamburger SV

Die Herren 50 des Hamburger SV müssen in dieser Sommerrunde personell improvisieren. Von links: Thomas Dietrich, Thomas Lierhaus, Thorsten Michael, Gottfried Förschner, Joachim Eissner, und Patrick Horst

Foto: Thomas Maibom

Die Herren 50 des Hamburger SV müssen in dieser Sommerrunde personell improvisieren. Von links: Thomas Dietrich, Thomas Lierhaus, Thorsten Michael, Gottfried Förschner, Joachim Eissner, und Patrick Horst

Das mit zwei Niederlagen in die Freiluft-Punktrunde gestartete Herren-50-Regionalliga-Team hofft auf ein Erfolgserlebnis in Berlin.

Norderstedt.  Vergeht der Glanz vergangener Zeiten? Für die Herren-50-Mannschaft aus der Tennisabteilung des Hamburger SV ist es zumindest ein völlig neues Gefühl, in die untere Tabellenregion der Regionalliga abgerutscht zu sein, anstatt – wie in den Jahren zuvor – ein Wort an der Spitze mitzureden. Nach zwei Niederlagen sind die Norderstedter Routiniers erst einmal Schlusslicht in der höchsten Spielklasse des Nordens.

Viermal hintereinander wurden die HSV-Senioren Nordmeister in der Halle, doch in der Sommersaison klappt es einfach nicht mit dem Titelgewinn. Das Team scheitert regelmäßig am übermächtigen Club an der Alster, dem man gleich zum Auftakt der Freiluftsaison auswärts gegenüberstand und mit 2:7 unterlag.

Anschließend folgte zu Hause eine 3:6-Niederlage gegen den SV Zehlendorfer Wespen Berlin. An diesem Sonnabend machen sich die HSVer nun ihrerseits auf den Weg in die Bundeshauptstadt, wo sie um 13 Uhr gegen den LTTC Rot-Weiß antreten werden. Dann könnte der ersehnte erste Sieg fällig sein.

Bevor es so weit ist, hat HSV-Spitzenspieler Thomas Lierhaus im Internet wie üblich wissenswerte Infos über seinen Gegner eingeholt. Er trifft an Nummer eins auf Wolfgang Dörr, der früher in der deutschen Rangliste vertreten war. Doch Lierhaus kennt das schon. An seiner Position ist es schwierig zu punkten, aber er ist im mer noch unbesiegt. Gegen den Club an der Alster drohte die Erfolgsserie gegen den höher eingeschätzten David de Miguel-Lapiedra zu reißen. Dann aber gab der Spanier gleich nach dem ersten Spiel auf, die starke Bilanz von Lierhaus blieb somit unbeschadet.

Seit langer Zeit ist es gang und gäbe, dass sich höherklassige Vereine unter anderem mit internationalen Cracks verstärken, um wettbewerbsfähig zu sein. Um den Legionären Tenniseinsätze auf Abruf schmackhaft zu machen, müssen die Clubs allerdings tief in die Tasche greifen. Beim HSV ist so etwas kein Thema. "Wir kommen auch allein zurecht, weil wir eine verschworene Truppe sind, die seit Jahren in allen Altersklassen zusammenspielt. Und das macht uns immer wieder stark."

Tommy Lierhaus glaubt, dass seine Mannschaft sich zu Beginn mit den beiden stärksten Gegnern auseinandersetzen musste. Nun aber sollte es in der Regionalliga aufwärts gehen. "Von einem Abstieg in die Nordliga wird schon bald keine Rede mehr sein."

Die HSV-Cracks plagen jedoch zunehmend personelle Probleme. So fällt Jörg Wegner wegen eines Bandbandscheibenvorfalls und einer Wadenzerrung mindestens drei Wochen aus. Jens Pütz ist operiert worden – für ihn ist die Saison vorbei. Letztlich muss jetzt auch Thorsten Michael aufgrund einer Zerrung pausieren. "Das alles ist schwer zu kompensieren", sagt Lierhaus. "Von acht Leuten unseres Kaders sind sechs angeschlagen."

Die Damen 30 des HSV dürfen derweil vom Wiederaufstieg in die Regionalliga träumen. Es gibt nur vier Nordligaspiele, und zwei davon hat die Mannschaft bereits zwei für sich entschieden. Nachdem es beim 6:3 gegen den Schenefelder TC eine harte Auseinandersetzung mit sechs Match-Tiebreaks gegeben hatte, wirkte das Team beim 7:2 gegen den Club zu Vahr souverän. Auf die Crew um Mannschaftsführerin Ute Stahlke wartet am Sonntag (11 Uhr) die möglicherweise entscheidende Partie gegen den THC Ahrensburg.

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