Pinneberg
Wedel

Weinfest: Roths macht es lieber allein

Weinkönigin Julia II und Veranstalter Nikolaus Roth stoßen beim Weinfest 2015 an

Foto: Katy Krause

Weinkönigin Julia II und Veranstalter Nikolaus Roth stoßen beim Weinfest 2015 an

Vor einem Jahr wollte sich Nikolaus Roth noch aus der Organisation zurückziehen. Verein Roth-Wein-Club wird aufgelöst.

Wedel.  Der Künstler und Werbeagentur-Inhaber Nikolaus Roth will das Wedeler Weinfest entgegen früherer Ankündigungen auch künftig allein auf die Beine stellen – mit seiner Firma Media-Service Roth GmbH als offiziellem Veranstalter. "Und zwar so wie in den 27 zurückliegenden Jahren auch", sagt Roth auf Anfrage. Und: "Die Organisation ist in vollem Gange." Zehn Winzer werden seinen Worten zufolge Stände auf dem Rathausplatz aufbauen, an fünf weiteren Buden sollen Besucher ihren Hunger stillen können. Termin: 25. bis 27. Mai.

Das kommt insofern überraschend, als Roth noch vor einem Jahr angekündigt hatte, sich nach und nach aus der Organisation der von ihm ins Leben gerufenen Traditionsveranstaltung zurückziehen zu wollen. Da war er 80. Ein Verein mit dem hintersinnigen Namen Roth-Wein Club wurde gegründet, sollte – Stand Mai 2016 – das Fest in diesem Jahr erstmals tragen.

Doch Roth hat es sich anders überlegt, und so erklärt sich nun auch, dass Vereinsmitglied Michael Koehn als "Liquidator" die Auflösung des Vereins bekannt gegeben hat (wir berichteten). Ganz offensichtlich, das wird sehr deutlich, hat die Chemie nicht gestimmt. Roth: "Ich habe in 27 Jahren ein besonderes Flair in dieses Fest reingebracht, und ich möchte da nichts brachial geändert haben." Über den Verein sagt er: "Es ist dabei nicht das herausgekommen, was ich mir gewünscht hätte."

Michael Koehn gibt hingegen zu bedenken, dass der Sinn eines Vereins nicht sei, eine Firma beziehungsweise eine Privatperson zu unterstützen. Einige Vereinsmitglieder und er wären offenbar bereit gewesen, die Organisation in ihre Hände zu nehmen. "Aber Herr Roth hat gesagt, er wolle es doch lieber allein machen." Und ein Club, "der keine Chance hat", mache keinen Sinn. Das verbleibende Vereinsvermögen soll nun an den Verein Menschen helfen Menschen übertragen werden.

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