Pinneberg
Moorrege

Schimmel: Kompletter Sporthallenboden muss raus

Die Moorreger Sporthalle bleibt weiterhin gesperrt

Foto: Thomas Pöhlsen / HA

Die Moorreger Sporthalle bleibt weiterhin gesperrt

Schlimmer als gedacht: Flächendeckender Schimmelbefall in der Moorreger Halle An'n Himmelsbarg. Kritik am Schulverbandsvorsteher.

Moorrege.  Es ist noch viel schlimmer als befürchtet: "Flächendeckend" ist der Untergrund der Sporthalle An'n Himmelsbarg mit Schimmel befallen, sagt André Goetze vom Amt Geest und Marsch Südholstein. Dies ist das Ergebnis eines umfangreichen Gutachtens, das das Amt als Geschäftsführer des Schulzentrums Moorrege in Auftrag gegeben hatte. Zur Sanierung muss der gesamte Schwingboden abgetragen werden. Zudem wird an zwei Wänden komplett die Holzvertäfelung abgenommen. Auch dahinter war Schimmel gefunden worden.

Durch Öffnungen im Schwingboden, die etwa für die Aufstellung von Pfosten vorgesehen sind, haben Gutachter Proben vom Untergrund der Halle genommen, erklärt Goetze. Diese waren in einem Labor untersucht und die Ergebnisse an den Gutachter weitergeleitet worden, der seine Schlussfolgerungen zog. Goetze schränkt ein, dass mit dem Gutachten die Ursache noch nicht wirklich geklärt ist. Das könnte möglicherweise erst geschehen, wenn der Fußboden abgetragen wurde.

Zwischenlösungen für Schule und Sportvereine gefordert

Im Amt wird noch auf ein zweites Gutachten gewartet, das von der Gebäudeversicherung in Auftrag gegeben wurde. Sollte ein defektes Abwasserrohr Ursache des Schadens sein, müsste die Versicherung für die Beseitigung des Schadens aufkommen. Beide Gutachten müssen danach noch abgeglichen und gegebenenfalls das Vorgehen mit der Versicherung abgestimmt werden.

Angesichts der zu erwartenden Sanierungskosten muss sich voraussichtlich die Schulverbandsversammlung beraten, bevor losgelegt werden kann. Wie zeitnah das Amt eine Spezialfirma für diese Arbeiten findet und wann die Halle wieder nutzbar ist, mag Goetze nicht vorhersagen.

"Das ist starker Tobak", sagt der Holmer SPD-Fraktionsvorsitzende Dietmar Voswinkel. Die Gemeinden Moorrege, Holm, Heist, Haseldorf und Haselau sind Träger des Schulzentrums. "Warum sind diese Untersuchungen nicht schon im Januar gemacht worden, als der Schimmel entdeckt wurde?", fragt er. So sei kostbare Zeit verschwendet worden. Angesichts der längerfristigen Schließung müssten Lösungen für den Sportbetrieb der Gemeinschaftschule und der Vereine gefunden werden.

Der Moorreger SPD-Fraktionsvorsitzende Dirk Behnisch kritisiert den Schulverbandsvorsteher und Moorreger Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg (CDU): "Wir bekommen keinerlei Informationen." 2015 habe es bereits einen Wasserschaden gegeben, desgleichen im Dezember 2016, doch es sei nichts unternommen worden. "Der Verbandsvorsteher sagt, er hat genügend getan, doch ich glaube das nicht", sagt Behnisch. Karl-Heinz Weinberg war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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