Pinneberg
Kreis Pinneberg

Handwerkskammer warnt vor Betrugsmaschen

Per E-Mail oder Telefon werden überweisungsberechtigte Mitarbeiter gebeten, eine größere fünf- bis achtstellige Summe ins Ausland zu transferieren

Foto: Federico Gambarini / dpa

Per E-Mail oder Telefon werden überweisungsberechtigte Mitarbeiter gebeten, eine größere fünf- bis achtstellige Summe ins Ausland zu transferieren

Unternehmen sollten ihre Mitarbeiter sensibilisieren, damit die nicht auf den Chef- oder den Jasager-Trick reinfallen.

Kreis Pinneberg.  Die Handwerkskammer Lübeck, die auch für den Kreis Pinneberg zuständig ist, warnt vor zwei Betrugsphänomenen, die derzeit im gesamten Bundesgebiet wieder verstärkt auftreten. Dabei handelt es sich zum einen um die sogenannte "Chef-Masche", bei der Unternehmensmitarbeiter zur Überweisung eines hohen Geldbetrages gebracht werden sollen.

Mit der "Chef-Masche" zielen Betrüger nicht nur auf große Unternehmen, auch kleine und mittelständische Betriebe sind betroffen. Per E-Mail oder Telefon werden überweisungsberechtigte Mitarbeiter gebeten, eine größere fünf- bis achtstellige Summe ins Ausland zu transferieren. Meist ist von einer dringend erforderlichen Investition die Rede, und es wird zur Eile gedrängt. Die Betrüger sammeln im Vorfeld akribisch Informationen über das Unternehmen und nutzen häufig eine Abwesenheit der Geschäftsleitung, um sich mit den Mitarbeitern in Verbindung zu setzen. Dabei würden verfälschte E-Mail-Adressen, die auf den ersten Blick wie die echte Adresse des Geschäftsführers aussehen, und verschleierte Telefonnummern genutzt. Landeskriminalämter raten daher Unternehmen, Mitarbeiter für diese Betrugsmasche zu sensibilisieren.

Im Zweifel lieber einmal zu viel Rücksprache halten

Auch Ulf Grünke, Leiter der Rechtsauskunft der Handwerkskammer Lübeck, rät zur Vorsicht bei ungewöhnlichen und besonders eiligen Zahlungsaufforderungen: "Mitarbeiter sollten dann immer noch einmal Rücksprache mit ihrem Vorgesetzten halten." Wichtig sei auch, bei der Rücksprache nicht die angegebene Telefonnummer beziehungsweise die E-Mail-Adresse des Absenders zu benutzen.

Bei der zweiten Betrugsmasche versuchen Anrufer, die angerufene Person am Telefon dazu zu bringen, "Ja" zu sagen. Dabei geben sie beispielsweise vor, dass sie eine Umfrage durchführen oder es Probleme mit dem Telefon gibt. Ziel ist eine Aufnahme des Anschlussinhabers, bei der er deutlich "Ja" sagt. Dieser Teil der Aufnahme wird im Anschluss so zusammengeschnitten, dass der Eindruck entsteht, der Angerufene habe einem Vertrag mündlich zugestimmt. Es folgen Rechnungen oder E-Mails mit Zahlungsaufforderungen. Der angebliche Vertragsschluss soll mit diesen verfälschten Aufnahmen belegt werden. Auch hier rät die Handwerkskammer Lübeck Betrieben, äußerst wachsam zu sein. Grünke: "Betroffenen raten wir dazu, den vermeintlich geschlossenen Vertrag vorsorglich wegen arglistiger Täuschung anzufechten."

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