Pinneberg
Schon wieder Feuer

Immer wieder brennt es an der Dingstätte

Feuerwehrleute an der Dingstätte bei der Arbeit

Foto: TVR News Network / HA

Feuerwehrleute an der Dingstätte bei der Arbeit

In der Pinneberger Innenstadt treibt wohl ein Feuerteufel sein Unwesen. 50 Einsatzkräfte bekämpfen Kellerbrand

Pinneberg.  Die unheimliche Serie von Bränden in der Pinneberger Innenstadt geht weiter. Nach zwei Feuern im Hochhaus an der Dingstätte 30, die im April und Mai diesen Jahres die Bewohner in Angst und Schrecken versetzten, brannte es in der Nacht zu Donnerstag im Keller des gegenüberliegenden Wohn- und Geschäftshauses mit der Adresse Dingstätte 29. Auch dieses Gebäude ist der Feuerwehr bekannt. Sie musste dort zuletzt Ende Oktober 2015 einen langwierigen Kellerbrand löschen.

"Wir ermitteln in allen Fällen wegen schwerer Brandstiftung", bestätigt Polizeisprecher Nico Möller. Bisher würden die Ermittler der Kripo aber im Dunkeln tappen. Das gelte für das Feuer im Oktober 2015, für die beiden Hochhausbrände und auch die jüngste Brandstiftung vom Donnerstag. Möller: "Zeugen werden dringend gebeten, sich unter der Telefonnummer 04101/20 20 mit der Kripo Pinneberg in Verbindung zu setzen."

Es war 1.13 Uhr, als der Alarm bei der Pinneberger Feuerwehr auflief. Ein Bewohner war offenbar um diese Zeit von der Arbeit nach Hause gekommen und hatte den Brand bemerkt. Er sperrte dann auch den Einsatzkräften die verschlossene Tür zu dem Wohn- und Geschäftshaus auf.

Mehreren Bewohnern war der Fluchtweg versperrt

"Als wir eintrafen, war eine sehr starke Rauchentwicklung aus dem Gebäude zu sehen", sagt Pinnebergs Wehrführer Claus Köster. Schnell sei klar gewesen, dass der Brandherd im Keller liegt. "In den oberen Geschossen befanden sich mehrere Bewohner, denen der Fluchtweg durch das völlig verqualmte Treppenhaus abgeschnitten war", so der Wehrführer weiter. Per Drehleiter hätten sich Feuerwehrleute zu den Eingeschlossenen vorgekämpft und sie betreut. Köster: "Wir haben uns entschieden, die Personen in ihren Wohnungen zu lassen. Dort konnten sie sich gefahrlos aufhalten."

Währenddessen kämpfte sich ein Trupp der Wehr unter Atemschutz in den Keller vor. Dort gibt es mehrere Holzverschläge, die durch Drahtzäune voneinander getrennt sind. "In einem Verschlag wurde Unrat angezündet, das Feuer hat dann auf andere Verschläge übergegriffen", so Polizeisprecher Möller. Laut Feuerwehrchef Köster waren in einem Kellerraum große Mengen Textilien gelagert, die in Brand geraten waren. "Wir mussten die per Hand auseinanderziehen und einzeln ablöschen. Da war null Sicht und eine enorme Hitze, das war absolute Schwerstarbeit."

Die Pinneberger Feuerwehr war mit 50 Einsatzkräften und zehn Fahrzeugen vor Ort. "Wir haben zum Schluss die glimmende Kleidung mit Schaum abgedeckt", so Köster weiter. Um kurz vor 4 Uhr sei der Einsatz für die Feuerwehr beendet gewesen. Die Ermittler der Kripo haben den Brandort beschlagnahmt. Das Haus selbst ist bewohnbar, auch wenn in Teilbereichen die Stromversorgung nicht mehr funktioniert. Die Höhe des Schadens ist noch unbekannt.

Auch am 22. Oktober 2015 hatte es im Keller des Gebäudes gebrannt. Auch damals hatten die Feuerwehrleute Mühe, im verwinkelten und zugestellten Keller zum Brandherd vorzudringen. Im gegenüberliegenden Hochhaus Dingstätte 30 brannte es in der Nacht zum 26. April im Kellerbereich. Weil die Tür zum Treppenhaus offenstand, drang Rauch in mehrere Wohnungen ein, sodass 39 der 72 Hausbewohner mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung behandelt werden mussten. Am 16. Mai schlugen dann Flammen aus dem Dachboden des Gebäudes.

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