Pinneberg
Oddset-Pokal

Der SVHR gelingt die große Überraschung

Nach dem 1:0-Erfolg gegen Serienmeister Dassendorf umarmen und klatschen sich die  die HR-Spieler freudestrahlend ab

Foto: Michael Stemmer

Nach dem 1:0-Erfolg gegen Serienmeister Dassendorf umarmen und klatschen sich die die HR-Spieler freudestrahlend ab

Fußballer ziehen nach 1:0-Sieg gegen TuS Dassendorf ins Halbfinale ein. Das Duell mit Altona 93 findet voraussichtlich am 1. Mai statt.

Halstenbek.  "Natürlich sollte der Ball aufs Tor, das war die Absicht. Dass er so einschlägt, das ist ein Traum." Mit einem Sonntagsschuss am Ostermontag hat Christian Okafor den Fußballern der SV Halstenbek-Rellingen den Weg ins Oddset-Pokal-Halbfinale geebnet.

Der Traum geht weiter, nachdem der Oberliga-Drittletzte im Viertelfinale die riesige Überraschung eines 1:0 (1:0) über den Oberliga-Zweiten TuS Dassendorf zustande gebracht hat. Gegner (voraussichtlich am 1. Mai) wird auf dem Jacob-Thode-Sportplatz der mit Dassendorf punktgleiche Oberliga-Spitzenreiter Altona 93 sein.

Die Halstenbeker dürfen sich auf eine vierstellige Zuschauerzahl einstellen. Mit dabei sind dann garantiert auch wieder zwei Dauergäste aus Rellingen. Herbert Heider und Dieter Thiel reagierten begeistert auf die Szene, die gegen die Dassendorfer in der 44. Minute die Entscheidung brachte. "Dieser Treffer allein war schon das Eintrittsgeld wert."

Umringt von drei Gegenspielern hatte Niklas Siebert den Ball von der linken Strafraumkante in den Rückraum gepasst. Okafor riskierte einen Direktschuss aus 20 Metern mit dem rechten Außenrist. Der Ball drehte hoch in die rechte Ecke. Der Spielverlauf bis dahin war auf den Kopf gestellt. Und der Wind drehte sich auch nicht mehr, im Gegensatz zum Ball. Im Verbund mit dem Glück des Tüchtigen verteidigten die Halstenbeker den Vorsprung bis zum Abpfiff leidenschaftlich. "Dieser Sieg gibt uns Mut und Kraft für die kommenden wichtigen Aufgaben", glaubt der Torschütze.

Schon am Freitag bestreiten die Halstenbeker eine vorentscheidende Partie im Kampf um den Klassenerhalt beim FC Süderelbe. Wie sie den Tanz auf zwei Hochzeiten gestalten wollen, ist zunächst noch ein Rätsel. Verzichten müssen sie in Hausbruch jedenfalls auf den gegen die Dassendorfer starken Sascha Richert, der nach seiner Roten Karte in Buxtehude nachträglich für zwei Partien gesperrt wurde.

Innenverteidiger Vincent Ermisch spielt offenbar keine Rolle mehr. Was ist mit Benjamin Brameier und Sebastian Krabbes, die ihren Einsatz im Pokalkampf mit Verletzungen bezahlten? So oder so ähnlich hörten sich die Fragen allerdings auch vor dem Dassendorfer Gastspiel in Halstenbek an. Dann bekamen die Zuschauer so ziemlich jede Plattitüde bestätigt, die Trainer und Begleitpersonen in der Rolle des Außenseiters so von sich geben. "Der Pokal hat seine eigenen Gesetze." Oder: "Wir haben keine Chance, die wollen wir nutzen." HR-Coach Heiko Barthel hatte sich für diese Formulierung entschieden: "Dieses ist das dankbarste Spiel der Saison, weil wir nichts zu verlieren haben."

Dann passierte genau das, was den Gastgebern in die Karten spielte. Die Dassendorfer ließen während der ersten Viertelstunde drei Topchancen ungenutzt. Mit jeder Minute ohne Gegentor wurde die SVHR kesser. "Das 0:0 bis zur Halbzeit verteidigen. Das wäre göttlich", wünschte sich HR-Manager Oliver Berndt. Es kam ja noch viel besser. Ihre ersten Warnschüsse gaben die Halstenbeker in der 38. Minute ab, als Okafor nach tollem Duett mit Sergio Batista frei vor TuS-Keeper Frederic Böse auftauchte. Alle rauften sich die Haare. Böse wehrte den Ball ab, Batistas und Okafors Nachschüsse brachten nichts ein.

Dann schockte Oka"tor" den Favoriten, Oberliga-Meister 2014, 2015 und 2016, mit seiner Aktion, die im Museum als "Kunst" durchginge. Es wurde hektisch auf dem Rasen, der beim 1:2 gegen den Wedeler TSV so stark gelitten hatte, vor allem in der 77. Minute. Yannick Sottorf stört Beytullah Atug beim Schussversuch regelwidrig. Bevor Sven Möller den Freistoß ausführt, stellt sich Joe Warmbier direkt vor Keeper Mirko Oest, macht jeden Schritt, jede Bewegung des Torhüters mit. Der kämpferisch einmalige Niklas Siebert eilt dazu und schiebt Warmbier zur Seite. Atem anhalten. Kommts jetzt zur Eskalation? Warmbier verzieht sich aus dem Strafraum, Möllers Freistoß wird zur Beute von Oest, der sich ansonsten allerdings drei Fangfehler leistet. Beim Abpfiff nach 94 Minuten zieht Heiko Barthel "alle Hüte" vor allen eingesetzten Akteuren.

Tor: 1:0 Okafor (44.).
Schiedsrichter: Roedig (Altona 93).
Zuschauer: 180. Unterhaltungswert: mittel. SV Halstenbek-Rellingen: Oest – D. Ghadimi, Schöttke, Krabbes (88. Karakaya), Richert – Brameier (46. Telli), Sottorf – Batista, Behrami (81. Hermanowicz), Siebert – Okafor.

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