Pinneberg
Fussball

Oberligisten aus dem Kreis erreichen vierte Pokalrunde

SVR-Stürmer Pascal Haase hat zahlreiche Chancen; Daniel Bruhn und Jannik Suhr vom FCQ können hier wie Sulayman Dampha und Moussa Mane (v. l.) nur zusehen

Foto: Ulrich Stückler

SVR-Stürmer Pascal Haase hat zahlreiche Chancen; Daniel Bruhn und Jannik Suhr vom FCQ können hier wie Sulayman Dampha und Moussa Mane (v. l.) nur zusehen

SV Rugenbergen und Wedeler TSV gewinnen im Oddset-Cup gegen unterklassige Gegner. Die Favoriten tun sich indes phasenweise schwer

Quickborn/Wedel.  Ralf Palapies gab kein Pardon. In der 51. Minute winkte der Coach des SV Rugenbergen Konstantinos Kordistos vom Kunstrasen. Der fünffache Torschütze in der zweiten Oddset-Pokalrunde bei Cosmos Wedel hatte dem 1. FC Quickborn mit einem schweren Fehlpass vor dem eigenen Strafraum das Anschlusstor geschenkt. Die Bönningstedter Oberliga-Fußballer waren im Gegensatz zu ihrem Trainer gnädig und beließen es in der dritten Runde bei einem 3:1 (2:0) über den Tabellensechsten der Staffel West (Bezirksliga).

"Alter Schwede", rief Palapies. So brachte der Coach sein Erstaunen zum Ausdruck, dass Moussa Mane und Pascal Haase auch mit besten Möglichkeiten nichts anzufangen wussten. FCQ-Coach Jan Ketelsen instruierte seinen Abwehrchef Daniel Bruhn. "Kommandos geben. Die Nebenleute namentlich ansprechen, wenn Rugenbergen die Positionen wechselt." Aber Dennis von Bastian und der schnelle Sulayman Dampha erwiesen sich für die Gastgeber als unberechenbare Faktoren.

Als FCQ-Keeper Lennart Rusche den Ball mit dem Kopf aus der Gefahrenzone beförderte, gelang von Bastian im Nachschuss aus 25 Metern das 1:0 des Favoriten (4.). Dampha münzte Querpässe von Kevin Beese (9.) und von Bastian (62.) in Torerfolge um. Zudem hatte der frühere A-Junior des SC Condor Pech mit einem Pfostenschuss (20.). Auf der anderen Seite sprang der Ball nach Flanke von Johannes Pergande auf die Querstange hinter SVR-Keeper Patrick Marciniak (44.).

Beim Abpfiff demonstrierten 130 Fans mit viel Beifall Gefallen am unterhaltsamen Spiel. Schließlich war zwischendurch sogar Spannung aufgekeimt, Kordistos sei Dank. Der eingewechselte Arijan Dervisholli setzte sofort Hasan Mike, intern nur "Hasanovic" genannt, in Szene. Der FCQ-Stürmer – schon neun Torerfolge diese Saison in fünf Pflichtspielen – stellte seine hervorragende Schusstechnik unter Beweis. Der Ball schlug unhaltbar in der linken Ecke ein (1:2). Jan Ketelsen bedankte sich dafür, dass sich sein Team vom SVR viel abschauen konnte. Damit meinte der FCQ-Coach aber bestimmt nicht die Chancenverwertung.

Auf dem Grandplatz am Steinwiesenweg buhten unterdessen die Fans des HFC Falke (Bezirksliga Nord) unter den 450 Besuchern den Schiedsrichter aus. Oberligist Wedeler TSV erntete nach seinem 4:1 (1:0)-Erfolg Applaus. Es hatte sich herumgesprochen, dass HFC-Coach Dirk Hellmann und HFC-Verteidiger Christopher Dobirr auf eine harmonische Wedeler Vergangenheit zurückblicken. Missfallensbekundungen waren für Walter Zessin, Vorsitzender der WTSV-Fußball-Liga, nachvollziehbar. In der 87. Minute hatte Tim Vollmer ein unglückliches Eigentor fabriziert. Die Wedeler führten nur noch 2:1, die Gastgeber witterten Morgenluft. Zwei Minuten später sah Falke-Akteur Christian Schümann (FC Elmshorn, SV Lieth) die Rote Karte, als er den Schiedsrichter – keineswegs in böser Absicht – leicht berührte. Zessin pflichtete den Protestlern bei. "Das war niemals Rot." In der 75. Minute hatte sich Tobias Herbert aus den Reihen des HFC Gelb-Rot eingehandelt. Gegen nur neun Mann führten Theo Ganitis (3:1/89.) und Ali Moslehe (4:1/Nachspielzeit) die Entscheidung herbei.

Wedels Trainer Jörn Großkopf äußerte sich "hoch zufrieden" über seine Elf, die er im Vergleich zum Punktspiel gegen Concordia auf sechs Positionen verändert hatte. "Schließlich haben wir grenzwertige Bedingungen vorgefunden, mit denen wir uns arrangieren mussten", sagte Walter Zessin. Mit 15 Minuten Verspätung fing es an, weil die fehlerhaften Tornetze geflickt wurden. Ein Platzregen zwischendurch verwandelte den Untergrund in extrem rutschiges Geläuf, auf dem in der 82. Minute HFC-Spieler Niclas Spranger, der den Ball nach einem Pfostenschuss des eingewechselten Tim Jeske über die eigene Torlinie stolperte (0:2), den Halt verlor. Das Wedeler 1:0 hatte Sonay Hayran mit einem Freistoß fast von der Eckfahne erzielt (30.).

© Hamburger Abendblatt 2017 – Alle Rechte vorbehalten.

Abendblatt Digital

Testen Sie jetzt 2 Wochen gratis das digitale Hamburger Abendblatt!