Pinneberg
Baseball

Der Ball-Park in Holm wird umgestaltet

Baseball-Abteilungsleiter André Schriever arbeitete mit seinem Team im TSV Holm drei Jahre an der Planung. Nun soll es Ende September losgehen

Foto: Frederik Büll / HA

Baseball-Abteilungsleiter André Schriever arbeitete mit seinem Team im TSV Holm drei Jahre an der Planung. Nun soll es Ende September losgehen

Für 371.500 Euro erhalten die Westend 69ers eine zweitligataugliche Anlage. Das Spielfeld wird unter anderem um 60 Meter verschoben.

Holm.  "2014 stand ich mit Anette Wille auf dem Parkplatz, wir haben auf das Baseballfeld geguckt und darüber gesprochen, dass wir gern unsere Heimspiele nicht mehr auswärts austragen wollen", sagt André Schriever (32), Abteilungsleiter der Holm Westend 69ers. Schon zu damaligen Regionalliga-Zeiten (2015 und 2016) hatten die Spielfeldmaße nicht den Richtlinien des Deutschen Baseball Verbandes (DBV) entsprochen – die Holmer Baseballer trugen ihre Heimspiele in der knapp eine halbe Autostunde entfernten Arena der Elmshorn Alligators aus.

Nun sollen nach einer dreijährigen Planungsphase die ersten Bauarbeiten bereits Ende September, wenn die meisten Vögel ihre Brutzeit beendet haben, beginnen. Die gesamte Anlage wird vergrößert und um circa 60 Meter in das angrenzende Waldgebiet verschoben – bis an eine Wanderdüne heran.

60 Bäume werden gefällt – 120 neue gepflanzt

"60 Bäume müssen gefällt werden,
auf einer Ausgleichsfläche werden dafür 120 neue gepflanzt", sagt Schriever.
Zudem müssen ein Spielplatz mit einem Streetballkorb, zwei Fußballtore und eine Skate-Anlage weichen. Teilweise werden die Geräte wieder neben der Tennishalle aufgebaut, dort entstehen noch eine Boule-Bahn, ein Grillplatz und ein Soccer-Käfig.

Die Gesamtfläche des Holmer Ballparks beträgt dann für die Baseballer 15.000 Quadratmeter – für Jugendfußball-Spiele und Trainingseinheiten wäre theoretisch ebenfalls noch Platz. Bislang betrug beispielsweise der Abstand zwischen Abschlag und angrenzendem Zaun neun Meter, dieser wird den Richtlinien entsprechend auf 18 Meter erweitert, das sogenannte Rightfield von 60 Metern auf 95 Meter. Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des TSV Holm wurde das Vorhaben der etwa 120-köpfigen Baseball-Sparte des Clubs abgesegnet.

Das Architekturbüro Geo3, ein im Bau von Baseball-Anlagen erfahrenes Unternehmen, das seinen Sitz in der Nähe der niederländischen Grenze hat, ermittelte eine Gesamtkostenaufstellung von etwa 371.500 Euro. Circa 167.000 Euro muss der Verein aus eigenen Mitteln tragen. 156.300 Euro sollen über einen aufzunehmenden Kredit finanziert werden. Etwa 11.000 Euro werden der Vereinskasse entnommen. Unterstützt wird das Projekt zudem mit Fördermitteln des Landessportverbandes (60.000 Euro), des Kreissportverbandes und des Kreises Pinneberg (72.100 Euro) sowie der Gemeinde Holm (72.100 Euro).

"Alle standen dem Vorhaben positiv gegenüber. Allen voran Holms Bürgermeister Walter Rißler und die Mitarbeiter der Gemeinde, aber auch der Gesamtvorstand des TSV mit Jon Lüers und Frank Lehmberg", berichtet Schriever, der selbst seit 1997 mit einer dreijährigen Unterbrechung in Holm Baseball spielt.

Unterstützt wird der im Marketing der Wedeler Stadtsparkasse tätige, gelernte Bankkaufmann von seiner Stellvertreterin Anette Wille und Kim Gut­sche, die vor allem den Kontakt zum Architekten hält und zudem als Pressewartin des TSV Holm tätig ist. Fünf weitere Helfer kommen noch dazu. "Läuft alles nach Plan, soll der Umbau im Sommer 2018 abgeschlossen sein", sagt Outfielder Schriever, der 2017 aufgrund des Berufs und Bauvorhabens jedoch noch keine Partie bestritten hat. Mit dem Verband wurde bereits über die nächste Spielzeit gesprochen: In der ersten Saisonhälfte wollen die Westend 69ers im kommenden Jahr ihre Auswärtsspiele bestreiten; nach Fertigstellung soll im neuen Schmuckkästchen gespielt werden. "Wichtig ist aber natürlich auch, dass wir einen Plan B in der Tasche haben. Wir verhandeln noch, ob wir im Fall der Fälle wieder beim Nachbarn aus Elmshorn antreten dürfen", sagt der Abteilungsleiter. Nach der Strukturreform und dem Wegfall der Regionalligen entschieden sich die Alligators für den Gang in die Verbandsliga.

Die Westend 69ers hingegen wagten den Sprung in die 2. Bundesliga Nord. Zurzeit rangiert das Team auf dem sechsten Tabellenplatz von sieben Mannschaften, hat den Klassenerhalt bereits sicher. "Die erste Hälfte der Spielzeit lief schlecht, aber zuletzt gab es sieben Siege aus zehn Partien.
Dabei stehen in dem jungen Team mit den Pitchern Frank Röpke und Jonathan Otto nur zwei zweitligaerfahrene Akteure", sagt Schriever. Mit Erfolgen in den zwei Nachholspielen bei den Hamburg Marines am 23. September könnte Holm noch Vierter werden. Aber selbst im Fall eines Abstiegs in den kommenden Jahren haben die Holm Westend 69ers vermutlich gut investiert. "Zu Verbandsliga-Zeiten durften wir hier zwar spielen, mussten aber wegen des zu kleinen Spielfelds eine Strafgebühr an den Verband zahlen", erklärt der Wedeler.

Erstliga-Ambitionen gibt es mittelfristig keine. Kategorisch ausgeschlossen sei dies aber nicht. "Der Wunsch ist da, klar. Aber das ist vorerst kein Ziel." Im Vordergrund stehe das Projekt Baseball-Arena, denn: "Wir wollen endlich wieder in Holm spielen."

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