Stormarn
Feuerwehreinsatz

Großfeuer zerstört Liebhaberstücke in Reinfeld

Am nächsten Morgen wird das Ausmaß der Großfeuers in einer Reinfelder Autohalle sichtbar. Mehrere Oldtimer sind völlig zerstört worden

Foto: Dorothea Benedikt / HA

Am nächsten Morgen wird das Ausmaß der Großfeuers in einer Reinfelder Autohalle sichtbar. Mehrere Oldtimer sind völlig zerstört worden

Lagerhalle brennt nieder. Oldtimer, Motorräder und historische Lkw vernichtet. Polizei schätzt einen Schaden in Millionenhöhe.

Reinfeld.  Lediglich die Gerippe sind noch zu erkennen. Doch die Formen der ausgebrannten Autos lassen schnell erahnen: Hier haben die Flammen wahre Liebhaberstücke zerstört. Der Schaden geht in die Millionen.

Beamten der Autobahnpolizei, die auf der A 1 Streife fuhren, fiel in der Nacht zu Montag ein heller Feuerschein über dem Reinfelder Gewerbegebiet auf. Dort angekommen, entdeckten sie das Feuer in einer Halle an der Feldstraße und alarmierten die Feuerwehr.

"Als wir am Einsatzort eintrafen, stand das Gebäude schon in Vollbrand", erinnert sich Torben Struck, Gemeindewehrführer in Reinfeld. "Die Scheiben sprangen in dem Moment raus und die Flammen schlugen aus dem Gebäude."

Auch eine 48 Jahre alte Anwohnerin, die hinter dem Firmengelände in einem angrenzenden Wohngebiet lebt, hörte in der Nacht, wie es mehrfach knallte. "Als ich aus dem Fenster guckte, war ein heller Lichtschein am Himmel zu sehen und kurz darauf hat man schon die Sirenen der Feuerwehr gehört", erinnert sich die Frau, die am nächsten Morgen vor der völlig zerstörten Halle steht. "Die Halle hatte eine Glasfront, sodass man die Oldtimer sehen konnte", erinnert sich die Reinfelderin, die den Autos aber nie viel Aufmerksamkeit geschenkt hat. "Ich interessiere mich nun mal nicht für Oldtimer", sagt sie. Anders ein Mann, der am nächsten morgen wehmutig am Tor steht: "Das war ein Showroom, mit Oldtimern, alten Harleys und Booten, schick sah das da drinnen aus."

Feuerwehr konnte die Nachbargebäude schützen

Auch zwei Kleinlaster vom Typ IFA W50, die in der DDR gebaut wurden, standen in der Halle. Sie sind ebenfalls völlig ausgebrannt. Von der etwa 1500 Quadratmeter großen Halle, die wie ein Verkaufsraum eines Autohändler aufgebaut war, ist nur noch die Stahlkonstruktion übrig geblieben. Struck vermutet, dass ein Autosammler dort seine Autos untergebracht hatte.

"Zunächst haben wir die angrenzenden Gebäude und eine an der Halle stehende Jacht geschützt und verhindert, dass die Flammen auf diese überschlagen", sagt der Gemeindewehrführer und spricht von einem Riegel, der in solch einem Fall aufgebaut wird. Zudem wurden die benachbarten Häuser mit Wasser gekühlt.

Weil die Glasfront der Halle zersprungen war, konnten die Helfer durch die Öffnungen die Flammen mit Wasser bekämpfen. Doch betreten konnten sie die Halle nicht. "Das wäre zu gefährlich gewesen." Denn in dem Gebäude herrschten bis zu 1000 Grad Celsius. Das sind Temperaturen, bei denen sich Stahl verbiegen kann. Es bestand also akute Einsturzgefahr. "Deswegen haben wir einen Bagger angefordert", sagt Struck. "Mit der Schaufel des Baggers wurden einzelne Fahrzeuge aus der Halle gezogen, damit wir sie ablöschen konnten."

Rund 100 Feuerwehrleute von sechs freiwilligen Feuerwehren sowie der Berufsfeuerwehr Lübeck waren mehr als fünf Stunden bis etwa fünf Uhr morgens im Einsatz. "Zum Schluss haben wir noch einen Schaumteppich über die Brandstelle gelegt, um mögliche Glutnester zu ersticken", so Struck.

Ein angrenzendes Bürogebäude auf dem Betriebsgelände ist durch den Rauch zwar stark in Mitleidenschaft gezogen worden, gebrannt hat es darin aber nicht. Auch ein benachbartes Unternehmen hat durch den Qualm erheblichen Schaden erlitten. "Der Rauch ist in die Lagerräume reingezogen", sagt eine Mitarbeiterin. Waren und auch Lebensmittel sind so mit Ruß bedeckt worden. Wie hoch der Schaden ist, konnte die Firma am Montag aber noch nicht beziffern.

Am Vormittag musste die Feuerwehr erneut ausrücken

Die Oldesloer Kriminalpolizei hat noch während der Löscharbeiten ihre Arbeit am Brandort in Reinfeld aufgenommen und versucht nun die Brandursache zu klären. Sie hat das Betriebsgelände für weitere Untersuchungen beschlagnahmt und vermutet den Schaden im Millionenbereich.

Damit niemand das Firmengelände betritt, hat der Inhaber, der sich in den frühen Morgenstunden auch am Einsatzort ein Bild von der Zerstörung gemacht hat, einen Wachdienst beauftragt. Dieser musste am Montagvormittag erneut die Feuerwehr alarmieren. Denn zwischen den Trümmern stieg in einer Ecke der zerstörten Halle erneut Rauch auf. Ein Löschzug der Reinfelder Wehr eilte zur Brandstelle und konnte das Feuer mit Wasser löschen.

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