Stormarn
Ortsplanung

So wollen die Ammersbeker ihr Entree verschönern

So könnte der neugestaltete Bereich des Ammersbeker Ortsteils Lottbek nach den Vorstellungen der Architekten aussehen

Foto: Westphal + Berwing Architekten

So könnte der neugestaltete Bereich des Ammersbeker Ortsteils Lottbek nach den Vorstellungen der Architekten aussehen

Mögliche Neugestaltung des Eingangsbereichs der Georg-Sasse-Straße wird in der kommenden Woche den Bürgern und der Politik präsentiert.

Ammersbek.  Noch bedarf es viel Fantasie, um sich vorzustellen, dass der Eingang zur Georg-Sasse-Straße ein repräsentables Entree für Ammersbeks Haupteinkaufsstraße werden könnte. Doch in der kommenden Woche will das Büro Westphal + Berwing Architekten dem Vorstellungsvermögen von Bürgern und Politikern auf die Sprünge helfen. Am Mittwoch, 26. April, stellen die Architekten ihre Planung zur Neubebauung zunächst im Bauausschuss vor und am Tag darauf den Bürgern in einer Einwohner-Informationsveranstaltung im Saal der Kirchengemeinde.

Der Handlungsbedarf an diesem zentralen Punkt im bevölkerungsreichsten Ortsteil Lottbek an der Grenze zu Hamburg ist offensichtlich. Das 4000-Quadratmeter-Areal am Beginn der Georg-Sasse-Straße ist ein Grundstück in bester Lage, das unzulänglich genutzt wird. Bürgermeister Horst Ansén bezeichnet den Eingangsbereich zur Ammersbeker Einkaufsmeile als Visitenkarte der Gemeinde. Zurzeit ist das Entree jedoch wenig repräsentativ. Auf dem Grundstück stehen ein veraltetes gewerblich genutztes Gebäude sowie ein vereinzeltes kleines Haus. Trotz der partiellen Bebauung wirkt das Areal wie eine ungepflegte Brachfläche.

Fußweg soll Park-and-Ride-Fläche mit dem U-Bahnhof verbinden

Wie eine wünschenswerte Anbindung an die Neubauten in der Georg-Sasse-Straße aussehen könnte, zeigt der Entwurf von Westphal + Berwing. Der Architekt Jürgen Westphal, der bereits an der Planung der benachbarten Neubauten beteiligt war, hat kürzlich das Grundstück von den bisherigen Eigentümern, einer Erbengemeinschaft, erworben. Sein Büro hat jetzt eine dreigeschossige Bebauung über Eck entworfen, die zum Teil in die zweite Reihe zurücktritt und an der Ecke Georg-Sasse-Straße/Hamburger Straße Raum für einen kleinen Platz mit Pavillon lässt. Außerdem soll der Parkplatz hinter den bestehenden Häusern um eine Etage aufgestockt werden.

Diese vergrößerte Park-and-Ride-Fläche soll durch einen Fußweg mit dem U-Bahnhof Hoisbüttel verbunden werden – eine logische Verbindung, die seit Jahren vermisst wird. Entsprechend den Wünschen der Ammersbeker Verwaltung soll es auch ausreichend Stellplätze für Fahrräder direkt am Bahnhof geben. Entscheidend an der geplanten Bebauung ist, dass sie, was Höhe, Stil und Material betrifft, harmonisch anschließt an die vorhandenen, ebenfalls von Westphal + Berwing geplanten drei- bis viergeschossigen Gebäude mit roten Klinkersteinfassaden. Im Erdgeschoss der Neubauten sollen Ladenflächen entstehen, darüber Büros und Wohnungen. Der Pavillon auf dem Vorplatz soll gewerblich genutzt werden.

Verwaltungschef zeigt sich zufrieden mit "vernünftigem" Entwurf

Den Bürgermeister begleitet das Projekt der Entwicklung "Rund um den Bahnhof" seit 2009, dem Beginn seiner ersten Amtszeit. Die Neugestaltung des Eingangs zur Georg-Sasse-Straße ist dabei im wahrsten Sinne des Wortes die größte Baustelle. Entsprechend zufrieden ist Horst Ansén mit der neuen Entwicklung: "Ich bin froh, dass es einen städtebaulich vernünftigen Entwurf gibt. Das ist die richtige Basis für eine inhaltliche Diskussion, um schon bald in ein geordnetes Verfahren zu kommen", sagt Ansén und fügt hinzu, dass natürlich Anpassungen und Änderungen in die Diskussion und Entscheidungsfindung einfließen würden. Die vorliegenden Planungen seien zwischen den neuen Eigentümern des Grundstücks und der Verwaltung abgestimmt worden. Ansén sagt: "Das ist eine solide Grundlage für eine gute Entwicklung in diesem Bereich."

Im Ammersbeker Bauausschuss geht es Mittwoch um den Aufstellungsbeschluss für die B-Plan-Änderung, die den bisherigen (kleineren) Geltungsbereich betrifft. Ansonsten steht die Präsentation der Planung für die Vertreter der Fraktionen ebenso im Mittelpunkt wie Donnerstag bei der Informationsveranstaltung für Lottbeker Bürger.

Mit dem Aufstellungsbeschluss könnte ein B-Plan-Verfahren starten, das mindestens ein Jahr lang dauern wird. Es erscheint nicht unrealistisch, dass im Frühjahr 2018 ein Satzungsbeschluss für den geänderten B-Plan vorliegt, also zeitnah (innerhalb von drei Jahren) gebaut werden dürfte. Bis dahin werden die Ammersbeker auf eine eingezäunte Brachfläche blicken – die Vorbereitungen für den Abriss der letzten Gebäude auf dem Areal wurden schon vor Wochen eingeleitet.

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